Oberschule hat seit Februar eine Sprachlernklasse / „Mittel, um den Kindern gerecht zu werden“

Ziel ist der bestmögliche Abschluss

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In kleinen Gruppen lernen die Kinder Deutsch.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Immer mehr Flüchtlinge kommen im Landkreis Rotenburg an. Das stellt auch die Schulen vor ein Problem, denn viele der Kinder sprechen kaum ein Wort Deutsch. An der Sottrumer Oberschule gibt es daher seit Februar eine Sprachlernklasse. Melanie Kleinert geht in dieser die ersten Schritte auf dem Weg zur deutschen Sprache mit momentan 17 Schülern.

„Die Kinder kommen und gehen“, erklärt Melanie Kleinert die Situation in der Sprachlernklasse. Das läge am Status der Familien. Einige kommen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern. Wenn der Asylantrag der Familie abgelehnt wird, müssen auch die Kinder wieder gehen.

Die 17 Schüler haben die Möglichkeit, das Angebot an der Oberschule ein Jahr lang zu besuchen. In dieser Zeit hat Melanie Kleinert die Aufgabe, die Sprachbarriere soweit abzubauen, dass die Kinder vollständig in den Unterricht der Regelklasse übergehen können. Doch auch nach einem Jahr besteht noch Anspruch auf weitere Förderung.

In der Regel versucht die Schule die Kinder – momentan aus den Jahrgängen fünf bis acht – recht schnell in den Fächern Sport, Kunst und Musik in ihrer jeweiligen Regelklasse unterzubringen. „In diesen Fächern ist es einfacher, sich Dinge auch von Mitschülern abzugucken. Außerdem kommt so die Kommunikation mit den Klassenkameraden in Gang“, berichtet Kleinert.

Eine große Herausforderung sind die älteren Kinder. „Das Ziel ist, dass alle den bestmöglichen Schulabschluss machen. Bei den älteren Kindern ist für das Erlernen der Sprache aber weniger Zeit“, berichtet die Deutschlehrerin, die den Unterricht auch am Beispiel der einzelnen Fächer vorbereitet, um den Übergang in die Regelklasse zu erleichtern. Dadurch seien sie auch thematisch etwa auf dem gleichen Stand wie ihre Mitschüler. Sechs bis sieben Kinder unterrichte sie gleichzeitig in der Sprachlernklasse. Viel mehr sei auch nicht zu schaffen. Dann könne sie den Kindern nicht mehr gerecht werden.

„Die Schüler haben sehr viel Spaß beim Lernen“, so Kleinert. Schöne Erlebnisse kämen dabei zustande. Die Schüler trauten sich in der Sprachlernklasse stärker, in den Dialog miteinander zu treten und würden sich gegenseitig helfen – ein besonderer Klassenzusammenhalt entsteht. Das fällt auch Schulleiter André Barth auf: „Die Kinder entwickeln sich toll in der Sprachlernklasse. Dadurch haben wir ein Mittel gefunden, um den Kindern gerecht zu werden.“

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