60 MINUTEN Ein Morgen im Neubaugebiet „Am Sandgraben“

Es ist noch viel zu tun

Das Neubaugebiet „Am Sandgraben“ liegt im Hellweger Westen. Derzeit ist es in den Händen der Handwerker, doch so langsam zieht das Leben ein. Fotos: Röhrs

Hellwege  - Von Matthias Röhrs. Hellwege wächst. Im Westen des Dorfes entstehen im Baugebiet „Am Sandgraben“ gerade neue Wohnhäuser, mittlerweile ist deren Fortschritt so weit, dass die Gemeinde beginnt, den Endausbau der zentralen Straße, die jetzt auch offiziell den Namen Am Felde trägt, zu planen. Unterdessen ist das Gebiet noch fest in den Händen der Handwerker. Wobei es so scheint, dass langsam das Leben in die Gegend einkehrt. Für unsere Serie „60 Minuten“ haben wir uns dort umgeschaut.

• 9 Uhr: Wer Handwerker kennt, weiß, die sind zu diesem Zeitpunkt schon etwas länger auf den Beinen. So macht sich langsam Frühstücksstimmung im Baugebiet breit. Einige der Handwerker – Maurer, Fliesenleger, Holzbauer, es sind alle möglichen Gewerke vertreten – setzen sich in ihre Transporter, essen dort ihre Brote, trinken einen Kaffee, einer macht ein kurzes Nickerchen. Am Ende der Straße, beim großen Wendehammer, stehen zwei Handwerker zwischen den Autos und rauchen.

• 9.06 Uhr: Ein kleiner Kastenwagen biegt am Felde ein, während in der Verschwenkung aus einem Baustellenradio Popmusik dröhnt. Dort sind vor allem drei Maurer aktiv, verkleiden eine große Garage mit roten Backsteinen. Es wirkt fast wie ein Tanz, den sie da mehr oder weniger synchron vorführen: Den Zement auf die eine Reihe, ein Backstein drauf und mit der Kelle wird der überflüssige Zement abgeschabt. Gemessen an der Zahl der Transporter, die überall herumstehen, scheinen die meisten Handwerker in den Häusern beschäftigt zu sein. Die meisten, die hier bereits stehen, machen einen ziemlich fertigen Eindruck. Zwei Bauherren haben sogar bereits Rasen säen können, rund um die meisten herrscht das typische Baustellenchaos, an vielen Ecken stehen noch Paletten mit Steinen herum und aus den Wänden ragen Kabel für die spätere Außenbeleuchtung. Ein Maler kommt aus einem der kleineren Wohnhäuser heraus und wäscht eine Wanne aus.

• 9.14 Uhr: Über den leicht matschigen, aber dennoch festen Boden fährt ein silberner SUV durch die Straße. Er stoppt vor einem fertigen Haus, wo zwei Männer die Fahrerin in Empfang nehmen. Sie geht noch kurz in das flache Haus, als sie wieder herauskommt, verschwindet das Trio hinterm Haus. Unterdessen kommt ein weiterer Kastenwagen, stoppt ebenfalls vor dem Haus. Der Fahrer buddelt das Werbeschild einer Planungsfirma aus und versetzt es parallel zur Straße hin.

• 9.29 Uhr: Menschen an verschiedenen Punkten ihres Lebens scheinen sich ein hier im Baugebiet ein Stück Land für sich gesichert zu haben. Die Mehrheit der Häuser sieht so aus, als seien sie für Familien gemacht. Doch auch einstöckige Bungalows sind darunter – perspektivisch fürs Alter? Backstein steht hoch im Kurs hier Am Felde. Manche Häuser sind rot oder eine Art graubraun. Für das Dach haben sich die meisten für blaue Schindeln entschieden. Aber noch ist eh nicht alles bebaut. Zurzeit entstehen zwei Rohbauten, von einem gibt es nur das Fundament, manche Flächen sind noch frei.

• 9.38 Uhr: Langsam scheint sich das Gebiet mit Leben zu füllen. Zeugnis ist nicht nur der Rasen, in manchen Fenstern kann man Umzugskartons erkennen.

• 9.44 Uhr: Ein Lkw biegt ein. Er transportiert ein Silo, laut Beschriftung mit Gips gefüllt. In der Mitte des Baugebiets hält er an, setzt kurz zurück. Aus seiner grünen Fahrerkabine verschwindet er in eine der herumstehenden blauen Kabinen. Als er wieder heraus kommt, sieht er sich prüfend die Bauschilder vor einem Haus an. Er scheint zufrieden zu sein, geht wieder in sein Führerhäuschen, wendet einmal um die Ecke und setzt dann erneut zurück. Als er aussteigt, lässt er seine Fracht langsam von seinem Lkw hinunter.

• 9.57 Uhr: Ein Hämmern ist zu hören, es scheint aus dem nahen Wald zu kommen – vermutlich ein Echo. Der Lkw-Fahrer hat inzwischen seinen Tank entladen und ist abgefahren. Auch die Handwerker, die in der Zwischenzeit zum Frühstück übergegangen sind, nehmen ihre Arbeit wieder auf. Es gibt noch viel zu tun im Baugebiet „Am Sandgraben“.

Die Serie

In der Serie „60 Minuten“ gehen wir für eine Stunde auf Beobachtung. Wir ziehen durch den Südkreis und nehmen uns an verschiedenen Orten Zeit – für ganz unterschiedliche Situationen. Sollten Sie Vorschläge haben, wo wir uns umgucken sollten, melden Sie sich gerne!

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