Nicole Meyer bietet Kurs zum Fährtenlesen in Ahausen an / Einiges los im Wald

Spuren im Sand

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Nicole Meyer hat das Bett von einem Reh entdeckt.

Ahausen - Von Jessica Tisemann. Beim Gang durch den Wald genießen viele einfach nur die frische Luft, die Ruhe und die Abgeschiedenheit. Doch so ruhig geht es in der Natur gar nicht immer zu. Wer ganz genau hinschaut, kann an jeder Ecke Spuren der Waldbewohner entdecken. Im Vorfeld zu ihrem Kurs im Fährtenlesen in Ahausen nimmt die Umwelt- und Erlebnispädagogin Nicole Meyer uns einmal mit in den Wald und gibt einen Einblick in die Welt des Spurenlesens. Und schon nach kurzer Zeit entdeckt selbst das ungeschulte Auge so einige Punkte, an denen die Tiere unterwegs waren.

Zum Anfang sei es einfacher, Spuren erst einmal im Sand zu lesen. „Am besten geht es sogar, wenn der Sand noch etwas nass ist“, erzählt Nicole Meyer. Die 41-Jährige hat bei der „Wildnisschule Wildniswissen“ einen einjährigen Kurs im Fährtenlesen gemacht. Dabei ging es zunächst um alle Säugetiere. „Die großen Säugetiere lassen sich am schnellsten erlernen“, erzählt die Weyerin. Nagetiere und Mader seien da schon schwieriger.

Schon nach wenigen Schritten auf dem noch feuchten Boden im Wald bei Ahausen entdeckt die Biologin die Spur eines Tieres – abseits des Weges zwischen einer Reihe Bäume. Was für den Laien aussieht wie aufgewühlter Waldboden, erkennt der Experte schnell als das Bett eines Rehs. Und so langsam kann auch das ungeschulte Auge etwas erkennen. „Rehe scharren sich den Waldboden frei. Man kann sogar genau erkennen, in welcher Richtung das Tier gelegen hat.“

Es ist schnell zu merken, dass die Wahrnehmung der 41-Jährigen im Wald eine ganz andere ist als die der Redakteurin. „Meine Sinne sind einfach geschärft“, versucht sich die Weyerin auch als Motivationstrainerin.

Je weiter es in den Wald geht, desto genauer schaue auch ich mir den Boden an. Und tatsächlich, ich entdecke etwas. Einen Wildwechsel. Gut, das war jetzt vielleicht nicht unbedingt schwer, aber ich schaue jetzt noch genauer, um noch mehr Spuren zu entdecken.

Ähnlich könnte es auch den Teilnehmern des Fährtenkurses gehen. Zuerst erfahren sie, was es für Tiere gibt, wie sich die Spuren – Sohlen,- Ballen- und Zehengänger – unterscheiden, wie die Gangart zu erkennen ist und wie sich das Alter der Spuren bestimmen lässt. Vor allem bei der Altersbestimmung spielt auch das Wetter eine Rolle – Regen zum Beispiel kann die scharfen Kanten verwischen. Besonders die Fährte vom Reh und Damwild sei schwer zu unterscheiden.

Das Tolle am Spurenlesen sei, dass man jeden Tag in der Natur unterwegs sein könne. „Die Arbeit ist total erfüllend. Ich mache etwas mit dem Kopf und bewege mich an der frischen Lust“, so Meyer. So bekomme man auch eine ganz andere Verbindung zur Natur. Was beim Fährtenlesen besonders zu beachten sei, seien die fünf großen Fragen. Wer war es? Was ist passiert? Warum hat das Tier was gemacht? Wohin geht es? Wann ist es passiert? Es heißt also, sich in das Tier hineinzuversetzen und die Perspektive des Tieres einzunehmen. „Dadurch taucht man viel mehr ins Spurenlesen ein“, so Meyer.

Manchmal grenzt das Spurenlesen ein wenig ans Detektivspielen, erzählt die 41-Jährige. Mittlerweile laufe auch ich nur noch gebückt durch den Wald auf der Suche nach einer neuen Fährte. „Man hat dabei ganz viele Aha-Erlebnisse“, berichtet die Biologin. Nur normal durch den Wald spazieren ist da nicht mehr drin. Die Teilnehmer der Kurses können sich also auf ein interessantes Wochenende gefasst machen. Und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken: „Beim Spurenlesen lernt man nie aus.“

Das Kursangebot

Nicole Meyer bietet den Kurs „Auf den Spuren der Tiere – Basiskurs Fährtenlesen“ vom Freitag, 8. April, 18 Uhr, bis Sonntag, 10. April, 15 Uhr, im Landheim in Ahausen an. Das Wochenende soll in die Grundlagen des Fährtenlesens einführen. Es geht vor allem um die Trittsiegel der häufigsten Säugetiere. Während des Seminars wechseln sich theoretische und praktische Phasen ab. Der Kurs kostet inklusive der Verpflegung und der Übernachtung 175 Euro. Anmeldungen sind noch bis zum 8. März bei Umwelt Bildung Bremen unter der Nummer 0421/7070107 oder umweltbildung@bremer-umwelt-beratung.de möglich.

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