Was die Samtgemeinde mit den Mitteln aus dem Digitalpakt anstellt

Nicht jeder Schüler braucht ein Tablet

Tablets gehören vielerorts zum modernen Unterricht dazu. Doch insbesondere für Jüngere sind sie eigentlich nur ein Hilfsmittel. 2021 wird entschieden, was aus den Mitteln des Digitalpaktes in Sottrum wird.
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Tablets gehören vielerorts zum modernen Unterricht dazu. Doch insbesondere für Jüngere sind sie eigentlich nur ein Hilfsmittel. 2021 wird entschieden, was aus den Mitteln des Digitalpaktes in Sottrum wird.

Sottrum – Wie der Schulunterricht modernerweise über die Bühne geht, ist angesichts der Pandemielage eine recht akute Fragestellung. Der Unterricht von zuhause aus war mit dem Lockdown im Frühjahr zwar eine neue Herausforderung, digitale Hilfsmittel gehörten aber schon zuvor an einigen Schulen oder in einigen Klassen zum gewohnten Unterrichtsmaterial. Eine Entwicklung, die sicher so oder so gekommen wäre, daher haben Bund und Länder mit dem Digitalpakt schon vor Covid-19 Geld in die Hand genommen und während des Höhepunktes des sogenannten Homeschoolings noch einmal mehr. Geld, das selbstverständlich auch in der Samtgemeinde angekommen ist.

Genau genommen fließen rund 733 000 Euro aus dem Digitalpakt an die Schulen zwischen Horstedt und Ahausen. Aufgeteilt wird das Geld nach Größe der Einrichtungen. So bekommt die Grundschule Bötersen etwa rund 51 600 Euro, Spitzenreiter sind naturgemäß die Oberschule an der Wieste mit 203 000 beziehungsweise das Gymnasium mit 282 400 Euro, wie Schulamtsleiter Holger Bahrenburg während einer Sitzung des Schulausschusses mitteilte. Dem gegenüber stehen rund 55 400 Euro insgesamt aus dem Corona-Sofortausstattungsprogramm vom Bund und Länder. Hierfür hat die Samtgemeinde ihre Schulen mit „iPads“ ausgestattet, die in den Sommerferien geliefert worden sind.

Das Geld aus dem Digitalpakt soll mittelfristig, also im kommenden Jahr, eingesetzt werden. Lediglich für das Gymnasium wurden erste Mittel bereits abgerufen, und zwar für fünf sogenannte Smart-Displays. Um zu bestimmen, was mit den Geldern passiert, soll ein gemeinsamer Medienentwicklungsplan aufgestellt werden, die Bedarfsermittlung sei hierzu bereits abgeschlossen, so Bahrenburg. Im Zentrum stehe hierbei wohl die Anbindung ans Internet, Ersatzgeräte und die Netzwerkbetreuung, das sei unabdingbar. „Ursprünglich sollte alles in die Infrastruktur investiert werden, doch dann kam Corona“, so Bahrenburg, also auch Endgeräte müssten demnach her.

Insgesamt zeigt sich, dass die Schulen in Sachen digitaler Unterricht unterschiedlich weit fortgeschritten sind und auch unterschiedliche Bedarfe haben. So ist die Netzanbindung des Gymnasiums laut Bahrenburg beispielsweise bereits fertig. Die Schule entwickelt sich schon seit Jahren digital weiter, dort gehören für neue siebte Klassen Tablets zur Grundausstattung. An den Grundschulen gibt es hingegen gar kein so großes Verlangen nach Tablets im Unterricht, wie Annette Römer, Leiterin der Löwenzahn-Grundschule in Horstedt, auch stellvertretend für die übrigen Grundschulen im Samtgemeinde-Gebiet berichtete.

Dort würden nur vier oder fünf Tablets pro Klasse gebraucht und nicht für jeden Schüler eines. „Lernprozesse in den Grundschulen erfolgen viel durch Hände und Sinne. Eine digitale Ausrüstung ist da nur Hilfsmittel“, sagte sie. Aber ohne die Schulen mit ins Boot zu holen, läuft bei der Verteilung der Mittel aus dem Digitalpakt eh nichts.

Zu entscheiden hatten die Ausschussmitglieder in dieser Sache erst einmal nichts. Der Bericht der Samtgemeinde diente lediglich der Kenntnisnahme. Dennoch formulierten einige noch Wünsche an die Förderer – Bund und Länder. Insbesondere Hans-Jürgen Krahn (CDU) befürchtete, dass durch den Digitalpakt langfristig noch Kosten auf die Samtgemeinde zukommen, etwa dass ein Austausch ausgedienter Geräte zulasten des kommunalen Säckels geht. Er fordert eine „Dauerinvestition“ von Bund und Ländern. „Es kann nicht sein, dass am Ende alles an den Kommunen hängen bleibt“, sagte er.

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