Stuckenborsteler Dorfverein erhält Nisthilfe für den Dorfplatz

Neuer Lebensraum für Wildbienen

Den Aufbau der Nisthilfe erklärt Manfred Radtke der Dorfvereinsvorsitzenden Katharina Jäger (l.) und ihrer Stellvertreterin Johanna Schlusnus . Foto: Holsten-Körner

Stuckenborstel – Der Stuckenborsteler Dorfplatz mit Glockenturm und Spritzenhaus dient nicht nur für einige Aktionen wie dem musikalischen Adventskranz oder der Müllaktion als Mittelpunkt, sondern wird auch gerne von Spaziergängern und Radlern genutzt. In Zukunft wird das Areal, das vor rund zehn Jahren im Rahmen der Dorferneuerung umgestaltet wurde, auch eine Heimat für Wildbienen. Manfred Radtke vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stellte dort eine Nisthilfe für Wildbienen auf. „Wir haben von der Aktion in der Zeitung gelesen und uns im vergangenen Jahr beworben“, sagte Katharina Jäger, Vorsitzende des Dorfvereins Stuckenborstel, der sich um den Platz kümmert. In der vergangenen Woche kam der Anruf, dass sich der Dorfplatz als Standort für die Nisthilfe eignet. „Wildbienen brauchen mehrere Sonnenstunden am Tag und dies ist hier trotz Eichen der Fall“, erklärte Radtke. Außerdem war klar, dass eine Süd-Ost-Ausrichtung des dunklen Kastens gegeben ist, damit kein Schlagregen eindringen kann. Das notwendige Material hatte der Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Rotenburg gleich mitgebracht. „Beim Hartholz wurden die Löcher quer zur Maserung gebohrt“, zeigte der 75-Jährige Katharina Jäger und ihrer Stellvertreterin Johanna Schlusnus das Buchenholzstück, bevor er es in den Nistkasten legte. Auch eine Nachbildung einer Steilwand, Ziegelsteine, die mit Schilfhalmen versehen worden waren, gebrannter Ton, Pappröllchen und Hohlstrangfalzziegel fanden den Weg in den Kasten. In die Taschen greifen muss der Dorfverein Stuckenborstel dafür aber nicht, denn die Finanzierung erfolgt gemeinsam über die Bingo-Umweltstiftung, den Landkreis Rotenburg, der Landwirtschaftskammer, der Bildungseinrichtung DAA, der Landvolkverbände und der Kreisjägerschaft. Auf einer ebenfalls installierten Tafel gibt es außerdem viele Informationen über Wildbienen. „Sinnvoll ist es, jetzt noch Kükendraht vor die Nisthilfe zu spannen, denn dann kommen Spechte und Meisen nicht heran“, so Manfred Radtke. Außerdem diene der Draht auch als Schutz, damit kein Material aus dem Kasten gezogen werden kann. Den Kükendraht sagte Katharina Jäger zu und auch noch eine Erweiterung der Kräuterspirale mit Stauden.

Doch nicht nur am Glockenturm werden Wildbienen in Stuckenborstel ein neues Zuhause finden, denn die Anwesenheit des Bienenfachmanns nutzte Marena Bosselmann, um ihren Prototypen aus Ton vorzuführen. „Mir war seine Meinung dazu sehr wichtig“, so die 47-Jährige, die als Hobby Schmuckstücke für den Garten aus Ton anfertigt.

Wenn Wildbienen die selbstgetöpferte Nisthilfe annehmen, wird Marena Bosselmann sicherlich einige Exemplare beim Apfelfest 2021 zum Verkauf anbieten. „Durch Corona wird unser diesjähriges Apfelfest wohl ausfallen müssen“, bedauerte Jäger. Abgesagt wurden auch alle anderen anstehenden Veranstaltungen, wie die zehnte Auflage des Wikingerturniers, die für Mitte Juni vorgesehen war. „Wir werden alles im kommenden Jahr nachholen. Dann wird kräftig gefeiert“, versprach die Vorsitzende schon jetzt für die Zeit nach Corona.

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