Zukünftig Ganztagsschule 

Gymnasium in Sottrum: Neue Schulzeiten als Problemlöser

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Die neuen Schulzeiten am Gymnasium Sottrum erfordern neue Busfahrpläne. Sehr zur Freude von Holger Bahrenburg (v.l.), Ferdinand Pals, Volker Busboom-Schäfer und Torsten Lühring.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Nach den Sommerferien ist es soweit: Das Gymnasium in Sottrum wird zur Ganztagsschule. „Diesen Tag haben wir herbeigesehnt“, hat Schulleiter Ferdinand Pals kurz nach Eingang der entsprechenden Zusage des Kultusministeriums begeistert gesagt.

Drei Wochen später wirkt er beim Pressegespräch nach wie vor ziemlich enthusiastisch. Aus gutem Grund, wenn man seinen Worten folgt: Mit den einhergehenden neuen Schulzeiten löst das Gymnasium gleich mehrere Probleme der vergangenen Jahre.

Dabei waren es Auflagen seitens der Landesschulbehörde und des Landkreises, die die Verantwortlichen im Gymnasium dazu gezwungen hatten, die Schulzeiten zu überdenken. Denn damit es die Genehmigung zur Ganztagsschule bekommt, forderten sie eine längere Mittagspause (Landkreis) beziehungsweise einen späteren Schulschluss zur Entlastung der Eltern (Landesschulbehörde). Statt wie bisher um 7.35 Uhr beginnt die Schule dem Entwurf nach um 8.10 Uhr. Pals soll es recht sein. Die Schüler seien zum späteren Zeitpunkt wesentlich aufnahmefähiger, als „kurz nach Mitternacht“ um 7.35 Uhr, sagt der Schulleiter.

Fahrzeiten der Schulbusse werden optimiert

Doch nicht nur in diesem Punkt würden die Schüler profitieren. Durch die neuen Zeiten ändern sich selbstredend auch die Fahrzeiten der Schulbusse – zum Besseren. Sie fahren jetzt effizienter, lange Wartezeiten zwischen Ankunft und Schulbeginnen entfallen, kurz nach 8 Uhr fahren die Busse nun vor. Nach aktuellem Planungsstand starten sie um 7.40 Uhr in Ahausen, um 7.37 jeweils in Ottersberg und Horstedt, um 7.46 Uhr in Bötersen sowie um 7.52 Uhr in Hellwege. 

Die Infrastruktur des Gymnasiums werde dadurch gestärkt, so Pals. Das sei wichtig in Anbetracht der eher geringen Größe der Schule und ihrer Lage an der Landkreisgrenze. „Wir können gute Schule machen, aber wenn keiner hinkommt, ist das egal“, sagt der Schulleiter. So hätten sich Schüler im Randbereich der Samtgemeinde Sottrum in Richtung anderer Kommunen orientiert – Horstedter zum Beispiel zur Gesamtschule in Tarmstedt. 

Daher arbeitet das Sottrumer Gymnasium auch eng mit dem in Ottersberg zusammen, das keine eigene Oberstufe hat. Der Großteil der älteren Schüler, so Volker Busboom-Schäfer, der Schulleiter dort, wechsele dann in die Wieste-Gemeinde. Immerhin: Etwa 45 Schüler aus Ottersberg machen in diesem Jahr ihr Abitur in Sottrum. Die Kooperation zwischen den Schulen soll weiter gestärkt werden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich

„Die neuen Zeiten lösen Probleme, die wir seit Jahren haben“, sagt Pals. Ein weiteres: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – bezogen auf die Eltern und auf das Kollegium. Mit dem späteren Arbeitsbeginn haben sie nun die Möglichkeit, ihre Kinder vor der Schule in eine Krippe oder in den Kindergarten zu bringen. „Es sind nicht viele Lehrer auf dem Markt“, meint Pals, „das Gymnasium Sottrum wird im Wettbewerb jetzt attraktiver.“ In den vergangenen drei Jahren sind 18 Lehrerinnen an der Schule schwanger geworden.

Pals hat sich einen zusammenfassenden Sinnspruch ausgedacht: „Neue Zeiten, neue Verbindungen.“ Sozusagen die Überschrift der im Sommer beginnenden nach Gründung und Hinzunahme einer Oberstufe „dritten Phase“ des Gymnasiums – die Ganztagsschule. „Es ist ein wesentlicher Entwicklungsschritt für das Gymnasium“, sagt der Erste Kreisrat des Landkreises Rotenburg, Torsten Lühring. Man dürfe sich nicht erlauben, dass Eltern mit ihren Kindern zu Hause bleiben müssen.

Für die Schule stehen nun die nächsten Herausforderungen an. Zum einen, dass eine neue Mensa gebaut werden muss, die die Schüler in der neuen 40-minütigen Mittagspause nutzen können. Der Landkreis Rotenburg hat für die Baumaßnahme Mitte März schon 100.000 Euro an Planungskosten in den Haushalt 2017 eingestellt.

Im Zuge der Ausdehnung der Oberstufe zurück auf einen 13. Jahrgang (G9) braucht das Gymnasium zudem neue Unterrichtsräume. Laut dem Schulamtsleiter der Samtgemeinde Sottrum, Holger Bahrenburg, gebe es hier noch „ein dickes Brett zu bohren“. Derzeit arbeite man an einer groben Kostenschätzung, um in die Ausschreibung für ein Planungsbüro zu gehen.

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