Messungen haben einen zu niedrigen Wasserstand ergeben / Steinschüttung im Flussbett ist abgesackt

Nachbesserung an der Sohlgleite in Hellwege

Im April sollen die Ausbesserungsarbeiten an der Sohlgleite in Hellwege beginnen. - Foto: Tisemann

Hellwege - Voraussichtlich im April soll die Sohlgleite im Bereich der ehemaligen Schleuse VI in Hellwege nachgebessert werden. Das teilte Werner Kochta, Betriebsstellenleiter des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), während der Sitzung des Gemeinderates mit.

Im Oktober 2012 war mit den Bauarbeiten begonnen worden. Der neue Verlauf der Wümme wurde gegraben, ein rund 350 Meter langer Bogen, der in Höhe der alten Stauanlage wieder auf sein bisheriges Bett stieß. Geschaffen wurde eine Sohlgleite von 140 Metern Länge. Die hydraulische Berechnung war so angelegt – das ist gesetzlich bei solchen Eingriffen gefordert –, dass sich der Wasserstand der Wümme nicht verändert.

Doch vor allem die Landwirte monierten, dass der Wasserstand seitdem zu niedrig sei. Sie und andere Nutzer wandten sich mehrfach an Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD), der sich wiederum an den Landkreis und das NLWKN. Letzteres habe die Sache „vielleicht nicht so ernst genommen hat“, gestand Kochta und entschuldigte sich.

Nachmessungen ergaben tatsächlich einen zu niedrigen Wasserstand in diesem Bereich. Experten stellten fest, dass der erste Riegel – so nennt sich die erste Steinschüttung im Flussbett bei einer Sohlgleite – abgesackt ist. „Wir wissen nicht, weshalb sich die Sohle gesenkt hat. Wir vermuten, dass dort der Boden nicht so gewesen ist, wie wir vermutet haben“, sagte Kochta. „Es ist das erste Mal, dass uns das passiert ist, dass ein Riegel weggebrochen ist.“

Kritik kam von Heiner Lange (CDU), Verbandsvorsteher des „Wümmewasserverband unterhalb Rotenburg“ und stellvertretender Bürgermeister: „Ich habe die Schleuse bedient und die Wümme 30 Jahre oder länger beobachtet. Der ist schon im ersten Jahr abgesackt. Der Angelverein ist schon lange unruhig gewesen. Das hat jetzt drei oder vier Jahre gedauert, dass sich etwas tut.“ Er schlug vor, im Rahmen der Nachbesserung einen Pegel einzubauen, damit eine einfachere Kontrolle des Wasserstandes möglich ist. Diese Idee nahm Werner Kochta auf, und der NLWKN will „wohlwollend“ darüber nachdenken.

„Auf jeden Fall ist das nicht ganz plötzlich gegangen, das war ein schleichender Prozess. Das Sommerhochwasser wird sicherlich einen Teil dazu beigetragen haben“, so Kochta. Er informierte den Rat und die anwesenden Einwohner außerdem darüber, dass voraussichtlich im kommenden Jahr an der Schleuse IV eine Sohlgleite entstehen wird. Die Planungen seien abgeschlossen, für dieses Jahr fehle aber das Geld. Die Lösung soll wie bei der bereits 2014 umgebauten Schleuse II in Ahausen aussehen: Brücke (Baujahr 1996) erhalten, Klappen raus, Umfluter bauen und in Riegelbauweise eine Sohlgleite einfügen. - bd

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