Nach 13 Jahren wieder verschuldet

Hassendorf bringt mit Haushalt mehrere Investitionen voran

Der Umbau des Hassendorfer Kindergartens ist aktuell das Großprojekt schlechthin in der Gemeinde. Der Sanitärtrakt links wird einem neuen Anbau mit Krippengruppe und Bewegungsraum weichen. Foto: Röhrs
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Der Umbau des Hassendorfer Kindergartens ist aktuell das Großprojekt schlechthin in der Gemeinde. Der Sanitärtrakt links wird einem neuen Anbau mit Krippengruppe und Bewegungsraum weichen.

Hassendorf - Von Matthias Röhrs. Nach mittlerweile 13 Jahren in der Schuldenfreiheit wird die Gemeinde Hassendorf erstmals wieder neue Kredite aufnehmen. Grund sind hohe Investitionen, die in den kommenden beiden Jahren anstehen – etwa beim Straßenbau und nicht zuletzt beim Um- und Ausbau des Kindergartens. Der Rat hat am Montagabend den Haushaltsplan für das laufende Jahr einstimmig verabschiedet und damit auch der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 170 000 Euro zugestimmt.

Gut angelegtes Geld, wenn man den Worten des Bürgermeisters Klaus Dreyer, Hans-Joachim Hartmanns (beide SPD) und Hermann Rugen (CDU) folgt. Ohnehin wirken die 170 000 Euro Schulden, die Hassendorf in diesem Jahr machen wird, vergleichsweise gering, wenn man die angepeilte Investitionssumme in Höhe von 1,229 Millionen Euro gegenüberstellt. „Ich glaube, das ist ein Rekordwert in unserer Gemeinde“, merkte Dreyer in seiner Rede an. Man hat gut gewirtschaftet in Hassendorf in den vergangenen Jahren und Geld gespart. An Silvester 2019 hatte Hassendorf rund 642 000 Euro auf dem Konto. Ohnehin sind bei den Investitionen noch Zuschüsse und Anwohnerbeiträge zu erwarten, sodass die Gemeinde unterm Strich wohl knapp unter einer Million Euro für Investitionen verbleiben wird.

Die größte finanzielle Herausforderung wird dabei ohne Zweifel der Aus- und Umbau des Kindergartens sein. 600 000 Euro sind dafür in diesem Jahr eingeplant. Doch auch im kommenden Jahr wird er wohl seine Spuren im Hassendorfer Haushalt hinterlassen. Insgesamt plant man für dieses Projekt nämlich rund 1,296 Millionen Euro ein. In der Sitzung stimmte der Rat ebenfalls dafür, nun einen Bauantrag zu stellen. Bürgermeister Dreyer sprach im Vorfeld von einer „zukunftsträchtigen Entscheidung“ und verwies auf ein anderes Großprojekt der Gemeinde Hassendorf: Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses Mitte der 1970er-Jahre, der positive Impulse für die Dorfgemeinschaft zur Folge hatte. Dasselbe erhofft er sich nun von der neuen und größeren Kita mit angeschlossener Krippe.

Ein weiterer großer Kostenfaktor wird der Straßenausbau sein. Der hat die Gemeinde schon in den vergangenen Jahren gefordert und wird es auch in diesem Jahr tun. 360 000 Euro für den Endausbau der Bergstraße und 230 000 Euro für den Ausbau des östlichen Wedenwegs und der Baustraße Am Weden sind eingeplant. Für die letzteren beiden Straßen hat der Rat außerdem den Ausschreibungsbeschluss gefasst.

Dazu stehen noch kleinere Beträge für Maßnahmen in den Bereichen Sportplatz, Spielplatz, Straßenbeleuchtung und Breitbandausbau bereit. Doch trotz der hohen Investitionssumme kann Hassendorf das Jahr mit einem Überschuss von rund 98 000 Euro abschließen und verzichtet daher auf eine Erhöhung der Hebesätze für Gewerbe- und Grundsteuern.

Hans-Joachim Hartmann sprach für die SPD/Grünen-Fraktion von einer erfreulichen Einnahmeentwicklung. Der Blick in den Investitions- und in den Finanzplan zeige, dass die Gemeinde auch zukünftig ihre Aufgaben erfüllen könne. Es sei aber ein Glück, dass Fremdmittel zurzeit günstig zu bekommen seien. „Es ist ein guter Haushalt“, so CDU-Mann Hermann Rugen. Die Maßnahmen seien durch hohe Steuereinnahmen möglich. Trotz der hohen Investitionen sei die Leistungsfähigkeit der Gemeinde gesichert.

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