Nach dem Brand 2014: Ein Blick auf den Dachboden im Sottrumer Heimathaus

Alles wieder an seinem Platz

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Viele fleißige Helfer trugen dazu bei, dass die Sammlung wieder im Obergeschoss des Heimathauses zu bewundern ist.

Sottrum - Wer das Obergeschoss des Sottrumer Heimathauses betritt, fühlt sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Dort lagert seit der 800-Jahr-Feier im Jahr 2005 eine umfangreiche Sammlung historischer Gegenstände, die einen Einblick in das dörfliche Leben gewährt. Fast wären die Reliquien für immer verloren gewesen, als in dem reetgedeckten Fachwerkhaus im August 2014 ein Brand ausgebrochen war.

Die Flammen haben aber ihre Spuren hinterlassen: Es war eine aufwendige Reinigung notwendig. „Wir haben überschlagen, dass mindestens 900 Arbeitsstunden von den vielen fleißigen Ehrenamtlichen investiert wurden“, berichtet Erich Schnackenberg, 16 Jahre Vorsitzender des Heimatvereins. Involviert waren viele weitere Mitglieder. Dazu zählen auch Magret Humberg, Mara Loerts, Ingrid Warnke und Elfriede Schmidt, die viel Zeit mit der Herrichtung der Web-stühle verbracht haben.

„Es war eine Heidenarbeit, nach der Reinigung alle Fäden wieder aufzuspannen“, erzählt Humberg. Um alles wieder in einen sauberen Zustand zu versetzen, gab es sogar einen großen Waschtag, an dem sich auch die Landfrauen beteiligt hatten. Jetzt kann sich die große Sammlung wieder sehen lassen.

Der dunkle Arbeitstisch mit dem Werkzeug sieht aus, als ob Schuhmacher Johann Bohling gerade zur Pause gegangen wäre. Doch der Eindruck täuscht, denn das letzte Mal wurden daran 1972 Schuhe repariert. „Wir haben die Werkstatt von Günter Bohling geschenkt bekommen, bei dem sie viele Jahre in der Scheune stand“, so der Ehrenvorsitzende Schnackenberg. Infotafeln klären nicht nur über den Beruf des Schuhmachers auf, sondern auch über den Werdegang des in den 1920er Jahren in der Langen Gasse gegründeten Betriebes.

Platz haben auf dem Dachboden auch unzählige historische Gebrauchsgegenstände zu den Themen Spinnstube, Imkerei, Tischler- und Zimmerei, Molkerei, Sattlerei, Nähstube, Schlachterei, Waschstube, Torfstechen und Zigarren – sortiert nach Themengebieten. „Ein Teil ist den modernen Medien, nämlich alten Radios, gewidmet“, sagt Schnackenberg und schmunzelt. Es existiert sogar eine Miele-Holzwaschmaschine mit E-Motor aus dem Jahr 1913, die aus Stuckenborstel stammt.

Vieles wurde dem Verein geschenkt, manches sind aber auch Leihgaben. Dazu gehört auch teilweise die Tischwäsche, die in der Raummitte einen repräsentativen Platz gefunden hat. Nicht fehlen darf die Sottrumer Tracht, die zur 800-Jahr-Feier nachgearbeitet wurde. Außerdem stehen im Flur gleich mehrere bespannte Webstühle. Ergänzt wird die auf dem Dachboden verwahrte Sammlung durch drei Räume im Erdgeschoss. Dort sind eine Küche, eine „gute Stube“ und ein weiteres Zimmer, das mit Wäscheschrank und Tisch ausgestattet ist. Der älteste Gegenstand der Sammlung ist wohl das Spinnrad aus dem Jahr 1871.

Zu den Reliquien sind auch manche Geschichten überliefert. „Im Gossenstein, der unten in der Küche steht, hat der Bauer immer seine Füße gewaschen“, berichtet Schnackenberg. Hans-Richard Buthmann, der sich sehr gut mit der Geschichte der Wiestegemeinde auskennt, weiß, dass der Stein zum Hof Dodenhof-Mahnken gehörte.

Für Aufbau und Pflege der einzelnen Abteilungen haben sich kleine Gruppen gefunden, die die Arbeit in Eigenregie übernehmen. Maßgeblich ist auch die Gruppe „Haus- und Hof“ beteiligt. Hanna Hildebrandt ergänzt: „Und um das Feine kümmern wir Frauen uns.“

ho

Wer sich für die Ausstellung interessiert, kann sich mit dem Vorsitzenden Hans-Jürgen Krahn über die Internetseite in Verbindung setzen.

www.heimatverein-sottrum.de

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