Saxophonist Edwin Bohlmann aus Hellwege mag die Stille der Natur

Der Musikvermittler

Edwin Bohlmann genießt die Zeit an seinem Lieblingsplatz auf seinem Grundstück in Hellwege. - Foto: Tisemann

Hellwege - Von Jessica Tisemann. Auf der rechten Seite fließt die Wümme direkt am Grundstück vorbei. Eine kleine Steinbank lädt zum Verweilen ein. Aus der Ferne hört man die Schafe blöken, und der Wind rauscht leise durch die Blätter der Bäume. Edwin Bohlmann hat sich in Hellwege auf dem elterlichen Grundstück eine kleine Oase geschaffen. Anfang der 90er-Jahre ist der Musiker wieder in seine Heimat zurückgekehrt.

Dort ist er mittlerweile als Saxophon-Lehrer tätig, als „Musikvermittler“, wie er selbst sagt. Dass es dazu gekommen ist, liegt vor allem an einer ganz bestimmten Person, verrät er. Der Musiker Georg Schirra hat ihn an das Instrument herangeführt. Ihn hat er während seiner Ausbildung zum Hotelkaufmann in Bremen kennengelernt. „Manchmal braucht es Menschen von außen, die einem sagen, dass man Dinge machen soll. Wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich nicht in der Musik gelandet“, erzählt Bohlmann. Schirra habe gesagt, wenn er sich wirklich dahinter klemmt, sei er in der Lage, eine Aufnahmeprüfung zu bestehen.

Und es klappte. Bohlmann bekam von seinem Vater sein erstes Saxophon – auf dem er übrigens heute noch spielt – nahm an der Aufnahmeprüfung teil und studierte an der Hochschule für Künste in Bremen.

Als Musiker Geld verdienen

Nach der Ausbildung zum Musiker ging es für den 59-Jährigen nach München und Sevilla. „Ich wollte nach dem Zivildienst beweisen, dass ich als Musiker leben kann“, so der Hellweger. Das gelang ihm aber erst in Sevilla so richtig. Kurz vor der Weltausstellung 1992 hatte die Stadt viel Geld und Musiker dadurch Arbeit. Bohlmann spielte an den verschiedensten orten. „Da hatte ich das Gefühl, als Musiker gebraucht zu werden.“

Vom Stadtleben ging es dann aber wieder nach Hellwege. Auch seine beiden Geschwister fanden nach und nach den Weg zurück in die Heimat, so dass ein richtiges Familiengrundstück auf dem elterlichen Grundstück in der Hellweger Natur entstanden ist.

Und zu Bohlmann passt die Ruhe sehr gut. „Ich bin kein Karrieretyp“, so der 59-Jährige, der zugibt, dass er mehr der Stille verbunden und sehr bodenständig ist. Sein Lieblingsplatz auf dem Grundstück liegt idylisch zwischen Wasser und Wald. Angenehm ruhig ist es dort auch.

Still geht es im Heimat- und Kulturhaus (HuK) in Hellwege eher selten zu. Dort hat sich Bohlmann neben einigen anderen Projekten auch mit eingebracht. 2001 gab es eine Arbeitsgruppe Dorfgemeinschaftshaus in Hellwege. Die Verantwortlichen kamen unter anderem auf Bohlmann zu. „Ich habe damals Vorschläge zur Nutzung des Dorfgemeinschaftshaus gemacht. Eine gute Akustik stand für mich an erster Stelle“, so der Hellweger.

Im Jahr 2006 hat er dann die ersten drei Konzerte im HuK organisiert. Seit dem Start sind einige weitere dazugekommen – mittlerweile kommt Bohlmann auf 52 Konzerte. Allein für dieses Jahr standen neun Veranstaltungen auf dem Zettel.

Doch Bohlmann ist es wichtig, dass er nicht nur als der Künstler wahrgenommen wird. „In erster Linie bin ich Hellweger Bürger, dann Handwerker und dann kommt erst der Künstler.“

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