MSC Bötersen setzt auf eine Verbindung von Freunden und Familien

Motorradclub mitten im Ortskern

Mitten im Ortskern deutet das Schild auf den MSC Bötersen hin. - Foto: Daus

Bötersen - Ein Clubhaus direkt in der Ortsmitte ist für einen Motorradclub keine Selbstverständlichkeit. Aber der MSC Bötersen ist auch kein normaler Club, sondern rein vom Namen her ein Motor-Sport-Club. Doch das beschreibt die Zielsetzung nur teilweise, denn im Eigentlichen sehen sich die Bötersener als eine Verbindung von Freunden und Familien.

„Motorräder sind uns sehr wichtig, sie sind sozusagen das Bindeglied zwischen uns, aber wer bei uns Mitglied werden will, muss nicht zwingend eines besitzen“, erklärt Ralf Cordes, Vorsitzender des Clubs. „Bei uns ist nicht der Motorradfahrer im Vordergrund, sondern die Gemeinschaft“, fügt Hartmut Ogonowski hinzu, einer der Mitbegründer des Clubs. Es gab damals eine lockere Interessengruppe, die sich in einem Bushäuschen in der Ortsmitte traf und sonntags gerne zum Moto-Cross fuhr. Übrigens auch damals schon mit Partnerinnen. In direkter Nähe zu dem Bushäuschen befand sich ein leerstehender Schweinestall. Ein Gespräch mit Hermann Dodenhoff, dem Besitzer, genügte und die Motorradfreunde durften aus dem leerstehenden Gebäude in Eigenarbeit ihr Clubheim bauen.

Die Leute im Dorf sahen das Ganze eher skeptisch, und viele waren der Meinung, dass spätestens nach fünf Jahren Schluss sei. Aus fünf Jahren sind mittlerweile 30 geworden, aus den sieben Gründungsmitgliedern 47 und aus dem „Crossing Team MSC-B“ der „MSC-Bötersen“.

Ihr Clubhaus, inklusive Außengelände, haben die Motorradfreunde immer wieder modernisiert und umgebaut. Die Besetzung des Clubs veränderte sich, aber viele der Mitglieder sind schon lange dabei. Ein Grund dafür liegt wahrscheinlich in der sehr familiären Ausrichtung. „Im Gegensatz zu anderen Clubs müssen bei uns Mitglieder mit Kindern nicht austreten, und darauf sind wir stolz“, so Hartmut Ogonowski. Man sei eher darum bemüht, die Kinder mit ins Vereinsleben einzubinden. Wie bei der Tour am 1. Mai, die allerdings per Fahrrad bestritten wird.

Doch neben Freundschaft mit Familienanschluss gibt es auch Dinge rund um das Motorrad. Seien es Fahrten auf Rennstrecken, Teilnahme an Bikertreffen oder Besuche von Großveranstaltungen. Die ganz Hartgesottenen fahren traditionell immer im November zum letzten „Sommertreffen“ ins 250 Kilometer entfernte Schüttorf, um dort für ein Wochenende nur mit Zelt und Schlafsack ausgerüstet der Kälte zu trotzen. Im Laufe der Zeit haben sich dadurch auch viele Kontakte zu anderen Clubs ergeben.

Einmal im Jahr veranstaltet der Bötersener Club sein Treffen. Ein Wochenende mit vielen Motorrädern, den Fahrern, dem Geruch von verbranntem Gummi, Livemusik und vielen Arbeitsdiensten für alle Mitglieder. Doch wie wird man Mitglied im MSC-Bötersen? Interessierte können sich während einer einjährigen Probezeit präsentieren, und dann wird bei der Jahreshauptversammlung darüber abgestimmt, ob aus einem Anwärter ein neues Mitglied wird. „Es muss einfach passen.“ sagt Ralf Cordes. Mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder gilt man als aufgenommen. Und wer abgelehnt wird, kann sich noch ein weiteres Jahr beweisen, oder mit dem Club in lockerem Kontakt bleiben. Zum Beispiel beim wöchentlichen Clubabend, jeden Donnerstag im Clubhaus in der Ortsmitte.  

dau

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