Gemeinde sucht Lösungen

Motocross-Problem in Hellwege: Mit der Hoffnung auf Impulse

Ein Fahrradschloss und eine Eisenkette verschließen ein Tor
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Kette und Fahrradschloss sichern das Tor, die Enduro-Fahrer finden aber trotzdem immer wieder Zugänge.

Noch immer suchen Motocrosser an den Wochenenden Hellwege heim. Das Ziel: eine Sandgrube südwestlich des Dorfes. Nun sind neue Lösungsansätze gefragt.

Hellwege – Wochentags ist es idyllisch an der ehemaligen Hellwege Sandkuhle. Hier versucht die Natur, sich ihren Raum zurückzuholen. Vereinzelt trifft man noch einen Spaziergänger mit Hund – aber das war es dann auch. An Wochenenden und an Feiertagen sieht die Welt südwestlich des Dorfes anders aus. Dann suchen auswärtige Krad- und Endurofahrer die Gegend heim, knattern durch die Sandkuhle, die umliegenden Wälder und auch den Bundeswehr-Übungsplatz. Diese Gäste sind in Hellwege längst für unerwünscht erklärt, machen sie doch laut Schilderungen einen erheblichen Lärm. Die Gemeinde sucht immer noch nach einer geeigneten Lösung für das Problem.

Wobei es Bürgermeister Wolfgang Harling anzumerken ist, dass er zunehmend ratloser in dieser Sache wird. Nicht vergebens hat er die Sandkuhle für kommenden Montag, 10. Mai (19.30 Uhr, Heimat- und Kulturhaus), auf die Tagesordnung des Gemeinderates gesetzt. Er hofft auf Impulse aus der Hellweger Bevölkerung und den Ratsmitgliedern, wie die Angelegenheit noch angegangen werden könnte. Der Tagesordnungspunkt steht laut Bürgermeister „im Prinzip jedem offen“. „Ich weiß nicht, wie man das regeln könnte“, lenkt er ein. Im Februar ist er mit dem Sandkuhlen-Problem an die Öffentlichkeit getreten. Danach habe es noch einige Vor-Ort-Termine und Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis – die die Sandkuhle als Renaturierungsgebiet ausweist – gegeben. Viel getan hat sich aber nicht.

Gespräche mit örtlichen Enduro-Fahrern, die sich laut einem Vertreter selbst an den fremden Motorradfahrern stören, sind bislang ohne Ergebnis. Stattdessen gibt es ein paar neue Schilder. Auch die Polizei sei laut Harling bereits einige Male an den Wochenenden vor Ort gewesen und habe tatsächlich einige Fahrer angetroffen. Doch es hilft alles nichts. „Trotz dieser Vorkehrungen wird die Sandgrube von Motocross-Fahrern illegal genutzt. Um sich Zugang zu verschaffen wurde und wird die Einzäunung immer wieder aufgeschnitten, niedergetreten oder in sonstiger Weise unwirksam gemacht“, erläutert der Bürgermeister in der Beschlussvorlage. In vielen Fällen würden Cross-Motorräder ohne Kennzeichen benutzt, die meistens auf Anhängern oder in Transportfahrzeugen zur Sandgrube transportiert werden.

Der Unmut in der Hellweger Bevölkerung werde immer größer. „Obwohl die Gemeinde Hellwege weder für die Mängel an der stillgelegten Sandgrube noch für das gesetzeswidrige Verhalten der Motocross-Fahrer zuständig ist, wird sie von den Bürgern immer eindringlicher dazu aufgefordert, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu treffen“, so Harling weiter. Er sieht einen zwingend notwendigen Handlungsbedarf der zuständigen Behörden und des Eigentümers der Grube.

Die Gemeindeverwaltung beobachte das Gelände in kurzen Abständen und berichte dem Landkreis ständig über die weitere Entwicklung der Sandgrube. Sie erwarte im Gegenzug von der Landkreis-Verwaltung, dass die dargestellten Probleme umfassend angegangen werden. Sie ist gerne dazu bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten der Sache dienende Beiträge zu leisten. Ein einfacher Maschendrahtzaun werde nicht ausreichen, glaubt Harling. Die Fahrer würden ihn immer wieder aufschneiden, was teilweise bereits jetzt schon geschehe. Alternativen erhofft er sich am Montag von den Hellwegern, auch wenn er befürchtet, dass aufgrund der hohen Corona-Inzidenzen kein großes Publikum erscheinen wird.

Immerhin hat man den Mauerschwalben helfen können. Mehrere Dutzend Nester sind am an der kleinen Sandklippe am Rand zu erkennen. Doch die Kradfahrer heizen auch oben an der Steilkante entlang, deren Stabilität ist dadurch gefährdet. Diese Steilkante hat die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz aus Hellwege mittlerweile in Absprache mit dem Landkreis geschützt – mit Holz vom ausgefallenen Osterfeuer.

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