„Mord und Totschlag“ im Minutentakt bei der Hellweger Hausmusik

Nichts für schwache Gemüter

Dunkle Gestalten bei der Hellweger Hausmusik: Jürgen Knecht (l.) und Michael Bildhauer.

Hellwege - Von Bettina Diercks. Wer schon immer ein komisches Gefühl hatte, was Hellwege betrifft, der weiß seit Sonntag, dass es ihn nicht trügt. In dem Dorf ist einfach etwas im Busch. 19 Leichen, vorwiegend weiblich, lassen aufhorchen, im Heimat- und Kulturhaus des Dorfes. Dort war „Tatort“ Programm.

Für Jugendliche unter 16 Jahren und schwache Gemüter war das in den Augen von Organisator Michael Bildhauer nichts. Er versprach den 150 Gästen in der Anmoderation der Hellweger Hausmusik „Mord und Totschlag“ im Minutentakt. Und so reihten das örtliche Vokalensemble und Wilhelm Wünsche nahtlos Morde aneinander und präsentierte Tote in ihren Einzelteilen.

„Ohne Mimi geht die Krimi nie ins Bett“ (Bill Ramsey) hatte Bildhauer schon leicht modifiziert und auf Gegebenheiten des Ortes umgeschrieben. Stimmlich ganz vorne im Vokal-Sextett beeindruckte Annette Bildhauer, begleitet von Neuzugang Juliane Kannegießer, Brigitte Borchers und Ragna Reusch, getragen von Jürgen Knecht (Bass) und ihrem Mann Michael Bildhauer. Wie hatte er im vergangenen Jahr so schön gesagt: „Annettes Rolle ist nicht zu unterschätzen. Sie begleitet über die Hälfte der Stücke und die Hälfte des Programms. 

Das Hellweger Vokalensemble agiert als Ermittlergruppe in Sachen Mord. - Fotos: Diercks

Die Sicherheit, die sie dabei gibt, ist grandios.“ Wilhelm Wünsche, der als Kommissar beim Hellweger Tatort agierte, fabulierte über seine Herkunft. Sherlock Holmes hatte mit der blutjungen Miss Marple ein Verhältnis, die nach neun Monaten eine Miss Moneypenny gebar. Die erlag zwar nicht dem Charme von 007, bekam aber trotzdem Nachwuchs: Wünsch. Der ließ Harry den Wagen vorfahren, beriet sich mit Schimanski und geriet selbst ins Visier der Ermittler – das Vokalensemble. Das mordete zwischen den Theaterszenen in ihren Werken lustig weiter. Oftmals war dabei – na klar – die Liebe im Spiel. Knecht fand seine zerstückelte Geliebte bei einem Wümme-Spaziergang („Ach Gottchen, das Lottchen“, Fabian und die Detektive), Bildhauer mordete ganz nach Georg Kreisler (Biddla Buh) in vielfältiger Weise mit Messer und Strychnin, stieß seine Frauen auf Gleise und von Türmen. Wenn da bloß kein merkwürdiges Gefühl beim Publikum zurückbleibt, sollten sie künftig Michael Bildhauer begegnen.

Michael Bildhauer hegt mörderische Absichten.

Bevor das Vokalensemble in den dunklen, aber heiteren Teil des Tages entführten, hatten das Hellweger Saxofon-Ensemble sowie Solist Milad Adib (Ahausen) am Klavier den ersten Teil des Programms bestritten. Nina Prüser am Flügel, hatte Valentine Clark dabei, die beide im Duett bestachen. Ihr Debüt in Hellwege hatte Emma Bosselmann, die den Song-Contest beim Winterfest am Sottrumer Gymnasium gewonnen hatte.

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