Ralph Illauer initiiert Kunstprojekt

Mitmach-Kunst in Höperhöfen: Käfer in Quarantäne

Das Konzept umfasst auch hoffnungsvolle Botschaften.
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Das Konzept umfasst auch hoffnungsvolle Botschaften.

Eine bunte Ablenkung in dunklen Zeiten soll ein Kunstprojekt in Höperhöfen sein. Das Besondere daran: Jeder darf sich beteiligen.

Höperhöfen – Am Ende einer langen Schwärze ist der blaue Himmel zu sehen – und davor zwei Figuren, die sich die Hände reichen: Dieses kleine Motiv der Hoffnung gibt es derzeit in Höperhöfen am historischen Thölkes Hus zu sehen, und zwar als Teil eines Kunstprojekts, mit dem Ralph Illauer Farbe und Ideenreichtum in den aktuellen Alltag vieler Menschen bringen möchte. „Kunst in Coronazeiten“ heißt sein Vorhaben, das einen ganz besonderen Dreh hat: Jeder kann mitmachen.

Im Januar war ihm die Idee dazu gekommen: „Ich dachte mir, für viele Familien ist es eine schwierige, oft vielleicht auch langweilige Zeit. Warum nicht mal über etwas anderes nachdenken, als Inzidenzen und Krankheitsfälle?“ Illauer entwarf ein Flugblatt mit einer Anleitung zu dem Projekt, das dann in den Briefkästen der Höperhöfener landete. In diesem rief er sie auf, etwas zu basteln, das dann ein Teil eines Ganzen werden soll. „Die Materialien sind egal, ganz gleich, ob aus alten Brettern, Kisten, Stühlen, Schaufeln, rostigen Blechteilen – alles ist erwünscht“, sagt er. „Hauptsache kreativ, bunt, schrill.“

Kunst in Coronazeiten

Wer das Projekt von Ralph Illauer in Höperhöfen mit einem eigenen kleinen Kunstwerk bereichern will, meldet sich bei ihm per E-Mail an ralph.illauer@gmx.de.

Er selbst stellte auf dem Grundstück eines Bekannten eine bemalte Balkenkonstruktion auf, die als Gerüst für die einzelnen Beiträge dienen soll. Einer davon ist ein ausgehöhlter, schräg nach oben deutender Balken mit einem Tuch am unteren Ende. Kriecht die betrachtende Person unter das Tuch und sieht durch das Loch, werden die beiden kleinen Figuren sichtbar. Aber es gibt bereits einiges mehr als das an den Balken zu entdecken.

Seit Mitte Mai läuft das Projekt, bislang haben sich rund 20 Beiträge eingefunden – von Einzelpersonen, von Paaren, von Familien. Vorgaben macht Illauer keine, allein die Kreativität der Teilnehmer zählt. Da hängt an einem Balken eine Rolle Klopapier als Erinnerung an die Zeit im vergangenen Jahr, als eben dieses Produkt in jedem Supermarkt Mangelware war. Kleine Schmiedeobjekte hängen an dem Gerüst, Kunstwerke aus alten Plastikrohren und Spiegeln.

Daneben unter anderem ein Aluhut, das Lenkrad eines Autos, ein gebastelter Marienkäfer, der sein Quarantänedasein in einem kleinen Glaskasten fristen muss, das berühmte „Licht am Ende des Tunnels“, einen kurzen Holzpflock mit der Aufschrift „Bye bye, Corona“ inklusive angeketteten Einwegspritzen, eine etwas andere Wetterstation, ein im Balken eingelassenes „Corona-Telefon“ sowie die stets nach oben steigende Fallzahlenkurve, die am Ende allerdings wieder steil abfällt – mit einem Schild als Anhang mit der Aufschrift „Open end“ – Ende ungewiss.

Ralph Illauer vor dem Kunstwerk: Der Höperhöfener freut sich über die Resonanz auf seine Idee.

„Angebaut“ wurde zudem auch schon, direkt neben dem Gerüst prangt ein rostiges Schild mit dem Schriftzug „Oldie Garage“, dazu kommt ein Hinweisschild, auf dem sich einige der Künstler verewigt haben. „Es ist einfach spannend zu sehen, in welche Richtungen die Gedanken der Menschen so gehen, wie sie sich damit auseinandersetzen und auf was für Ideen sie kommen“, freut sich Illauer über die Resonanz auf sein Projekt.

Und das Kunstwerk soll weiter wachsen: „Wer einen Beitrag hat, meldet sich bei mir, dann montieren wir ihn zusammen an den Balken“, sagt Illauer, der sich auch schon vor Corona künstlerisch ausdrück – allerdings mehr im Bereich Malerei. Für Nachschub ist bereits gesorgt, er hat schon wieder neue Hobbykünstler auf dem Zettel, die ihre Objekte dem Projekt hinzufügen wollen.

„Das soll alles so stehen bleiben, bis Corona vorbei ist“, sagt Illauer. Für ihn spielt das Kunstwerk in dieser Zeit eine besondere Rolle: „Die Kontakte sind ja weniger geworden. Durch dieses Projekt hier kommen die Menschen wieder zusammen, reden darüber“, sagt er zufrieden. „Das ist ein schönes, positives Gefühl.“

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