Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren machen „Motorsägenschein“

Der Baum fällt

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Der Sottrumer Christian Thede gehört zu den Absolventen.

Sottrum - Von Antje Holsten Körner. Immer öfter werden die Freiwilligen Feuerwehren alarmiert, um einen umgestürzten Baum zu beseitigen. Doch ohne einen Berechtigungsschein für Sägearbeiten dürfen die Brandschützer dafür keine Kettensäge in die Hand nehmen. Damit in jeder der 15 Ortswehren in der Samtgemeinde Sottrum gleich mehrere Feuerwehrleute einen gültigen „Motorsägenschein“ besitzen, hat jetzt wieder ein Feuerwehr-Lehrgang stattgefunden.

In der Vergangenheit richtete Joachim Fischer mit Unterstützung von Förster Johannes von Wenczowski diesen Kursus aus. Durch den Unfall von Fischer vor drei Jahren ruhte die Ausrichtung. Jetzt konnten mit Heiko Hermonies aus Visselhövede und Hermann Stimbeck (Kettenburg) zwei erfahrene Dozenten gewonnen werden, die bereits seit zehn Jahren ausbilden.

Zum Auftakt hieß es für die zwölf Teilnehmer, an zwei Abenden die Schulbank zu drücken. „An erster Stelle steht die Unfallverhütung“, betonte Hermonies, Stadtbrandmeister in Visselhövede. Dazu gehört auch die persönliche Schutzkleidung. Auch Unterweisungen in Handhabung, Wartung und Instandhaltung standen auf dem Lehrplan.

Nicht fehlen durfte der praktische Einsatz. Dafür hatte der Realforstverband Sottrum ein Waldstück in der Nähe der Kläranlage zur Verfügung gestellt. „Dort sollte sowieso aufgeforstet werden“, wusste Gemeindebrandmeister Björn Becker. Den beiden Ausbildern kam dies sehr gelegen. „Anders als im Privatwald, wo wir alles aufgeräumt hinterlassen müssen, wird dort anschließend vom Realverband noch mit Maschinen gearbeitet“, erklärte der Stadtbrandmeister, der zusammen mit seinem Kollegen bereits den 28. Lehrgang ausrichtete.

Zum Einsatz kam an diesem Tag sogar der Greifzug, eine mobile Seilwinde, die auf dem Sottrumer Rüstwagen mitgeführt wird. Hintergrund: Ein Baum hatte sich beim Fallen mit der Krone in anderen Fichten verfangen und fiel daher nicht zu Boden. Gegen den Greifzug und die Muskelkraft von Patrick Czech und Sören Windeler leistete der Baum aber nur ein paar Minuten Widerstand.

Windeler gehörte mit seinen 20 Jahren zu den jüngsten Absolventen des Lehrganges. „Den Schein kann ich auch zu Hause gebrauchen“, erzählte der Sottrumer, der seit seinem zehnten Lebensjahr zur Feuerwehr gehört. Noch nicht ganz so lange, seit zwei Jahren, dabei ist der 18-jährige Claas Meyer aus Stapel. Die Zugehörigkeit zur Wehr ist in seiner Familie schon fast selbstverständlich, denn Papa Cord als stellvertretender Ortsbrandmeister, und Bruder Henrik engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich in der Feuerwehr. Auch er kann den von der Samtgemeinde finanzierten „Motorsägenschein“ – oder fachlich ausgedrückt den „Selbstwerberschein“ – privat einsetzen.

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