Sottrumer Gemeinderat befasst sich mit der Verwaltungsreform

Mit anderen Ansprüchen

Der Bauhof der Gemeinde Sottrum ist ein Beispiel für mögliche Synergien in der Samtgemeinde.
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Der Bauhof der Gemeinde Sottrum ist ein Beispiel für mögliche Synergien in der Samtgemeinde.

Sottrum – Kerstin Wendt wiederholt sich derzeit oft. Seit einigen Wochen tingelt die Erste Samtgemeinderätin durch die Mitgliedsgemeinde, um den Räten dort die geplante Verwaltungsreform zu erklären. Sieben Mal muss sie diesen Vortrag insgesamt führen, Ende September sollen alle auf demselben Stand sein. Kerstin Wendt hat immer einen klaren Auftrag an die Gemeinderäte dabei: Nun müssen sich diese genau überlegen, was sie sich von der Reform – intern „Schnittstellenoptimierung“ genannt – versprechen.

Das hat am Montagabend auch der Sottrumer Gemeinderat zu spüren bekommen. Die Wieste-Gemeinde ist in einer besonderen Situation, denn als großer Kernort der Samtgemeinde hat sie ganz andere Anforderungen als kleinere Dörfer im Umland. Darüber hinaus steht in Sottrum die ehrenamtliche Verwaltungsarbeit nicht ganz so hoch im Kurs wie andernorts – im Zuge der sogenannten Bürogemeinschaft übernimmt die Samtgemeinde bereits viele Aufgaben, die in den übrigen Mitgliedsgemeinden zur Arbeit der ehrenamtlich geführten Gemeindebüros gehört.

Und das soll sich ändern. Hier mal mehr, dort mal weniger, doch insgesamt sollen die Verwaltungen der kleinen Gemeinden professionalisiert werden. Bötersen zum Beispiel habe laut Wendt Interesse, möglichst viele Aufgaben an die Samtgemeinde abzugeben. Doch muss auch sie wie alle anderen nicht nur darüber nachdenken, was sie möchte, sondern auch wie diese Veränderung vollzogen werden soll. Wendt als bei der Samtgemeinde für die Reform Zuständige wirkte am Montagabend fokussiert und machte deutlich, dass sie Ausflüchte, halbe Sachen und das Abdriften in Nebensächlichkeiten nicht allzu lange tolerieren werde. Sie braucht nun den Input der Mitgliedsgemeinden. Zwar ist sie dafür zuständig, die für den Prozess notwendigen Beschlussvorlagen zu erarbeiten, aber das könne sie nur, wenn sie weiß, was gewollt ist, so Wendt. Im Rathaus sei man unterdessen schon dabei, über interne Umstrukturierungen zu debattieren.

Mit dem Büro NSI Consult hatte sich die Samtgemeinde einst auf den Weg gemacht, den Reformprozess voranzubringen. Das Ziel ist nun, dass die Mitgliedsgemeinden politisch eigenständig bleiben, die Samtgemeinde bei den Verwaltungsaufgaben als Dienstleisterin auftritt, ohne eine Einheitsgemeinde zu werden. Das kann Vorteile für die Gemeinde Sottrum bedeuten. Sie stoße bei ihrer Entwicklung langsam an ihre Grenzen. Arbeitet man in einer Verwaltung enger zusammen, könne man mit den Nachbarn – zum Beispiel Reeßum oder Hassendorf – gemeinsame Gewerbegebiete ausweisen. Auch sie selbst könnte in Zukunft eine Dienstleisterin sein. Als einzige Gemeinde verfügt sie über einen Bauhof. Dieser könnte Arbeiten in anderen Kommunen übernehmen und sich dafür auch bezahlen lassen. Am Ende komme es darauf an, Synergien zu finden.

Nun liegt es auch an den Sottrumer Ratsleuten, klar zu formulieren, was sie erwarten. Die Reform kommt bei ihrer nächsten Sitzung erneut auf den Tisch. Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) appellierte an die Fraktionsvorsitzenden, vorab Fraktionssitzungen einzuberufen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Friederike Paar formulierte in der ersten Aussprache schonmal hohe Erwartungen. „Die Gemeinde könnte viel mehr bewirken, wenn im Rathaus mehr Ressourcen übrig wären.“ Ähnlich äußerte sich auch Lühr Klee (Grüne) Die Aufstockung des Personals ist ebenfalls Bestandteil der angedachten Reform. Als Sottrumer fühle man sich gegenüber der Verwaltung als fünftes Rad am Wagen, so Paar weiter. Hans-Jürgen Brandt (SPD) ist ungeduldig und hofft, bald erste Ergebnisse erkennen zu können. Andreas Zack (FDP) vermisst unterdessen noch eine konkrete Vision.

Es wird nicht einfach sein, alle Interessen in der Samtgemeinde unter einen Hut zu bekommen. Eine Art Flickenteppich der Zuständigkeiten wird es nicht geben, deutete die Erste Samtgemeinderätin Wendt an. Achim Figgen (CDU) befürchtete eine Art EU-Gefühl, bei dem immer Einstimmigkeit herrschen muss. Entwarnung gab es dabei ebenfalls von Wendt. Bürgermeister Krahn geht unterdessen davon aus, dass sich über kurz oder lang diese Einstimmigkeit einstellen werde. Das sei auch von den kommenden Wahlen abhängig. Aber: „Darauf muss die Samtgemeinde vorbereitet sein.“ Und dafür muss sie wissen, was die Mitgliedsgemeinden wollen.

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