„Mir war es immer wichtig, ein Sprachrohr zu sein“

Landfrau Ilse-Marie Schröder erhält Niedersächsischen Verdienstorden

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Ilse-Marie Schröder mit ihrer Ehren-Urkunde, die sie für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit bei den niedersächsischen Landfrauen erhalten hat.

Bittstedt - Von Antje Holsten-Körner. Das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens ist als hohe Würdigung von Verdiensten in der Landespolitik vorgesehen. Zu seinen Trägern gehört jetzt auch Ilse-Marie Schröder aus Bittstedt. Sie wurde für ihr Engagement bei den Landfrauen ausgezeichnet.

Und eben diese hatten Schröder beim Land vorgeschlagen. Schließlich prägt sie den Niedersächsischen Landfrauenverband (NLV) bereits mehr als drei Jahrzehnte. Die Liste ihrer Ehrenämter, die mit der Mitgliedschaft im Reeßumer Gemeinderat 1982 beginnt und mit der Vertretung des Bezirksverbandes Stade im Vorstand des NLV endet, ist lang. „Als ich vor 40 Jahren auf den Hof in Bittstedt eingeheiratet habe, trat ich den Landfrauen Rotenburg bei“, erinnert sich die heute 65-Jährige an die Anfänge zurück. Da sie einen Schwerpunkt ihrer Meisterprüfung 1977 auf das Thema Garten legte, kam sie wie gerufen, als die Landfrauen einen Arbeitskreis Garten ins Leben riefen.

Die Leitung des Arbeitskreises war ihre erste Führungsaufgabe und somit die Zugehörigkeit zum erweiterten Vorstand. „Mir war es immer wichtig, ein Sprachrohr für die Bäuerinnen zu sein“, betont die gebürtige Bülstedterin. Das spiegelt sich in der Liste der Ehrenämter bei den Landfrauen wider: 1989 übernahm Schröder – zusammen mit Annelore Holsten – den Vorsitz des Vereins, den die beiden zwölf Jahre gemeinsam ausübten. 1999 folgte die Berufung zur Vorsitzenden des Kreisverbandes Rotenburg, ebenfalls für zwölf Jahre. Zu den weiteren ehrenamtlichen Aufgaben zählten unter anderem die Mitgliedschaft im Kirchenkreistag, als Schöffin am Jugendstrafgericht Verden, die Mitgliedschaft in der Bewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ und im Vorstand der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung Niedersachsen-Bremen. Für all dieses Engagement bekam sie schon vor einigen Jahren eine verbandsinterne Auszeichnung verliehen: die Silberne Biene der Landfrauen.

Das Verdienstkreuz am Bande mit den Anstecknadeln.

Ein besonderes Augenmerk legte Schröder von Anfang an auf die Bildungsarbeit. Schon im Ortsverein schlug sie neue Wege in der Erwachsenenbildung ein. „Ich habe die Initiative ‚Wissen entspannt‘ initiiert“, sagt sie nicht ohne Stolz. Dabei werden Frauen für den Dialog mit dem Verbraucher fit gemacht. Auch die berufliche Ausbildung ist Schröder immens wichtig: Im Laufe der Jahre bildete sie 16 junge Menschen in der ländlichen Hauswirtschaft aus.

Doch irgendwann ist auch mal Schluss: Ihr Lebensalter von 65 Jahren sieht Schröder als guten Zeitpunkt für einen Rückzug von den Ehrenämtern. Dabei ist ihr nicht bange um die Zukunft der Landfrauen. „Es ist mir gelungen, junge Frauen für die Vorstandsarbeit zu motivieren“, freut sich die Bittstedterin. Ihre Auszeichnung sieht Ilse-Marie Schröder als Ehrung für alle Landfrauen: „Ich hatte immer gute Wegbegleiter. Alleine wäre das nicht möglich gewesen.“

Den Landfrauen bleibt sie in Zukunft dennoch treu. „Jetzt schaffe ich es öfters, zu den Versammlungen zu gehen“, sagt sie schmunzelnd. Außerdem ist sie in den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Tochter Maren eingebunden, die sie nicht nur bei der Schweinezucht unterstützt, sondern auch noch fast täglich für die Familie kocht. Stolz ist sie ebenfalls auf die anderen beiden Töchter, die jeweils ihren Weg gefunden haben.

Übrigens: Das Verdienstkreuz am Bande wird nicht in der Schublade liegen, sondern soll zu besonderen Anlässen getragen werden. „In der Empfehlung steht nicht nur, wie es getragen wird, sondern auch bei welchen Gelegenheiten, die bis zu Festen im Familienkreis reichen“, erzählt Ilse-Marie Schröder.

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