Weg mit der Hemmschwelle

Mike Lünsmann aus Bötersen kandidiert für den Kreistag

Mike Lünsmann in Sottrum
+
Mike Lünsmann will für die SPD in den Kreistag einziehen.

Der Bötersener Mike Lünsmann kandidiert bei der Kommunalwahl im September - und das nicht nur für den Bötersener Gemeinderat und den Sottrumer Samtgemeinderat, sondern auch für den Kreistag. Er gehört dabei mit seinen 25 Jahren zu den jüngsten Kandidaten.

Sottrum – Sie bestimmt das Bild in den Kommunalparlamenten: die Generation 50plus. Mike Lünsmann will das ändern, denn der 25-Jährige und Neu-Bötersener steht für die Wahl am 12. September auf der SPD-Kandidatenliste Rotenburg-Sottrum für den Kreistag. Das bereits zum zweiten Mal, aber anstatt auf Listenplatz 16, wie vor vier Jahren, ist es dieses Mal Listenplatz vier, von dem aus er ins Rennen geht.

„Normalerweise sind es die ersten beiden unserer Liste, die den Sprung in den Kreistag schaffen, von daher wird es schwierig – aber absolut nicht hoffnungslos“, ist Sozialdemokrat Lünsmann, der bis zu seinem Umzug nach Bötersen vor Kurzem dem Sottrumer Gemeinderat angehörte, überzeugt. Deutlich bessere Chancen rechnet er sich auf Samtgemeindeebene aus, denn auch da kandidiert er – für den Sottrumer Samtgemeinderat auf Platz fünf, als auch für den Gemeinderat Bötersen (Platz elf).

„Feierabendpolitik“ als vertrautes Pflaster

War die erste Kreistagskandidatur eher Zufall gewesen, geht Lünsmann die aktuelle schon mit weitaus mehr Erfahrung an: „Ohne die vergangenen Jahre im Sottrumer Gemeinderat würde ich mir das allerdings nicht zutrauen.“ Denn die „Feierabendpolitik“ ist mittlerweile vertrautes Pflaster für ihn, „aber es hat gut zwei Jahre gedauert, bis ich alle weiteren Ratsmitglieder kannte und mir die Abläufe vertraut waren.“ Jetzt noch mal das Thema Kreistag anzugehen, war für den Bötersener, der als Vermögensberater bei der Volksbank in Sottrum arbeitet, ein konsequenter Schritt: „Ich will einfach auch jenseits unserer Gemeindegrenzen was bewegen.“

Über die Arbeit dort tauscht er sich mit Kreistagsvertretern seiner Partei immer mal wieder aus, vor allem mit Wolfgang Harling und Nils Bassen. „Vor allem geht es dabei um Themen, die besonders junge Leute betreffen.“ Zwei davon sind ihm ein besonderes Anliegen: „Wir brauchen hier auf dem Land deutlich mehr für junge Leute – Auszubildende und Singles – bezahlbaren Wohnraum, zur Miete und als Eigentum. Sowie günstiges Bauland“, macht Lünsmann deutlich. Zum anderen will er den öffentlichen Personennahverkehr in den Blick nehmen – nicht nur bezüglich der Bahnanbindung für Bötersen, sondern generell Richtung weniger Individualverkehr. „In beiden Bereichen ist mir der soziale Aspekt wichtig, ebenso wie beim Thema Bauen und Wohnen ein gewisser Klimastandard.“

Der Schritt in die Politik ist nicht schwierig, es gibt Unterstützung von allen Seiten.

Mike Lünsmann

Jüngere Menschen mit diesen Themen mit ins Boot holen und in die kommunalpolitische Arbeit miteinbinden: Das kommt seiner Meinung nach auf Kreisebene bislang noch zu kurz. „Der Kreistag muss jünger werden. Es geht zwar schon in die richtige Richtung, ist aber noch nicht genug“, findet er. „Aber da sehe ich auch mich in der Verantwortung, dass sich das ändert und alte Strukturen weiter aufweichen.“ Die Sitzungen und die damit verbundene Arbeit in der Vor- und Nachbereitung sind mittlerweile etwas, das Lünsmann gerne in Kauf nimmt: „Ich finde, der Zeitaufwand ist absolut leistbar. Und mir macht es Spaß.“ Interesse an Politik und seinem Heimatort seien aber schon unbedingt nötig, so der 25-Jährige. „Wen der Zeitaufwand abschreckt und wer sich nicht für Politik begeistern kann, sollte es besser lassen.“ Er rät allen, die sich für ein politisches Amt interessieren, die Hemmschwelle zu überwinden: „Der Schritt in die Politik ist nicht schwierig, es gibt Unterstützung von allen Seiten. Einfach immer nur über Dinge meckern, ist einfach, aber öffentlich die eigene Meinung vertreten, etwas anderes.“ Der sportbegeisterte Werder-Bremen-Fan, der neben seiner Arbeit und dem Engagement als Lokalpolitiker derzeit noch Wirtschaftspsychologie studiert, will Mut machen, es ausprobieren: „Und wenn es nicht passt – man verpflichtet sich ja nicht sein Leben lang.“

Alltägliche Themen mitgestalten

Für ihn ist es die Möglichkeit, alltägliche Themen im unmittelbaren Umfeld mitzugestalten. „Da ist in den vergangenen Jahren in Sottrum sehr viel passiert. Ein gutes Beispiel ist da unser Sporthaus in Sottrum: Dieses Projekt zeigt, was sich alles bewegen lässt. Und am Ende belohnt der Anblick des Gebäudes für das, was man im Vorfeld im Gemeinderat an Arbeit reingesteckt hat.“

Lünsmann startet nun in den Wahlkampf, seit Kurzem stehen auch die Listenplätze für den Gemeinderat und den Samtgemeinderat fest – mit Wahlständen, Plakaten und Hausbesuchen. Zudem freut ihn, dass nun auch für SPD und Grüne die Suche nach einem Kandidaten ein Ende hat und der Jurist Nicolas Fricke für die beiden Parteien ins Rennen geht. „Es war wichtig, dass wir noch jemanden für die Kandidatur finden, nun müssen wir das Beste daraus machen“, betont Lünsmann. „Jetzt geht die Arbeit so richtig los.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil
Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft
Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg
Rot-Weiß Scheeßel blickt mit Ausstellung auf „100 + 1 Jahre Fußball“ zurück

Rot-Weiß Scheeßel blickt mit Ausstellung auf „100 + 1 Jahre Fußball“ zurück

Rot-Weiß Scheeßel blickt mit Ausstellung auf „100 + 1 Jahre Fußball“ zurück

Kommentare