Mechanisch ist besser

Heinrich Romundt informiert über Entwicklungen beim Pflanzenschutz

Sottrum – Das Thema des alternativen Pflanzenschutzes beschäftigt die Landwirte immer mehr. „Viele Wirkstoffe brechen weg“, erklärt Heinrich Romundt. Der Taakener ist Pflanzenschutzberater bei der Landwirtschaftkammer in Bremervörde und hat diesem Thema zuletzt einen Vortrag bei den interessierten Landwirten in Sottrum gewidmet.

Die EU-Zulassungen der Wirkstoffe laufen aus und werden nicht erneuert. Außerdem gebe es immer mehr Probleme mit Resistenzen von Pflanzen und Pilzen, auch dadurch, weil ihnen weniger Wirkstoffe zur Verfügung stehen.

Zurück zu den Ursprüngen kehren, könnte eine Antwort auf die Frage nach dem nötigen Pflanzenschutz sein. „Die Grundlage ist der integrierte Pflanzenbau“, erklärt Romundt. Das sei wichtig, damit der Boden fruchtbar bleibt. Das sei teilweise lange vernachlässigt worden, weil chemische Stoffe es ausgleichen konnten.

Die mechanische Unkrautbekämpfung gewinne ebenfalls mehr und mehr an Bedeutung, sagt der Pflanzenschutzberater. Früher war dies für die Menschen die einzige Möglichkeit, bis die chemische Bekämpfung effektiver wurde. „Heute sind die Maschinen aber besser“, meint der Taakener. Trotzdem sei es derzeit schwer, komplett mechanisch zu arbeiten. Gute Erfahrungen habe man aber damit gemacht, den Pflanzenschutz teils mechanisch und teils chemisch durchzuführen. 

„In Zukunft könnte die mechanische Bekämpfung noch viel mehr an Bedeutung gewinnen“, gibt Romundt einen Ausblick. Mit der zunehmenden Digitalisierung auch in der Landwirtschaft könnte es dann auch möglich sein, dass entsprechende Geräte genau programmiert werden. „Man sieht ja, was es jetzt schon gibt“, sagt der Taakener und nennt Staubsaugerroboter als Beispiel.

Der mechanische Pflanzenschutz werde häufig bereits kombiniert mit weiteren Optionen angewandt. Dazu gehört der Einsatz von Grasuntersaaten. Dabei werden bereits im Herbst bestimmte Gräser eingepflanzt und sorgen für eine Begrünung über den Winter. Dadurch, erklärt Romundt, wird die Bodenstruktur verbessert und Stickstoff wird zurückgehalten, was sich positiv auf den Gewässerschutz auswirkt. 

Der mechanische Pflanzenschutz kommt dabei zum Tragen, weil die Gräser im Wachstum gebremst werden müssen, um die eigentliche Saat im Wachstum zu behindern. Daneben eignet sich auch der Anbau von sogenannten Feindpflanzen, um ungewünschte Pflanzen fernzuhalten. Auch dabei ist es nötig, das Wachstum zum richtigen Zeitpunkt zu bremsen, damit die Feindpflanze nicht überhandnimmt. „Man sieht, dass vieles ineinandergreift“, fasst Romundt die Optionen zusammen.

Während der integrierte Pflanzenanbau und die mechanische Bekämpfung gegen ungewünschte Pflanzen helfen, gibt es auch Alternativen, wenn es um Schädlingsbefall geht. Hier mache man gute Erfahrungen mit Nützlingen, die Gegenspieler für Schädlinge wie Blattläusen sind, erklärt Romundt.

Rubriklistenbild: © dpa

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