Spendenaktion läuft an

Marienkirche soll besser klingen

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Anja Aldag-Vajen (v.l.), Claus Kock, Rainer Girod, Marita Meixner, Heike Bolz, Rita Bartels und Joachim Kruth werben um Spenden für die Aktion „Klang-Voll“.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Die Marienkirche zu Ahausen soll zum Hör- und Klangerlebnis werden. Zu diesem Entschluss kam der Kirchenvorstand, der dafür allerdings Geld braucht. Daher hat er jetzt die Spendenaktion „Klang-Voll“ startet. Über die derzeit bestehende Akustik scheiden sich die Geister.

Angefangen hatte alles im Oktober 2016: Joachim Kruth aus Hellwege wollte seiner Lilo nach 50 Jahren noch einmal das Ja-Wort vor dem Altar in der Marienkirche geben. Was Kruth nachhaltig störte: Er empfand die Akustik als mangelhaft, fing an, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und trat mit seinem Vorschlag an den Kirchenvorstand heran. So wurde Joachim Kruth ehrenamtlicher Projektleiter „Tonanlage für die Marienkirche“.

„Die alte Lautsprecheranlage ist seit Jahren kaputt. Wir sind seit Januar dabei, eine moderne, zeitgemäße Kirchenbeschallung zu planen, die fest installiert ist. Sie soll nicht nur Sprache gut übertragen, sondern auch Musik und Gesang, Chöre, Aufführungen, Solokünstler“, sagen Kruth und Ahausens Pastorin Marita Meixner. 

Eine Tonübertragung in hoher Qualität über die Lautsprecher werde angestrebt, der auch den Wunsch der Pastorin, „in allen Räumen mit gleicher Qualität zu hören ist“, erfüllen will. Für Meixner außerdem wichtig: „Ich halte viele Predigten frei. So können Gottesdienste aufgenommen und ich kann sie zu denen mitnehmen, die nicht mehr in die Kirche kommen können.“

Über WLAN steuerbar

Die digitale Anlage soll mit einem oder mehreren Tablets über W-Lan gesteuert werden. „Vier bis sechs Boxen werden unten installiert, vier auf der Empore. An die Orgel kommt zusätzlich eine kleine Monitorbox, damit der Organist das gleiche Tonerlebnis hat. Außerdem wird oben neben der Orgel ein Mikrofon installiert. Ein sogenannter Subwoofer, eine Bass-Box, kommt in den Altarraum, der bei besonderen Musikdarbietungen für die tiefen Frequenzen da ist. Die Basisanlage wird möglichst unsichtbar verkabelt und die Pastorin bekommt ein Headset“, gerät Kruth ins Schwärmen.

Außerdem wird laut Meixner auch ein mobiler Lautsprecher für die „Kirche unterwegs“ angeschafft. Damit werden die Gottesdienste klangvoller und mobiler, ob auf dem Mühlenhof in Hellwege oder im Ahauser Perlengarten. „Über ein örtliches Systemhaus ist optimale technische Betreuung und Wartung der künftigen Anlage sichergestellt“, lässt Kruth wissen. Allerdings muss zuvor noch mit dem Amt für Bau und Kunstpflege in Verden über den Einbau der Anlage gesprochen werden.

Akustik ist eine Standortfrage

Doch ist es tatsächlich schlecht um die Akustik in der Marienkirche bestellt? Jemand, dem ebenfalls regelmäßig die Akustik in der Marienkirche begegnet, ist Hans-Wilhelm Kaufmann, der erst vor Kurzem mit der Gitarrenwoche in der Kirche gastierte. „Die Akustik der Kirche hat mir schon immer sehr zugesagt. Vom Publikum aus betrachtet, kommen Sprache und Ton sehr klar und durchsichtig an. Auch die leisen Töne der Gitarre sind sehr gut zu hören, wenn ich mich recht erinnere, sogar in der letzten Reihe“, sagt Kaufmann.

Allerdings differenziert auch er zwischen Publikum und denjenigen, der gerade Musik macht oder vorträgt. „Spielt man aber auf der Bühne, also vom Künstler aus betrachtet, ist die Akustik ziemlich trocken – vor allem mit Publikum.“ Man habe als Musiker das Gefühl, nicht durchzudringen. Oft habe er seine Gastkünstler ermutigt, auch leise Töne zu spielen, sie sollten nicht forcieren.

„Wir haben während des vergangenen Jahres bereits eine beachtliche Summe gesammelt, nun fehlt uns aber noch der berühmte Rest“, so Friederike Schloh vom Kirchenvorstand. Etwa 11 000 Euro wird die neue Kirchenbeschallung kosten, etwa 2 000 Euro stehen derzeit zur Verfügung. Größter Wunsch der Kirchengemeinde: Das bis zum Adventssingen in diesem Jahr die Anlage installiert ist. „Spätestens doch bis Weihnachten“, sagt Meixner.

Spendenkonto: Kirchenkreis Rotenburg, Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, BLZ 241 512 35, Kto.-Nr. 25 158 585.

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