Margot Pauli verabschiedet sich aus Horstedt / Lehrerin geht in den Ruhestand

„Ich komme bestimmt mal wieder, keine Frage“

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Da muss sich Margot Pauli ihr Abschiedsgeschenk erst einmal verdienen und es aus den Aussagen der Klassensprecher, die Lehrerin Annette Römer interviewt, erraten.

Horstedt - Von Antje Holsten-Körner. Nach 47 Jahren im Schuldienst heißt es für die Pädagogin Margot Pauli jetzt, Abschied zu nehmen. Sie geht in den Ruhestand. Wie viele Freunde sie sich durch ihre ruhige und herzliche – aber auch wegweisende – Art bei Kindern, Eltern und dem Kollegium in dieser Zeit gemacht hat, zeigte sich bei der Feierstunde, die es für sie in der Aula der Grundschule Horstedt am Donnerstag gab.

„Ich hätte mir für meine Tochter keine bessere Lehrerin wünschen können“, meinte Ulrich Thiart, viele Jahre Elternvertreter an der Schule und heute mit Sitz im Schulausschuss des Kreistages. Auch Gina Sojka, langjährige Elternratsvorsitzende, sparte nicht mit Lob: „Margot Pauli hat unsere Kinder alle mit viel Einfühlungsvermögen durch die ersten Jahre geführt und ihnen die Freude am Lernen vermittelt“. Und weiter: „Es gibt viele 1000 Kleinigkeiten, an denen man erkennen kann, wie sehr sie unsere Kinder liebt.“

Nur kurz ergriff Horstedts Bürgermeister Michael Schröck an diesem „schmerzlich-schönen Tag“ das Wort, um die Bühne wieder den Kindern zu überlassen. Trotz der vielen netten Worte, war der Neu-Pensionärin sicherlich die von den Grundschülern einstudierten Einlagen besonders wichtig. Durchs Programm führte ihre Kollegin Annette Römer, die zusammen mit Hausmeister Günter Tütken auch den musikalischen Part übernahm. Zum Abschluss erhielt Margot Pauli ein Magnet-Memory geschenkt, an dem alle 114 Kinder der Grundschule Horstedt beteiligt waren. „Bei der Entstehung wurden die Prinzipien von Margot Pauli – nie schwierige Dinge am Telefon zu besprechen, immer im Gespräch bleiben, keinen Schnellschuss machen und immer beide Seiten anhören – umgesetzt“, erklärte Annette Römer.

Sehr wichtig war Pauli aber auch die gute Zusammenarbeit mit den anderen Lehrern. „Dem lebendigen Kollegium habe ich es zu verdanken, dass mir Schule immer viel Spaß gemacht hat“, betonte sie. Das Kollegium, führte sie weiter aus, habe immer zusammen gehalten und sich untereinander immer eine große Wertschätzung entgegengebracht. Ihr Dank galt ebenfalls den Eltern und Kindern, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt haben.

Auch einige ehemalige Schüler von Pauli nahmen an der Feier der Horstedter Grundschule teil. Mit Inga Thiart (Grundschule von 1998 bis 2002), Michelle und Janina Hübner, Pascal Michaelis und Luca Lünsmann (2002 bis 2006) sowie Zoe Rosenbrock und Ian Kelly (2006 bis 2010) waren gleich drei Schülergenerationen vertreten, die die beliebte Pädagogin als Klassenlehrerin hatten. Auch den Samtgemeindebürgermeister kennt Pauli gut. „Ursprünglich wollte Markus Luckhaus auch bei der Feier dabei sein, den ich in meiner Anfangszeit in Bötersen unterrichtet habe, doch bei ihm soll ein wichtiger Termin dazwischengekommen sein“, sagte Margot Pauli.

Nach dem Studium in Hannover hatte es die gebürtige Seesenerin in den Sottrumer Raum gezogen. „Auf dem flachen Land wurden damals Junglehrer gesucht“, erzählte sie. Für sieben Jahre blieb sie an der Grundschule Bötersen, bevor ihre drei Kinder geboren wurden. Anschließend stieg die Pädagogin wieder in den Beruf ein. Erst für wenige Wochenstunden an der Grundschule Ahausen, bevor sie 1991 – zuerst als Leiterin des Schulkindergartens – nach Horstedt wechselte. Auch wenn sie die Kollegen, Eltern und Schüler sicherlich vermissen wird, freut sich Margot Pauli auf die ihr ab jetzt zur Verfügung stehende Zeit. Davon wird die Familie, zu der inzwischen sieben Enkelkinder im Alter zwischen 15 Monaten und 16 Jahren gehören, genauso profitieren wie ihre Freunde. Auch die Fahrten mit dem Wohnmobil, mit dem sie mit Freunden gerne unterwegs ist, werden bestimmt nicht weniger. Nach Finnland, Schottland und Schweden folgt jetzt Norwegen. „Außerdem möchte ich etwas mehr für meine Gesundheit tun und Sport treiben“, verriet Margot Pauli. Trotzdem wird sie sicherlich nicht ihr Versprechen vergessen, dass sie den Grundschülern beim Abschied gegeben hat: „Heute ist nicht aller Tage, ich komme bestimmt mal wieder, keine Frage“, sang sie als Schluss zum Lied von Paulchen Panther.

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