Manolo Oliva verbessert die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter auf dem Heidehof

Vertrauen zwischen Mensch und Tier

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Der Spanier Manolo Oliva geht mit Geduld und Feingefühl an die Arbeit mit den Tieren heran.

Eversen - Von Bettina Diercks. Erneut hochkarätigen Besuch hat der Heidehof Wolfsgrund in Eversen begrüßt. Für einen dreitägigen Lehrgang war der Spanier Manolo Oliva angereist. Er ist gerade auf Tour durch Deutschland, Österreich und der Schweiz, um die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter zu schulen.

Manolo Oliva geht es um Geduld, Feingefühl und Verstehen, damit größtmögliches Vertrauen zwischen Tier und Mensch herrscht. Das wird selbst für den deutlich, der nur als Zuschauer bei seinen Stunden anwesend ist. Mit einer beeindruckenden Ruhe, viel Gespür und einem geschulten Auge holt er die Reiter dort ab, wo sie mit ihrem Können stehen.

Willkommen sind beim Lehrgang auf dem Heidehof Pferde und Reiter jedes Ausbildungsstandes. Und alle Rassen. So tauchen nach und nach Warmblüter wie Hannoveraner genauso auf wie umgangssprachliche „Andalusier“, Araber, Reitponys und ein Quarter Horse, das seiner Rasse folgend im Westernstil geritten wird.

Beeindruckend ist, wie sich in dem meist halbstündigen Einzeltraining Pferd und Reiter entwickeln, das Zusammenspiel wächst. Der Unterricht erfolgt auf englisch – oder spanisch – in ganz leisem Tonfall. Oliva ist mit dem jeweiligen Schüler über Funk verbunden. Doch nicht nur seine Worte sind entscheidend, mit dem ganzen Körper kommuniziert und verdeutlicht er seine Anweisungen, tanzt mitunter selbst durch die Reithalle. Als es einmal ein Missverständnis im Trio Reiter-Lehrer-Pferd gibt, steigt er selbst einmal in den Sattel. „Dann habe ich es verstanden“, sagt die Teilnehmerin.

Der 50-jährige Oliva wurde in Jerez de la Frontera geboren, dem Sitz der „spanischen Hofreitschule“, der „Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre“, wo er als Schüler die Kunst der Hohen Schule gelernt hat. Bereits seit seinem dritten Lebensjahr sitzt Oliva auf dem Pferd, und ihm wurde zuerst von der Pike auf die „Doma Vaquera“ beigebracht, die Arbeit mit den Rindern vom Ross aus. Ein spanischer Cowboy quasi. Mit 21 ist Oliva Direktor, Lehrer und Reiter der „Escuela de Equitación de la Real Maestranza de Caballería“ in Ronda geworden und später festes Mitglied bei „Apassionata“.

Genauso ein Prachtexemplar trabt gerade vor den Augen des Meisters durch die Halle: „Ali“ könnte glatt einem Märchen aus „Tausend und einer Nacht“ entsprungen sein. Der beeindruckende Schimmelhengst der Rasse Pura Raza Española gehörte mit seiner Reiterin Nadine Kneisch aus Tostedt zu den zwölf Teilnehmern. Aus einem Umkreis von etwa 150 Kilometern sind Reiter angereist, um sich von Oliva schulen zu lassen.

Faszinierend zu beobachten, wie die Konzentration der Pferde während des Unterrichts wächst. Mit Blick auf „Ali“ ist das besonders beeindruckend. Der mittlerweile 16-jährige Schimmel ist erst seit anderthalben Jahren unter dem Sattel. „Er ist als vierjähriger mal eingeritten worden und stand danach nur noch auf der Weide“, erzählt Besitzerin Nadine Kneisch, der in Tostedt das Islandpferdegestüt Königsmoor gehört. „Ali“ wirkt jetzt wie kurz vor „Pi und Pa“, Pirouette und Passage, zwei Lektionen der Hohen Schule.

Weshalb Volker Paetzold, Besitzer und Betreiber vom Heidehof Wolfsgrund in Eversen, sich für einen Lehrgang mit Oliva entschieden hat? „Für uns gehören Verantwortung, Geduld, Respekt, Vertrauen und Freude zum täglichen Umgang mit Pferden. Diese Werte prägen Manolos Arbeit. Seine Liebe zu Pferden ist spürbar.“

Kurz hintereinander hat Paetzold mit Kenzie Dysli und Manolo Oliva nicht nur bedeutende „Pferdeflüsterer“ nach Eversen geholt. Weitere werden folgen, darunter Uta Gräf, Landestrainerin der Dressurreiterinnen mit Handicap und selbst hoch erfolgreich in schweren Dressurklassen sowie Fachautorin. Da fehlt bald nur noch das „Goldene Buch“ auf dem Heidehof Wolfsgrund.

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