Serie „Junge Politiker“

Mike Lünsmann: Der Mann im Hintergrund

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Mike Lünsmann ist seit fast zwei Jahren im Sottrumer Gemeinderat aktiv.

Stuckenborstel - Von Matthias Röhrs. Seit fast zwei Jahren sitzt Mike Lünsmann im Sottrumer Gemeinderat. Es ist die erste Wahlperiode des Stuckenborsteler SPD-Manns. Wen wundert’s, schließlich ist er mit 22 Jahren einer der Jüngsten in der Lokalpolitik.

Mit seiner Kandidatur bei der Kommunalwahl im September 2016 wollte er ein Zeichen gegen die Politikverdrossenheit gerade unter den jungen Menschen setzen. Und die bemängelt er auch heute noch.

Die Politikverdrossenheit ist groß, so Lünsmann. Woran das liegt, kann er nicht sagen. Dabei sei es doch super, informiert zu sein und mitentscheiden zu dürfen, sagt er. Einen Verdacht hat er aber schon. Die große Koalition in Berlin könnte ein Grund sein, die habe einen schlechten Ruf – gerade nach der vergangenen Bundestagswahl. Wenn man der Einschätzung des Stuckenborstelers folgt, ist sie ein Fehler gewesen.

Als SPD-Spitze vor einigen Monaten ihre die Mitglieder befragte, ob die Sozialdemokraten erneut eine Allianz mit CDU und CSU eingehen sollte, hat er mit „Nein“ gestimmt. „Im Interesse der Partei“, sagt er. Die Mehrheit seiner Genossen sah das aber anders. Lünsmann akzeptiert das.

Auch unter Parteifreunden dürfe man mal verschiedener Meinung sein. Öffentlich, in den Sitzungen des Sottrumer Gemeinderates und der Ausschüsse für Finanzen oder Kinder, Jugend, Sport, Soziales und Kultur, gehört er aber zu den eher stilleren Lokalpolitikern und überlässt das Wort lieber den Platzhirschen. Hans-Jürgen Brandt und Gerd Helms sind das zum Beispiel bei der SPD, die die in den Fraktionssitzungen beschlossenen Positionen der Partei vertreten. Ratsübergreifend gibt es davon mehrere dieses Schlages. Sie diskutieren viel.

Auch mal zu viel, so Lünsmann, der eine Ausbildung bei der Volksbank Wümme-Wieste macht. „Manchmal denke ich, was die Debatte soll, wenn alle wissen, dass der Antrag eh durchgeht.“

Privat spielt Lünsmann Fußball beim TV Hassendorf. Neben dem Platz gehört sein Herz dem SV Werder Bremen. Dort ist er Vereinsmitglied und versucht, bei jedem Heimspiel im Weserstadion dabei zu sein. Er war schon immer sozialdemokratisch veranlagt, sagt er zu seinen Anfängen in der Politik. Auch mit den Grünen habe er mal geliebäugelt, mit der Piratenpartei auch. Auch bei den Jusos ist er aktiv, ist stellvertretender Vorsitzende des Unterbezirks Rotenburg. Bei der Arbeit will er sich ebenfalls für seine Kollegen einsetzen und sich bald als Vertreter der Auszubildenden zum Beisitzer im Betriebsrat wählen lassen.

Er gestaltet eher aus der zweiten Reihe. „Bei den Fraktionssitzungen halte ich mich nicht zurück“, sagt der 22-Jährige. Oft genug würde sich seine Position durchsetzen, manchmal aber auch nicht. Lünsmann akzeptiert das. So funktioniert Demokratie. Und: „Parteipolitik ist lokal nicht so relevant. Alle haben das Wohl Sottrums im Hinterkopf.“ Deshalb finde sich auch immer ein Kompromiss.

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