„Man bekommt viel zurück“

Lyon Dorgelo resümiert sein Jahr als Koordinator der Flüchtlingsbetreuung

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Lyon Dorgelo aus Reeßum hat während seines Bundesfreiwilligendienstes als Koordinator der Flüchtlingsbetreuung in der Gemeinde Kirchlinteln gearbeitet. Ende des Monats muss er seinen Schreibtisch räumen. 

Reeßum/Kirchlinteln - Von Henning Leeske. Das Jahr ist fast rum. Am 1. September 2016 hatte der Reeßumer Lyon Dorgelo im Rathaus Kirchlinteln seinen Bundesfreiwilligendienst – als sogenannter Bufdi – angetreten. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis er sein erstes Jahr in der Berufswelt geleistet hat. Grund genug, ihn über seine Erfahrungen als Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes zu befragen.

Als Koordinator der Flüchtlingsbetreuung in der Gemeinde Kirchlinteln fand er genau die Tätigkeit, nach der gesucht hatte. Deswegen nahm er auch die weite Anfahrt von Reeßum in die ländliche Gemeinde im Landkreis Verden in Kauf, zumal die Fahrtkosten für den freiwilligen Dienst erstattet wurden.

„Am Anfang konnte ich erst einmal die Abläufe in der Gemeindeverwaltung kennenlernen“, sagt Dorgelo. Im Februar wurde es dann ernst für den Koordinator der Flüchtlingsbetreuung, als in einem ehemaligen Hotel im Ortsteil Schafwinkel 13 Asylbewerber aus der Elfenbeinküste ihr Quartier bezogen.

Sofort waren die gerade erworbenen Kenntnisse in der öffentlichen Verwaltung gefragt und Dorgelo musste für die Geflüchteten umfangreiche Hilfestellung beim Ausfüllen allerhand Formulare und Anträge leisten. „Eine große Unterstützung waren die vielen ehrenamtlichen Helfer in den Ortschaften“, so Dorgelo. Denn bei der Verständigung mit den Ivorern halfen besonders die Französisch-Kenntnisse einiger Helfer weiter. So war die Koordination der mehr als 30 Helfer ein Schwerpunkt der Arbeit und deswegen der wöchentliche Besuch der Flüchtlingsunterkünfte eine wichtige Routine. „Meistens war ich in der Gemeinde unterwegs und hatte keinen langweiligen Bürojob.“

Freiwilligendienst erfüllt Erwartungen

Überhaupt sei die Arbeit vielfältig gewesen und Dorgelo könne sie auf jeden Fall als interessante Erfahrung weiterempfehlen. „Man bekommt auch viel zurück bei der Arbeit mit Menschen“, beschreibt er seinen Arbeitsalltag. Weiter gab es für ihn Seminare mit Flüchtlingsbezug zur Weiterbildung, wodurch er viele rechtliche Bedingungen der Flüchtlingsbetreuung vermittelt bekam.

Der Bundesfreiwilligendienst habe im Wesentlichen seine Erwartungen erfüllt. Er habe einen intensiven Einblick in die Flüchtlingsbetreuung gewinnen und dabei selbst Erfahrungen in der öffentlichen Verwaltung sammeln wollen. Außerdem sollte natürlich das große Ziel verwirklicht werden, für die Gesellschaft etwas zu leisten. Daher rät Dorgelo jedem Schulabgänger, der noch nicht genau weiß, was er beruflich machen will, zum Bundesfreiwilligendienst.

Durch diesen gäbe es zum Beispiel auch Vorteile bei der Studienplatzvergabe. So will Dorgelo ab dem Wintersemester sein Lehramtsstudium für die Fächer Mathematik und Geschichte beginnen. Seine interkulturelle Kompetenz für einen späteren Schuldienst hat er durch die Zusammenarbeit mit Menschen so viel unterschiedlicher Herkunft sicherlich schon erlangt.

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