Maike Grotheer arbeitet als Schulsozialarbeiterin mit den Sottrumer Kindern

Die Mittlerin

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Bei dem Sozialtraining haben die Schüler die Möglichkeit, farbige Karten zu nutzen, um Schulsozialarbeiterin Maike Grotheer ihre Gefühle zu beschreiben.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Rot, Gelb oder Grün – mit Karten in dieser Farbe haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Stimmung zu zeigen. Wofür das gut ist? Das weiß Schulsozialarbeiterin Maike Grotheer, die seit Oktober vergangenen Jahres in den Sottrumer Grundschulen aktiv ist.

Dabei handelt es sich um das sogenannte Sozialtraining. „Jede Stunde fängt dabei damit an, dass die Schüler mithilfe der Karten zeigen, wie es ihnen geht“, erklärt Maike Grotheer. Doch sind die Schüler dabei tatsächlich ehrlich? „Die Kinder sagen, was sie bedrückt. Wenn nicht beim ersten, dann beim zweiten Mal“, weiß die 25-Jährige von ihren Erfahrungen zu berichten.

Doch die Schüler müssen nicht vor der ganzen Klasse über ihre Probleme sprechen. „Es gibt auch immer die Möglichkeit für Einzelgespräche“, so die Schulsozialarbeiterin. In einer guten Klassengemeinschaft würden die Jungen und Mädchen ihre Mitschüler aber selbst fragen, was mit ihnen los ist. „Da übernehmen die Kinder quasi ein Stück weit meinen Job“, sagt Grotheer und lacht.

Um diesen Job wahrnehmen zu können, hat die 25-Jährige in Emden Soziale Arbeit studiert. Seit September 2014 ist sie bei der Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe („SoFa“) angestellt. Neben zwölf Stunden in den Sottrumer Grundschulen – Am Eichkamp und Morgenstern – ist Grotheer für zehn Stunden in der Grundschule Rhade und für acht Stunden im Jugendtreff Sottrum tätig. Bei Letzterem hat sie die Mädchenarbeit und die Ferienstrolche übernommen. „Seit ich auch die Schulsozialarbeit mache, merkt man, dass auch immer mehr Eltern das Angebot der Ferienstrolche annehmen“, so Grotheer.

Bei der Mädchenarbeit kann sie ihren Kollegen Streetworker Julian Tewes unterstützen. „Mir erzählen die Mädchen dann Dinge, die sie Julian vermutlich so nicht erzählen würden.“ Besonders das Thema Jungs sorgt neben Ausgrenzungen und schulischen Problemen für Gesprächsstoff bei den Mädchen, die ab zwölf Jahren in dem Jugendtreff vorbeischauen können.

Bei den vielen Geschichten, die Grotheer jeden Tag hört, besteht die Gefahr, diese mit nach Hause zu nehmen. „Das passiert aber in der Regel nicht. Das Team von ‚SoFa‘ hilft einem, auch wenn man mit einem Problem mal nicht weiterkommt – alles unter Wahrung der Schweigepflicht.“ Ihre Arbeit in der Grundschule umfasst diese Schweigepflicht ebenfalls. „Die Eltern müssen also keine Angst haben, sich zu melden. Es ist keine Schwäche, sich Hilfe zu suchen.“ Sie sei eine gute Mittlerin zwischen der Schule, den Eltern und den Bedürfnissen der Kinder. Der Kontakt müsse auch nicht über die Schule laufen. Die 25-Jährige ist auch über ihr Diensthandy erreichbar.

Neben dem Sozialtraining – dass sich erst ab Klasse zwei anbietet – hat Grotheer im dritten Jahrgang einen Klassenrat eingeführt. Dort haben die Schüler die Möglichkeit, Probleme anzusprechen und zu lernen, diese zu lösen. Zu Beginn hat Grotheer selbst den Rat geleitet. In der vierten Klasse übernimmt nun immer ein anderes Kind die Leitung. „Viele glauben, in der Grundschule braucht man die Schulsozialarbeit nicht, doch man kann nicht früh genug damit anfangen.“ So seien die Kinder auch auf die Maßnahmen in den weiterführenden Schulen vorbereitet.

„Ich bin für die Kinder da und beobachte nicht die Lehrer bei ihrer Arbeit“, macht die 25-Jährige deutlich. Dass der Rektor an beiden Grundschulen der selbe ist, mache die Arbeit leichter. Doch zur perfekten Arbeitsstelle fehlt noch eine Kleinigkeit: „Ein eigener Raum wäre schon schön“, sagt Grotheer und lacht.

Der Jugendtreff in Sottrum hat dienstags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Maike Grotheer ist mittwochs und donnerstags dort. Für die Eltern der Sottrumer Grundschüler ist sie unter der Nummer 0176/38752259, oder per E-Mail unter maike.grotheer@sofa-ev.de zu erreichen.

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