Hellweger Hausmusik feiert fünfjähriges Bestehen / Konzert am Sonntag im Heimat- und Kulturhaus

Die Macher erinnern sich

Wolfgang Harling (v.l.), Annette und Michael Bildhauer sowie Edwin Bohlmann (hinten) sind vier der sechs Macher der Hellweger Hausmusik. - Foto: Diercks

Hellwege - Zum fünften Mal gibt es in diesem Jahr die Hellweger Hausmusik im Heimat- und Kulturhaus (HuK) am Sonntag. Die Macher dieses ganz besonderen Konzertnachmittags erinnern sich noch gut an die Entstehung.

Grundsätzlich auf die Idee ist Bürgermeister Wolfgang Harling gekommen, der sich selbst für völlig unmusikalisch hält und lieber beim Tischtennis bleibt. „Wir müssten mal was gründen, habe ich damals gesagt, weil wir gute Leute haben – gerade im musikalischen Bereich. Einen Verein haben wir nicht gewollt. So ist die freiwillige Zusammenarbeit unter Bürgern entstanden. Wenn so etwas in einem Dorf läuft, ist das schön.“

Gespräche mit diesem Inhalt fanden oft im Hause Bildhauer statt. „Oder beim Straßenschnack mit einem Bier in der Hand“, sagt Michael Bildhauer. Dorftypisch eben. „,Wer kann was?’, haben wir uns dann gefragt“, so der Chemiker und seit ewigen Jahren begeisterter, engagierter Chorsänger. „Uns“ – das sind seine Ehefrau Annette (Musiklehrerin und Pianistin), Edwin Bohlmann (Saxophon), Wilhelm Wünsche (musikalisch vielseitig) und Wolfang Harling als „Träger“ der Aktion. Er stellte als Bürgermeister der Gemeinde das Heimat- und Kulturhaus für dieses neue Projekt kostenlos zur Verfügung. „Das ist ja auch eine Gelegenheit, das auf diese Weise das Haus selbst gewürdigt wird“, sagt Bohlmann. Er selbst fühlt sich durch Hein Benjes zur Musik inspiriert, den er als musikalisch begeisterten Lehrer an der Hellweger Dorfschule erlebt hat.

Das „Hellweger Lied“ gehört immer dazu

Jeder spielt, was er kann und nicht auf Teufel komm raus eine Musikrichtung festgelegt – darauf einigten sich die Initiatoren und Organisatoren. Zu denen stieß kurze Zeit später auch Jürgen Knecht. „Meine Stimme ist für ein Solo nicht geeignet, also überlegten Annette und ich, ein Quartett zu gründen. Wir fragten Ragna Reusch-Klinkenberg und Jürgen Knecht.“ Knecht sorgte außerdem für Flyer, Plakate und kulinarische Kleinigkeiten für den Tag. Er komponierte auch extra für die Hausmusik das „Hellweger Lied“, das immer am Ende von allen Veranstaltungen gemeinsam gesungen wird.

Die Hoffnung der Organisatoren war es, Gleichgesinnte mit ins Boot zu holen. Annette Bildhauer: „Seitdem ist immer ein Kern dabei.“ So wie das Vocal- und das Saxophon-Ensemble, das eigentlich erst aus der Hellweger Hausmusik heraus entstanden ist, oder Wilhelm Wünsche und Nina Prüser. Sie alle sind Mitwirkende der ersten Hellweger Hausmusik.

„Aber es gibt immer wieder Überraschungen“, sagt Bohlmann. In diesem Jahr bereichert erstmalig ein afghanischer Flüchtlingsjunge das Programm. An Teilnehmern mangelt es laut Bildhauer niemals: „Da haben wir ein Luxusproblem.“ Er findet es jedes Jahr spannend, was sich an Vielfalt ergibt.

Damit die Zuschauer zeitlich nicht zu sehr strapaziert werden, versuchen die Organisatoren den Musikern Zeitvorgaben zu machen und bei Bedarf das Programm zu straffen. „Das Publikum ist neugierig und lässt sich auf neue Sachen ein, die es sich sonst nicht anhören würde.“ Harling: „Wir werden so reich beschenkt und ihr steckt da so viel Arbeit rein, um euch zu treffen.“ Damit würde auch der dörfliche Charakter gestärkt. „Wenn dieser Kreis das nicht machen würde ...“, lässt Harling offen.

Seit den Weihnachtsferien bastelt das Team an der diesjährigen Hausmusik. „Nach dem Fest ist vor dem Fest. Man sucht dann schon Leute, die auftreten können“, berichtet Bohlmann, der ebenfalls die musikalische Bandbreite toll findet. „Hier können auch Kinder ihre kleinen Dinge präsentieren.“ Michael Bildhauer: „In die aktive Rolle zu schlüpfen, den Mut zu haben vor 120 Leute aufzutreten, hilft Kindern später im Leben.“ Vom Anfänger bis zum Profi hat die Hellweger Hausmusik alles im Programm. Das steht und fällt laut Michael Bildhauer letztlich mit seiner Frau: „Annettes Rolle ist nicht zu unterschätzen. Sie begleitet über die Hälfte der Stücke und die Hälfte des Programms. Die Sicherheit, die sie dabei gibt, ist grandios.“

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