KOMMUNALWAHL Lühr Klee ist Spitzenkandidat der Sottrumer Grünen

Lühr Klee erhebt Führungsanspruch für Sottrum

Lühr Klee
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Lühr Klee ist Spitzenkandidat der Sottrumer Grünen. Der Stuckenborsteler will die Gemeinde insbesondere beim Klimaschutz voranbringen.

Stuckenborstel/Sottrum – Die Grünen in Sottrum geben sich selbstbewusst. Gute Umfragewerte in der Bundespolitik scheinen auch an der Wieste für breite Schultern zu sorgen. In Berlin traut man sich die Kanzlerschaft zu, und ein paar Ebenen darunter in der Gemeinde Sottrum auch das Bürgermeisteramt. Dort geht Lühr Klee für die Grünen als Spitzenkandidat ins Rennen, ein alter Haudegen der Lokalpolitik wenn man so will, auch wenn seine Kampfansage noch etwas diplomatisch ausfällt.

„Wir wollen unseren Führungsanspruch untermauern und dokumentieren“, sagt der Stuckenborsteler. Man wolle zeigen, dass der jetzige Bürgermeister – den Namen Hans-Jürgen Krahn nennt er nicht – nicht alternativlos sei. „Wir haben frische Ideen und innovative Ansätze“, sagt der 70 Jahre alte Grünen-Spitzenkandidat. Das sei schon länger so, man sei nur an den Mehrheiten im Rat gescheitert. Zum Beispiel sei aus der konsequenten Ausrichtung der Ratsentscheidungen an den Klimaschutz nichts geworden. Haben die Grünen Erfolg, würden Beschlüsse teilweise nicht umgesetzt, so die Kritik in Richtung Rathaus. Hier könnte es schwierig werden, denn im Rathaus sitzt Gemeindedirektor Holger Bahrenburg, selbst Kandidat auf das Samtgemeinde-Bürgermeisteramt. Bahrenburg und Klee sind alles andere als gute Freunde, „es gab einige Konflikte“, sagt Klee nüchtern. Läuft es für die Grünen bei der Kommunalwahl am 12. September aber besonders gut, müssten die beiden unter Umständen enger zusammenarbeiten. Kann das funktionieren? Das mussten sie früher schon, sagt Klee, damals, als er die die Morgenstern-Grundschule in Sottrum leitete. Das habe gut funktioniert. Der Stuckenborsteler setzt im Falle eines Falles auf den Diensteid und die Professionalität des Gemeindedirektors Bahrenburg.

Möfgliche Koalitionen vorbelastet

Im Wahlprogramm der Grünen findet sich vieles aus dem Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ wieder, und vor allem viele Beiträge für den Klimaschutz auf kommunale Ebene. „Die Menschen sollen das Gefühl haben, das wir uns kümmern und auf einem guten Weg sind“, sagt Klee noch. Für ihn und die Grünen gehe es nun darum, „den Wandel in die Köpfe zu tragen“. Man habe die Zeichen der Zeit erkannt: Man möchte mehr Straßenbegleitgrün, Förderung von Elektromobilität, andere Mobilitätskonzepte wie Carsharing, bestenfalls jeden Neubau mit Fotovoltaik-Anlage und Wärmepumpe ausgestattet sehen, Angebote für Jugend und Kultur im Ortszentrum Entwicklung, mehr Transparenz bei Ratsentscheidungen schaffen und eine kleinteiligere und vielleicht auch geduldigere Gewerbepolitik etablieren. Die jetzige sei dilettantisch, die Grünen wollen das Motto „Leben und arbeiten in Sottrum“ wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Rewe und Inspirion mit ihren großen Hallen hätte sie bei den Sottrumer Grünen nie gewollt.

Bei einem Wahlsieg würde es aber nicht ganz einfach werden. Wenn sie koalieren möchten, müssen sich die Grünen wohl arrangieren. Noch immer sitzt ein gewisser Stachel aus dem Jahr 2014, als Klee schon einmal Sottrums Bürgermeister werden wollte. So lautete zumindest die Absprache mit der SPD, mit der man mit gleich vielen Sitzen im Rat koalierte. Man wollte das Amt zeitlich aufteilen, doch als Klee dran war, weigerte sich die damalige SPD-Bürgermeisterin Christa Kirchhoff, das Amt abzugeben. Nutznießer war damals Hans-Jürgen Krahn. „Das hat mich schon getroffen, dass die SPD wortbrüchig geworden ist.“ Man habe davor viele Jahre gut zusammen gearbeitet – nicht immer kritiklos, aber loyal.

Lange war daraufhin ein schwarz-grünes Bündnis Klees Favorit – auch für den Klimaschutz. „Wenn man die Transformation der Gesellschaft möchte, braucht es eine breite Akzeptanz.“ Die sei mit der CDU zu erreichen. Doch auch hier ist das Vertrauen angeschlagen, nachdem die CDU auf Samtgemeinde-Ebene den gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten Wolf Linne nicht mehr rückhaltlos unterstützt. Kann man das beiseiteschieben? Klee: „Es sind dieselben handelnden Personen.“

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