Hassendorfer Singkreis widmet sich bei seinem Konzert dem Thema Jahreszeiten

Lieder über die Liebe

Bei den Mitgliedern des Hassendorfer Singkreises beschäftigen sich im Dorfgemeinschaftshaus mit Jahreszeiten. - Fotos: Diercks

Hassendorf - Von Bettina Diercks. Zum Konzertabend hatte der Hassendorfer Singkreis am Sonntagabend ins Dorgemeinschaftshaus geladen. Nahezu alle Plätze waren besetzt. Chorleiter Johannes Kaußler schätzte sich nicht nur darüber glücklich. Er schätzt auch „den kleinen Konzertsaal“ in dem Haus sehr, da dort viel Holz verbaut wurde.

Begeistert äußerte sich Singkreis-„Chef“ Johannes Kaußler über die vielen Zuschauer. Sie waren zahlreich erschienen. Kaußler hielt das nicht für selbstverständlich, da es doch rundherum und derzeit so viel zu feiern gäbe, beispielsweise Erntefeste. Damit war Johannes Kaußler auch schon beim Thema des Abends: Alle Stücken drehten sich um die Natur. „Jahreszeiten sind eine Art geistliches Leben“, sagte Johannes Kaußler der vom „Segen der Natur“ sprach, für die, die bei der Arbeit mit ihr ihre Händen spüren, wie beispielsweise Landwirte.

Obwohl bereits unübersehbar der Herbst angebrochen ist, wurden auch Jahreszeiten besungen, in denen es „blüht und Früchte bringt“. Kaußler: „Das ist die Zeit, in der der Mensch nicht nur gerne seiner Arbeit nachgeht, wenn er Landwirt ist, sondern auch wandern geht, wenn er kein Bauer ist.“ Egal über welche Epochen, der Zusammenhang und Wandern würde immer eine gewisse Art an Musik hervorbringen, ließ der Chorleiter wissen.

Anni Kruse begeistert am Akkordeon.

Wer sich mit der Natur beschäftige, der setze sich mit der Fruchtfolge auseinander, so der Profimusiker. „Dem Zustand der Krume, der Färbung des Laubes und dem Wetterbericht. Die Natur ist immer Hintergrund für die Liebe. Kaußler: „Die Liebe spielt immer eine Rolle in der Kunst. Die Kunst gibt es nur, weil es die Liebe gibt. Jeder weiß, dass er toll dichten kann, wenn er verliebt ist. Und sonst? Sonst sieht es nicht so doll damit aus.“ Die Natur sei die Haltestange für die Liebe. Das Gefühl sei immer imaginär, immer an der Natur lang, sinnierte Kaußler.

Erstmals vor großem Auditorium durften drei junge Nachwuchgsmusikerinnen ihr bisher erlerntes Können an Geige und Akkordeon präsentierten. Emily Horytko (8) und Aneke Dehl (13) griffen zur Geige. Für wahre Begeisterung sorgte die achtjährige Anni Kruse, die Akkordeon spielte.

Über den Abend verteilt rezitierte Kaußler Werke des deutschen Lyrikers Stefan Anton George. Er sei eine Art „Fremdkörper“ unter all seinen damaligen schreibenden Zeitgenossen gewesen. „George war ein spezieller Dichter, der immer von der Natur ausgegangen ist“, sagte Kaußler. „Er war einer der ganz wenigen Dichter, die tatsächlich vom Dichten gelebt haben. Das hat ihn ausgezeichnet in seiner Zeit. Seine Gedichte sind grundtief, wenn man ihnen auf den Grund gehen will.“ Stilistisch streng und durchaus religiös wirkend, schuf George berührende und wahrhafte Sätze wie: „Wir fühlen dankbar wie zu leisem Brausen – von Wipfeln Strahlenspuren auf uns tropfen – und blicken nur und horchen – wenn in Pausen die reifen Früchte an den Boden klopfen“ (Das Jahr der Seele. Berlin, 1897).

Auch die Zuhörer waren bei dem Konzert mit ihrer Sangeskraft gefragt. Gemeinsam angestimmt wurde „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“. Kaußler: „Das muss man einfach können, als Konzertgemeinde.“ Im Anschluss kommentierte der Kirchenmusiker: „Sie sehen, so schwer ist das gar nicht. Wenn sie mehr davon wollen, treten sie in unseren Verein ein.“ Geübt wird immer donnerstags, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Hassendorf.

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