Karla Isik engagiert sich für misshandelte Hunde 

Die Liebe zu vier Pfoten

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Kirsten Brombach (v.l.), Karla Isik, Ina Buchenau und Melanie Kiebler setzen sich für Tierschutz ein.

Eversen - Von Inken Quebe. Überall liegt Spielzeug herum, Torres, Raja und Tess haben es mehr oder weniger systematisch verteilt. Für ihre Besitzerin kein Problem, denn Karla Isiks Garten gleicht einem Hundeparadies. Die Everserin ist Hundeliebhaberin. Ihre Vierbeiner liegen ihr am Herzen, obwohl sie zum Teil eine Behinderung haben und deshalb deutlich mehr Pflege brauchen. Doch das ist noch nicht alles: Isik setzt sich darüber hinaus auch für fremde Hunde ein – und wird dafür sogar kreativ.

Etwa fünf Jahre ist es her, da nimmt Isik mit Torres das erste Mal einen misshandelten Hund auf – aus Spanien. Damals ist sie erstmals mit dem Thema in Berührung gekommen. Inzwischen leben auch noch die inkontinente Raja und Tess – ihr fehlt ein Auge – bei ihr. Und während Torres noch von einer anderen Organisation vermittelt wurde, sind Raja und Tess über die Hundezwergenhilfe, die von der Hamburgerin Jutta May gegründet wurde, zu ihr gekommen. Und für genau diese Organisation setzt sich die Rentnerin inzwischen mit viel Leidenschaft und Kreativität selbst ein.

Die Hundezwergenhilfe kümmert sich um viele Fälle aus dem In- und Ausland. Ina Buchenau, stellvertretende Vorsitzende, berichtet zum Beispiel von Betty aus Rumänien: Das Frauchen gestorben, die Hinterbliebenen wollten sie nicht, deshalb sei sie ausgesetzt worden und habe sich am Auge verletzt. Eine Operation wurde notwendig, die die Hundezwergenhilfe finanziert hat. „Es ist eine Mischkalkulation“, schildert Buchenau. Zum einen gibt es alte oder körperlich benachteiligte Hunde, die von den meisten Menschen nicht gewollt werden und die selbst Tierheime nicht mehr aufnehmen. Zum anderen vermittelt die Organisation auch die niedlichen verstoßenen Vierbeiner. „Die süßen Hunde helfen natürlich dabei, Spenden einzubringen. Auch darauf sind wir angewiesen“, sagt Buchenau. Alle Vierbeiner – auch für Katzen sucht die Hilfsstelle ein neues Zuhause – haben vorher bei Menschen gelebt. „Wir haben die Bedingung, dass die Tiere sozialverträglich sind“, betont die stellvertretende Vorsitzende.

„Wir lösen das Problem nicht, indem wir einmal im Monat Hunde herholen“

Ein Fokus liege auf der Hilfe in Rumänien, auf das Land hat sich das Netzwerk konzentriert. „Wir lösen das Problem nicht, indem wir einmal im Monat Hunde herholen“, sagt Buchenau. Deshalb organisiert die Gruppe mit der Partnerorganisation Mihaela & Manuela Pet Rescue in Rumänien ein Kastrationsprogramm. „Dafür gibt es inzwischen sogar Wartelisten“, berichtet Buchenau. Allerdings braucht es vor Ort vor allem Geld, auch wenn eine Kastration mit 30 Euro nicht teuer scheint.

Eben diese Schicksale rumänischer Hunde haben es Isik angetan, sie so sehr berührt, dass sie selbst tätig werden wollte. „Diese Tiere werden wie der letzte Müll weggeworfen“, sagt sie, während ihre Stimme zittert. Und weil sie selbst nicht mit viel Geld unterstützen kann, hat sie sich Alternativen überlegt: Sie malt und verkauft Bilder aus Window-Color, stellt dreidimensionale Karten her und hat im März sogar das erste Mal einen Flohmarkt für die Hundezwergenhilfe auf ihrem Grundstück organisiert. Immerhin 45 Euro hat sie so für die Tierschutzorganisation eingenommen. „Und sie hat selbst auf 100 Euro aufgerundet“, sagt Ina Buchenau. Sie ist beeindruckt vom Engagement der Unterstützerin: „Wir finden es klasse, wenn jemand so kreativ ist wie Karla Isik. Jeder hilft so, wie er kann. Man kann etwas mit seinen jeweiligen Mitteln bewegen. Wir freuen uns auch über kleine Beträge, damit kann man ganz viel Leid verhindern.“ Die Angesprochene betont nicht nur einmal ihre Motivation: „Mir liegen die Hunde sehr am Herzen.“

Termin für nächsten Flohmarkt steht

Der nächste Flohmarkt bei Karla Isik ist bei schönem Wetter für Sonntag, 4. Juni, von 11 bis 16 Uhr am Süderwalseder Weg 1a in Eversen geplant. Wer darüber hinaus helfen möchte, kann sich direkt an Isik unter der Mobilnummer 0162 / 5829052 wenden. Sie nimmt auch Futterspenden entgegen, die an die Organisation weitergegeben werden.

Auch der nächste monatliche Transport steht an – schon am kommenden Samstag ist es wieder soweit. Dann bringt die Partnerorganisation aus Rumänien wieder zwischen zehn und zwölf verstoßene Tiere nach Deutschland. Mit einem Transporter geht es auf die fast 20-stündige Fahrt. „Es ist ein stressfreier Transport, weil die Hunde mit ihren gewohnten Betreuern unterwegs sind“, betont Buchenau. Auch Pausen zum Gassigehen seien ausreichend vorgesehen. In Deutschland angekommen, steht für die Hundezwergenhilfe dann die nächste Aufgabe an – Pflegestellensuche.

Die Organisation

Die Hundezwergenhilfe ist ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Tierschützern, die es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht haben, ausgesetzten Hunden aus Rumänien in Kooperation mit der rumänischen „Asociatia Micaela“ – jetzt Mihaela & Manuela Pet Rescue – ein gutes neues Zuhause zu suchen. „Wir kümmern uns um nicht mehr gewollte, entsorgte, vergessene, vernachlässigte und misshandelte Vierbeiner“, teilt die Organisation mit Sitz in Bremen und etwa 25 Unterstützern mit. Wichtig bei der Arbeit sei, dass auch die Ursachen für die Probleme vor Ort gelöst werden. Die Tierschützer kümmern sich aber nicht nur um Tiere in Rumänien, sondern auch in Deutschland. „Unser Team ist klein, und unsere Möglichkeiten sind sehr begrenzt“, heißt es auf einem Flyer. Die Hundezwergenhilfe ist immer wieder auf der Suche nach Pflegestellen. Die stellvertretende Vorsitzende Ina Buchenau betont aber: „Es kann nicht jeder Pflegestelle sein.“ Medizinisches Wissen sei nicht nötig, ein Tierarzt gebe die passende Einweisung. Wer spenden möchte, kann das auf das Konto mit der folgenden Iban tun: DE46 2009 0900 2547 5136 00. Die Hundezwergenhilfe betont: „Auch kleine Beträge helfen. Jeder Euro kommt direkt den Tieren zugute.“ Wer mehr wissen will, kann sich im Internet informieren.

Mehr unter: www.hundezwergenhilfe.de

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