Lesung, Musical und ein bisschen Theater: Kunstgenuss im Ahauser Kulturhof

Rundum weihnachtlich

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Schauspieler Patrick Fichte las Gedichte und Geschichten.

Ahausen - Von Heidi Stahl. In der weihnachtlich geschmückten Sternenscheune, dem Anbau des Ahauser Kulturhofes, haben sich am Vorabend des zweiten Advents drei Freunde mit fast 60 Gästen zu einem vorweihnachtlichen Kunstgenussgetroffen.

Die Chansonette und Entertainerin Christina Fry und der Schauspieler Patrick Fichte sind fast Sandkastenfreunde und haben am Hamburger Bühnenstudio für Bildende Künste gemeinsam studiert. Spontan hatten sie zusammen mit dem amerikanischen Musical-Star Mark Polak beschlossen, bei Frys Mutter, Natalie Usselmann, der Sängerin, Gesangslehrerin und Betreiberin des Ahauser Kulturhofes, einen weihnachtlichen Abend zu gestalten.

In der familiären Atmosphäre der Scheune gelang ihnen ein Spagat zwischen Besinnlichkeit und Showbusiness. Patrick Fichte las ganz traditionell auf einem altväterlichen, mit rotem Samt bezogenen Lehnstuhl Matthias Claudius' Gedicht vom Winter, der ein harter Mann ist, Karl Heinrich Waggerls Geschichte vom störrischen Esel, der Maria, das Jesuskind und ihr ganzes Gepäck auf der Flucht nach Ägypten tragen soll und von Astrid Lindgrens Pelle, der vor Weihnachten beleidigt in das Häuschen mit dem Herz auf dem Hof zieht.

Dazwischen präsentierte Mark Polak in schönster Las-Vegas-Manier im roten Satin-Rüschenhemd amerikanische Weihnachtslieder wie „Let it snow“ oder „Blue Christmas“ als Elvis-Presley-Parodie. Bei „Love me tender“ mischte er sich als Elvis-Double unter das Publikum, und sogar den berühmten Elvis-Hüftschwung brachte er originalgetreu auf die Bühne und begeisterte mit seiner professionellen Musical-Darstellerkunst.

Im Gegensatz dazu schlug Christina Fry im glitzernd-schwarzen Abendkleid die dramatischeren Töne von Zarah Leanders „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ an oder brachte eindrucksvoll Edith Piafs „La vie an rose“ oder „Mylord“ zu Gehör. Mit persönlichen Zwischengesprächen untereinander schafften die drei Künstler es, eine sehr familiäre Atmosphäre zu erzeugen, bei der sich das Publikum wie zu Hause fühlte. Spontan drückte Christina Fry der verblüfften anwesenden Sängerin und Freundin Tatjana Bach ein Notenblatt in die Hand, holte sie auf die Bühne und sang mit ihr im Duett „La rose“. Immer wieder wechselten die Beiträge zwischen der deutschen besinnlichen Weihnacht mit den Geschichten von Patrick Fichte und den Showbusiness betonten amerikanischen Weihnachtsliedern und bekamen dabei immer einen leichten ironischen Einschlag. So wurden beispielsweise die Christmas Postcards aus Bing Crosbys „I'm dreaming of a White Christmas“ im Duett von Fry und Polak zu Christmas E-Mails. Auch der Bogen zum abschließenden gemeinsamen Singen mit dem Publikum des urdeutschen „Stille Nacht“ wurde problemlos und anheimelnd beschaulich geschlagen.

Dieser Adventsabend war eine gelungene und hervorragend präsentierte Gratwanderung zwischen deutscher Tradition und der mehr extrovertierten amerikanischen Auffassung von Weihnachten.

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