Leonhard Ney sucht sich für seine Berufserfahrung das Bundestagsbüro von Lars Klingbeil aus

„Ich wollte das Praktikum“

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Der Sottrumer Leonhard Ney war für ein zweiwöchiges Praktikum bei Lars Klingbeil in Berlin.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Ein Schülerpraktikum – für jeden Jugendlichen ein Pflichtprogramm. So ist es auch am Sottrumer Gymnasium. Dort hat sich Leonhard Ney allerdings für eine ganz bestimmte berufliche Richtung entschieden. Anders als seine Mitschüler, die vornehmlich in der Region geblieben sind, hat sich der 16-Jährige für zwei Wochen nach Berlin aufgemacht, um in dem Büro von Lars Klingbeil (SPD) ein wenig bundespolitische Luft zu schnuppern. Und er hat dabei auch den ein oder anderen „Spitzenpolitiker“ getroffen.

In Berlin angekommen – seine Eltern haben ihn die zwei Wochen begleitet und die Zeit für einen Urlaub genutzt – ging es erst einmal darum, das Team von Lars Klingbeil kennenzulernen und sich mit allem vertraut zu machen.

Doch das war nicht die erste Herausforderung, die der Schüler zum Start in sein Praktikum bewerkstelligen musste. „Die erste Aufgabe war, die Hausausweisausgabe zu überleben“, berichtet der 16-Jährige und lacht. Denn alle neuen Praktikanten brauchen die kleine Plastikkarte mit ihrem Foto drauf, um überhaupt in die Gebäude des Bundestages zu gelangen – dass das an einem Montagmorgen nicht gerade Wenige sind, versteht sich von selbst.

Doch bevor es für Leonhard Ney – der sich übrigens vorstellen könnte, nach dem Abitur Politikwissenschaft zu studieren – überhaupt in das Büro von Lars Klingbeil ging, musste er sich auf die Praktikumsstelle bewerben – mit Lebenslauf, Zeugnissen und allem, was dazu gehört. „Ein bis zwei Wochen später hatte ich dann schon die Zusage“, so der 16-Jährige. Gegen wie viele Mitbewerber er sich dabei durchgesetzt hat, weiß er nicht. Aber er hat sich bereits frühzeitig um einen Platz bemüht, auch die Lehrer hätten dazu immer geraten. „Die besten Plätze sind schnell weg. Da muss man schon ein Dreivierteljahr vorher mit der Bewerbung anfangen“, macht der Gymnasiast deutlich. „Ich wollte das Praktikum.“

Auch Klingbeil selbst betont, wie wichtig das Praktikum für junge Menschen ist. „Mir ist es wichtig, jungen, politisch interessierten Menschen einen Einblick in die Arbeit des Bundestages zu ermöglichen. Deshalb haben wir eigentlich das ganze Jahr über Praktikanten aus meinem Wahlkreis in meinem Berliner Büro. Sie sollen vor allem mit mir und meinem Mitarbeitern mitlaufen und die parlamentarische Arbeit kennenlernen.“

Im Bundestag gab es für den 16-Jährigen dann einiges zu sehen. So durfte er an Ausschusssitzungen teilnehmen, bei denen er zum Beispiel die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Arbeit beobachten konnte. Auch auf den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel (SPD), ist Leonhard Ney getroffen und hat sogar ein paar Sätze mit ihm gewechselt. Sein Fazit: „Die meisten Spitzenpolitiker waren erstaunlich locker.“ Er könne sich vorstellen, noch mal ein Praktikum bei einer anderen Partei im Bundestag auf freiwilliger Basis zu machen.

Mit Lars Klingbeil hat der Sottrumer allerdings nicht allzu viel Zeit verbringen können, da der SPD-Politiker in der zweiten Woche des Praktikums in seinem Wahlbezirk in der Heimat unterwegs war. Aber auch so habe der Schüler einen guten Einblick in die Arbeit des Büros von Klingbeil bekommen, sagt Leonhard Ney. Eine seiner Aufgaben war es zum Beispiel, etwas über die Region des Wahlkreises von Lars Klingbeil herauszusuchen. Auch durfte er probieren, Bürgeranfragen selbst zu beantworten, und auch an der Zusammenlegung aller Verteilerlisten hat der 16-Jährige mitgearbeitet.

„Leonhard hat uns geholfen, Themen zu recherchieren und war sehr interessiert und engagiert dabei. Für mich ist immer wichtig, dass unsere Praktikanten mit dem Gefühl heraus gehen, dass Demokratie zwar richtig anstrengend ist, aber auch Spaß macht“, betont Lars Klingbeil. Das hat auf jeden Fall funktioniert. Denn Leonhard hat einen guten Einblick in die Arbeitswelt bekommen und meint: „Arbeit kann wirklich Spaß machen, es muss nur das Richtige sein.“

Von dem Engagement, dass der 16-Jährige bei der Bewerbung für sein Praktikum an den Tag gelegt hat, sind auch seine Eltern begeistert. „Ich bin stolz, dass Leonhard alles alleine organisiert hat. Allein deswegen kann man als Eltern nur dahinter stehen“, macht Vater Mathias Ney deutlich. Außerdem fände er es faszinierend, dass sein Sohn überhaupt keine Berührungsängste gezeigt habe. Obwohl dieser zugibt: „Am ersten Tag war ich schon aufgeregt.“

Doch ist für den 16-Jährigen eine Zukunft in Berlin denkbar? „Ich kann mir definitiv vorstellen, in die Politik einzusteigen. Das Praktikum hat meinen Entschluss gefestigt.“ Doch er räumt auch ein: „Ich würde die Arbeit im Büro vorziehen. Ein Wechsel in die aktive Politik ist dann ja jederzeit denkbar.“ Vielleicht hat Sottrum demnächst mit Leonhard Ney einen neuen Bundestagsabgeordneten...

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