Freie Fahrt rückt näher

Landesbehörde für Straßenbau hebt am Freitag die B75-Sperrung in Sottrum auf

Die neue Fahrbahn der B75 in Sottrum mit frischen Markierungen
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Die neuen Markierungen sind bereits aufgebracht: Am Freitag gibt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Ortsdurchfahrt in Sottrum wieder frei.

Nach mehreren Wochen gibt die Landesbehörde für Straßenbau am Freitag die Ortsdurchfahrt Sottrum wieder frei. Anlass für die Sperrung war die Sanierung der B75. Während nach der Freigabe nur noch Restarbeiten nötig sind, kann der Verkehr wieder fließen.

Sottrum – Noch ist sie eine Geduldsprobe für Anwohner in Sottrum und Hassendorf, aber auch viel zahlreiche Auto- und Lastwagenfahrer: die Sperrung der Sottrumer Ortsdurchfahrt. Aber am Freitag, so verspricht Rick Graue von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV), soll die Bundesstraße 75 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder freigegeben werden, für die dann noch anfallenden Restarbeiten ist keine Sperrung mehr notwendig.

Wenn die Absperrbaken am Freitag wieder in der Versenkung verschwinden, liegen in etwa fünf Wochen hinter allen Beteiligten – fast drei Wochen mehr als ursprünglich geplant. Das hatte zwei Gründe, wie Graue auf Nachfrage erläutert: „Wir hatten im Bereich der Entwässerungsrinne unerwartet weitere Schäden entdeckt. Die Rinne zu erneuern war dann kleinteilige Handarbeit.“ Ein zweiter Grund war die neue Fahrbahnschicht, denn als der Asphalt eingefüllt werden sollte, regnete es stark. „Leichter Regen wäre kein Problem gewesen, durch die Hitze des Asphalts wäre die Feuchtigkeit schnell verdampft. Aber bei kräftigem Regen ist das nicht möglich“, erklärt Graue.

Wir Hassendorfer sind ja geduldig, und irgendwo muss die Umleitung ja lang.

Klaus Dreyer

„Wir Hassendorfer sind ja geduldig, und irgendwo muss die Umleitung ja lang.“ Klaus Dreyer, SPD-Bürgermeister von Hassendorf, sieht die Umstände pragmatisch. Die Bahnhofstraße im Dorf ist von der Umleitung besonders betroffen: Frühmorgens geht es los, wenn sich um 4 Uhr die ersten Lastwagen auf den Weg Richtung Autobahn machen und dabei nun natürlich durch das Dorf fahren. „Das ist schon störend“, sagt er, „aber andere Menschen, die direkt an einer Bundesstraße wohnen, haben andauernd diesen Verkehr vor der Tür.“

Das sieht auch Sottrums Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) so: „Die Bundesstraße durch den Ort ist nun einmal Fluch und Segen.“ Seiner Ansicht nach habe die Hauptbelastung in Sottrum während der Umleitungsphase auf der Lindenstraße gelegen, „da staute sich das von der Kreuzung her oft sehr weit zurück. Das ist auch für die Anlieger nicht schön“, so Krahn. Von der Hassendorfer Bahnhofstraße führt die Umleitung nach Sottrum entlang der Straße An der Bahn sowie per provisorisch abknickender Vorfahrt auf die Lindenstraße zurück zur Bundesstraße.

Knackpunkte verdeutlicht

Aus Krahns Sicht habe die Umleitungssituation auch allgemeine Knackpunkte noch einmal verdeutlicht: „Wir arbeiten ja an einem Verkehrskonzept für Sottrum. Und da geht es eben vor allem um eine Nord-Süd-Verbindung. Am Verlauf der Bundesstraße können wir nichts ändern, aber wir setzen uns mit der Frage auseinander, wie wir den Verkehr drumherum richtig lenken, und das wird eine Herausforderung.“

Kritisch sind aus seiner, aber auch aus Dreyers Sicht die Kraftfahrer, die sich nicht an die reguläre Umleitung halten, sondern auf Nebenstrecken ausweichen. „Der Bötersener Kirchweg ist da mittlerweile arg strapaziert worden, da fühlt man sich manchmal wie auf einer vierspurigen Autobahn“, so Dreyer. Auf jeden Fall wolle die Gemeinde Kontakt mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aufnehmen. „Es ist nur richtig, dass die Behörde die Schäden, die durch die Sperrung entstanden sind, wieder beseitigt.“

Unterwegs auf Schleichwegen

Dem macht Graue allerdings wenig Hoffnung: „Natürlich, wenn wir Umleitungsstrecken ausweisen, übernehmen wir dann auch die dort eventuell nötigen Sanierungen, die sich aus der Umleitungszeit ergeben haben. Aber wir stehen nur für die offizielle Route gerade. Andere, außerhalb dieser Strecke genutzte Wege hätte die Gemeinde dann sperren müssen.“ Auch aus Sicht des Landkreises sind die Schäden – sofern sie nicht an Kreisstraßen entstehen – ebenfalls kein Thema: „Die würden dann nur die Gemeinden betreffen“, so Landkreis-Pressesprecherin Christine Huchzermeier.

Die Versuche etlicher Autofahrer, die Baustelle nicht auf der offiziellen Route, sondern auf Schleichwegen zu umgehen, hat auch in Sottrum in den vergangenen Wochen eigenwillige und auch illegale Blüten getrieben: „Es gab immer wieder Fälle, wo Leute die Absperrbaken weggeräumt haben, um ihre Fahrt auf der Bundesstraße einfach fortzusetzen“, berichtet Krahn. „Oder es ging mal die Böschung runter auf den Fußweg. Die Dreistigkeit mancher Menschen kennt offenbar keine Grenzen mehr.“

Firmen schwer erreichbar

Von daher freut Krahn sich – wie auch sein Hassendorfer Amtskollege Dreyer –, wenn am Freitag die Baken weggeräumt werden. „Auf jeden Fall ist das eine große Erleichterung.“ Das trifft auch auf die Sottrumer Gewerbetreibenden zu: „Dass sie nur schwer erreichbar waren, war für viele Firmen ein Problem“, sagt Sprecherin Maren Bischoff. Für Silke Stubbe vom Wash-House kam die Sperrung der Straße und damit die fehlende Zufahrt zu ihrem Geschäft zu den Belastungen durch die Corona-Pandemie hinzu, während es für einige Lieferanten der Druckerei Rosebrock an der Lindenstraße der Rückstau von der Kreuzung es unmöglich machte, die Firma problemlos zu erreichen.

Eine Herausforderung von Logistik und Timing war die Baustelle auch für die Firmen Karosseriebau Willenbrock und die Zimmerei Hermann Bischoff. „Die Baustellenarbeiter haben sich aber sehr kooperativ gezeigt, zudem wurde zu jeder Zeit informiert, wenn die Straße am nächsten Tag überhaupt nicht passierbar war“, lobt aber Zimmerer Hans-Hermann Bischoff.

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