Die Kunst des Schenkens

Zehn Künstler stellen bis zum dritten Advent in der Galerie Gerlach aus

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Dörte Gerlach und Karl Schmeichel bei den Vorbereitungen im Ausstellungsraum.

Sottrum - Von Heidi Stahl. Eine etwas ungewöhnliche Ausstellung wird die Galerie Gerlach am Sonntag, 26. November, in Sottrum eröffnen. Zehn bekannte Künstler haben Dörte Gerlach und Karl Schmeichel gewinnen können, die jeweils drei ihrer Werke in der Vorweihnachtszeit dort präsentieren.

Zehn Künstler unter einen Hut zu bringen, ist wie einen Sack Flöhe zu hüten, so Gerlach. „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, sagte schon der Münchner Komiker und Schriftsteller Karl Valentin, und das mussten auch die Galeristen feststellen. Zu zehn Ateliers in der näheren und weiteren Umgebung zu fahren, die Werke mit den jeweiligen Künstlern auszusuchen, Termine abzustimmen und dann die Wünsche für die entsprechende Hängung und Positionierung zu berücksichtigen, kostete viel Zeit und bedurfte vieler Diskussionen. Nicht zu unterschätzen sind auch die schriftlichen Rundumarbeiten, wie beispielsweise die Lebensläufe und Werdegänge von zehn Künstlern zu dokumentieren, Flyer und Plakate zu erstellen und das ganze Drum und Dran für eine Ausstellungseröffnung zu organisieren.

Auch der Titel der Ausstellung „Kunst schenken“ sorgte für Diskussionen. Es geht um das Kulturgut „Schenken“ aus der Sicht des Schenkenden und Beschenkten. Jeder, der in eine solche Ausstellung geht, wird mit Kunst „beschenkt“, und so wollen es auch die Galeristen verstanden wissen. Dass es eine vorweihnachtliche Ausstellung ist und jeder weiß, dass auch Schenken eine Kunst ist, ist eine zweite Ebene, die genutzt werden kann.

Künstlerinnen und Künstlern aus Norddeutschland

Präsentiert werden Werke von jeweils fünf Künstlerinnen und fünf Künstlern aus ganz Norddeutschland, die bis zum 17. Dezember in den Räumen der Galerie an der Lindenstraße 101 zu sehen sein werden. Ebenso ausgewogen werden Malerei und Bildhauerei vertreten sein. Michael Benning, Paula Gottschlich, Maria Mathieu, Jub Mönster und Imke Reinicke zeigen Malerei, Holz-, Linol- und Siebdrucke und faszinierende Grafiken. Ragna Reusch, Mirsad Herenda, Otto Fischer, Ilka Rautenstrauch und Eberhard Szejstecki präsentieren ihre figürlichen Darstellungen aus Holz, Metall, Keramik und Bronze. Überrascht wird der Betrachter wohl von der Vielfältigkeit der Werke sein, ebenso wie von der Wandlungsfähigkeit der Künstler. So zeigt beispielsweise der durch seine großformatigen Wandmalereien an Brücken und Gebäuden in Bremen bekannt gewordene Jub Mönster faszinierende Kugelschreibergrafiken, die mit Tausenden kleiner Striche entstanden sind.

Dem intimen Charakter der Galerie angepasst sind die Skulpturen der Bildhauer meist kleinformatig, bis auf drei fast lebensgroße Büsten aus Pappelholz von Ilka Rautenstrauch, die durch ihre feine Bearbeitung eine fast samtige Oberfläche haben. Noch bleibt den Galeristen Dörte Gerlach und Karl Schmeichel etwas Zeit, für Hängung und Positionierung, bevor am Sonntag um 15 Uhr die Ausstellung eröffnet wird und Gelegenheit bietet, „sich mit Kunst beschenken zu lassen“. 

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