Fred Grünhagen und Klaus Klencke

Die Kulturmacher von Höperhöfen

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Das nächste Projekt von Fred Grünhagen (l.) und Klaus Klencke ist die Remise an „Thölkes Hus“. Das Gerüst steht bereits.

Höperhöfen - Mit der ersten „Kunst auf dem Bauernhof“ haben Fred Grünhagen und Klaus Klencke frischen Wind in das kulturelle Leben von Höperhöfen und somit letztendlich auch der Gemeinde Bötersen gebracht.

Jetzt, rund zehn Jahre später, sind die beiden immer noch aktiv, wenn es um Kunst und Kulturelles in und um Höperhöfen geht. In unserer Reihe „Sottrum – eine kreative Kommune“ erzählen sie, wie es dazu gekommen ist.

„Wir wollten etwas Kulturelles für unser Dorf schaffen und soweit wie möglich Künstler aus der engeren Umgebung dafür gewinnen“, erinnert sich der Höperhöfener Klaus Klencke an die Anfänge der Aktion „Kunst auf dem Bauernhof“. Zusammen mit dem Aktfotografen Ingolf Schwanke (auch aus Höperhöfen) und Helga Busch aus Hassendorf stellte Klencke damals seine Malereien in den Räumlichkeiten von Fred Grünhagens Küchenstudio aus. Dieses befindet sich auf einem Resthof, den Grünhagen in jahrelanger Eigenarbeit liebevoll restauriert hatte.

„Mir wäre damals nicht in den Sinn gekommen, dass man hier auch kulturelles Leben beherbergen könnte“, sagt er heute. Aber die Diele des großen Hauses bot mehr als genug Platz und das rustikal gemütliche Ambiente bildete den perfekten Rahmen für eine ländliche Kunstausstellung. 

Hartes Stück Arbeit

„Es war aber auch ein hartes Stück Arbeit, bis wir für unsere Premiere komplett ausgerüstet waren. Die Stellwände haben wir damals in einer Nacht- und Nebelaktion zusammengezimmert“, erinnert sich Grünhagen. Der Aufwand sollte sich aber lohnen und die erste „Kunst auf dem Bauernhof“ kam dermaßen gut an, dass diese Veranstaltung bis 2012 einmal jährlich durchgeführt wurde.

Jeweils für eine Woche hatten Interessierte Zugang zu den Ausstellungen und eine Kooperation mit Kindergarten und Grundschule aus der Gemeinde Bötersen sollten die Kinder an die Kunst heranführen. Verschiedenste Künstler gaben sich ein Stelldichein und das Ganze wurde durch musikalische Darbietungen abgerundet. Parallel dazu nahmen die Höperhöfener auch noch an der Aktion „Land-Kultur-Land“ teil. Zusammen mit weiteren Lesungen und vereinzelten Konzerten ergab sich ein ansehnliches kulturelles Programm für Höperhöfen.

Grünhagen tritt in den Hintergrund

Doch auch auf anderen Ebenen tat sich etwas. Fred Grünhagen wurde Leiter der Arbeitsgruppe „Kunst und Kultur“ im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ und Klaus Klencke erwarb das vor dem Verfall stehende „Thölkes Hus“, welches er unter strengen Denkmalschutzauflagen restaurieren ließ. Das geschichtsträchtige Gebäude hat sich mittlerweile zu einer festen Institution entwickelt, wenn es um Kunst und Kultur geht. „Ich trete jetzt lieber etwas in den Hintergrund, damit das „Thölkes Hus“ der Hauptveranstaltungsort wird“, sagt Fred Grünhagen.

Und dort hat Klaus Klencke auch schon diverse Events mit Kultpotenzial ins Leben gerufen. Sei es beispielsweise der mittelalterliche Weihnachtsmarkt, der Kinoabend direkt davor, das Weihnachtskonzert oder der Jazzfrühschoppen zu Pfingsten. Die Liste ist lang und Klencke könnte sich vorstellen, sie noch zu erweitern.

Das nächste Projekt, dass er zusammen mit Fred Grünhagen betreut, ist die Erstellung einer Remise in direkter Nachbarschaft zum „Thölkes Hus“ und dem historischen Schafstall in Höperhöfen, die ein weiterer Blickfang auf dem Gelände werden soll. Das Grundgerüst ist bereits vorhanden, aber bis zur Fertigstellung sind noch einige organisatorische Dinge zu erledigen. „Vor fünf Jahren hatten wir die Idee dazu und wenn wir loslegen dürfen, benötigen wir noch einige ehrenamtliche Helfer, gerne aus der ganzen Gemeinde, die uns beim Aufbau unterstützen“, sagt Klaus Klencke.

Gerne neue Akzente setzen

Aber auch in künstlerischer Hinsicht möchten die beiden Höperhöfener gerne neue Akzente setzen und dabei auch auf dem musikalischen Sektor etwas auf die Beine stellen. Fred Grünhagen sieht seine Rolle hier eher im Organisatorischen: „Ich bin kein Musiker, aber ich habe die Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und Menschen zusammen zu bringen. Und wenn ich sehe, wie viel musikalisches Talent es in unserer Gemeinde gibt, dann bin ich mir sicher, hier geht noch was.“

Und so darf man gespannt sein, was sich in Zukunft noch entwickeln wird. Fest steht jedenfalls, dass kulturelles Leben automatisch nicht davon abhängt, wie groß ein Ort ist, sondern von den Menschen, die es fördern und auch am Leben halten. Und dafür benötigt man viel Idealismus und Hingabe. Zwei Eigenschaften, die auf Fred Grünhagen und Klaus Klencke auf jeden Fall zutreffen.

Von Matthias Daus

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