Der Bruch der rot-grünen Mehrheitsgruppe in Sottrum hat Auswirkungen auf die Samtgemeinde

Krach um Kirchhof weitet sich aus

Die Lage im Sottrumer Rathaus ist derzeit sehr angespannt. ·
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Die Lage im Sottrumer Rathaus ist derzeit sehr angespannt. ·

Sottrum - Von Matthias Berger. In der Samtgemeinde Sottrum brodelt es: Nachdem die SPD auf Gemeindeebene die Zusammenarbeit mit den Grünen gekündigt hat, steht auch die Zukunft der Mehrheitsgruppe im Samtgemeinderat auf dem Spiel.

Die Grünen fordern den Rücktritt der SPD-Fraktionsvorsitzenden Christa Kirchhof, die durch den Bruch der rot-grünen Mehrheitsgruppe im Gemeinderat Bürgermeisterin in Sottrum bleibt – mit Unterstützung der CDU. Dafür bröckelt ihr Rückhalt in den eigenen Reihen.

Klaus Dreyer ist sauer. Der stellvertretende Bürgermeister der Samtgemeinde ist seit 47 Jahren Mitglied der SPD. „Ich habe mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, was sich auf Gemeindeebene ereignet hat. Wir haben uns in Sottrum mühsam eine Position erarbeitet und gemeinsam mit den Grünen die Mehrheit erobert“, sagt Dreyer, der die Zusammenarbeit mit den Grünen als sehr gut bezeichnet.

Eine Sicht, die auch sein Gegenpart Ulrich Thiart (Grüne) teilt. „Die Situation ist beschissen. Wir haben schon damit zu kämpfen, dass wir mit der Arbeit von Samtgemeindebürgermeister Luckhaus nicht zufrieden sind – und jetzt das“, meint der stellvertretende Bürgermeister der Samtgemeinde. Thiart bekräftigt, dass es zwischen SPD und Grünen keine gravierenden Differenzen gegeben habe. „Unterschiedliche Ansichten in einigen Punkten ja, aber die gibt es immer Mal.“ Bei der letzten Klausurtagung mit der SPD habe sich kein Bruch abgezeichnet. „Davon war nie die Rede gewesen.“ Im Gegenteil: „Wir haben viel für Sottrum erreicht, weil alle an einem Strang gezogen haben.“ Als Beispiele nennt Thiart die Gründung des Gymnasiums und die Neubesetzung des Gemeindedirektors. Das Vorgehen von Kirchhof bezeichnet er als „hinterhältig“. Die Bürgermeisterin sei „machtgeil“, sie „klebt an ihrem Stuhl. Das finde ich traurig.“

Aus Sicht von Thiart ist eine weitere Zusammenarbeit zwischen SPD und Grünen auf Ebene der Samtgemeinde möglich. Unter einer Bedingung: „Ich würde gerne mit Herrn Harling und Herrn Dreyer zusammenarbeiten – aber mit Kirchhof? Da habe ich ein kleines Problem.“ Deshalb halte seine Fraktion an der Forderung fest, dass Kirchhof nicht mehr an der Spitze der Mehrheitsgruppe im Rat der Samtgemeinde stehen dürfe. „Sonst hauen wir die Grünen auf Gemeindeebene in die Pfanne.“

Bei einem Treffen am Montagabend hat die SPD-Fraktion über das weitere Vorgehen beraten. „Wir werden eine Arbeitsgruppe einberufen, um die Lage zu sondieren und den Schaden so gering wie möglich zu halten“, berichtet Dreyer. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, aber für Dreyer ist klar: „Christa Kirchhof spielt die Hauptrolle. Wir müssen eine sachliche und personelle Entscheidung treffen.“

Während ihre Entscheidung für ein politisches Erdbeben gesorgt hat, macht Christa Kirchhof die Schotten dicht. Sie war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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