Ein Konzept, viele Ideen

„plan zwei“ organisiert Planungswerkstatt für „Sottrum 2030“ im Heimathaus

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Welche Wünsche und Ideen haben die Bürger für ihren Ort? Das durften sie während der Planungswerkstatt loswerden.

Sottrum – Es hat ein bisschen was von Schulunterricht, als Kirsten Klehn von der Agentur „plan zwei“ den Anwesenden im Sottrumer Heimathaus aufgibt, mit ihren Nachbarn über Sottrums Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sprechen.

Sie sollten Errungenschaften und Visionen aufschreiben. Denn, das betont Ulrich Berding von der Planungsagentur, ohne die Beteiligung der Bürger könne „Sottrum 2030“ nicht funktionieren. „Je mehr sich einbringen, umso erfolgreicher kann es werden“, äußert er sich zu Beginn der Planungswerkstatt am Montagabend im Sottrumer Heimathaus optimistisch. 

Die Stadtplanungsagentur „plan zwei“ aus Hannover wird das Rahmenkonzept „Sottrum 2030“ aufstellen. Mit dessen Hilfe will die Gemeinde die Entwicklung begleiten und steuern. Denn Entwicklung brauche Strategien. „Das passiert nicht einfach so“, sagt Berding.

Alle Teilnehmer durften markieren, wo in der Gemeinde sie wohnen.

Um ein Leitbild für die Zukunft der Gemeinde zu entwickeln, möchte die Agentur wissen, wie die Bürger ihren Ort sehen, und hat auch bereits den Kontakt zu Vereinen und Institutionen gesucht. Mit der Planungswerkstatt neigt sich die Analysephase nun dem Ende entgegen. Fertig soll das Konzept im Frühjahr 2020 sein.

Die Teilnehmer der Planungswerkstatt waren also gefragt, etwa zehn Jahre in die Zukunft zu blicken. Die Visionen, ermutigte Klehn bevor es in die Diskussionsrunden ging, dürften ruhig ausgefallen sein. Das Team von „plan zwei“ hat vier Themenbereiche vorgegeben, zu denen sich die zahlreichen Teilnehmer in kleineren Gruppen äußern konnten. Oft gab es Einigkeiten, aber es wurde auch deutlich, dass es gilt, eine Menge Interessen zusammenzubringen. 

Ulrich Berding von „plan zwei“ erklärte den Weg zum fertigen Konzept „Sottrum 2030“.

Nickend stimmten viele etwa der Aussage zu, dass Sottrum zwar kein Dorf mehr ist, aber als Stadt mit dörflichem Charakter gesehen werden kann. Schwieriger wurde es dann schon, als es um das Thema Wohnen ging. Mehr Menschen möchten in den Ort ziehen, Wohnraum muss also geschaffen werden. „Kleinteilig“, notiert Klehn auf einem Zettel, nachdem einige Teilnehmer anmerken, dass zunehmend auch kleinere Wohnungen benötigt würden. Denkbar sei dabei auch, jüngere und ältere Menschen zusammenzubringen, etwa mit Einliegerwohnungen. Klehn denkt den Ansatz weiter. Man könne Anreize schaffen, damit solche Wohnkonzepte umgesetzt werden. Ein anderer Teilnehmer merkt aber an, dass zunächst Infrastrukutr da sein muss, ehe die Gemeinde weiter wächst. „Vorausdenken könnte da das richtige Stichwort sein“, meint Klehn.

Die gute Anbindung der Gemeinde ist Fluch und Segen zugleich, stellten die Bürger in den beiden Diskussionsrunden zum Thema Verkehr fest. Autobahn, Bundesstraße und Bahnhof bedeuteten zwar grundsätzlich eine gute Mobilität, aber auch viel Durchgangsverkehr und dadurch entstehende Nachteile für die Anwohner. Viele wünschten sich bessere und mehr Querungshilfen an der Bundesstraße, denn viele Sottrumer wohnen im südlichen Stadtgebiet, müssen aber etwa zum Einkaufen die Hauptverkehrsader durch den Ort passieren. Dass die Große Straße, an der sich die Einkaufsläden anschließen, entlastet werden müsse, befürworten viele. Eine Lösung könne dabei sein, den Nahverkehr zu stärken, damit weniger Autos unterwegs sind.

Berding diskutierte mit Teilnehmern über Arbeit und Wirtschaft. Herausgekommen ist, berichtet er danach in großer Runde, dass es den Wunsch nach einem Wochenmarkt gibt. Außerdem sei eine bessere digitale Infrastruktur nötig, um Homeoffice zu ermöglichen. In der Gruppe zu den Themen Freiraum und Umwelt stellten die Teilnehmer fest, dass Sottrum viel Potenzial in Sachen Grünflächen und Gewässer hat, diese aber besser genutzt werden könnten.

Viele Ideen hat das Team von „plan zwei“ an dem Abend mit zurück nach Hannover genommen. Doch das ist nicht das letzte Mal, dass sich Bürger im Planungsprozess einbringen konnten. „plan zwei“ möchte die Sottrumer in Dialogforen zusammenbringen und dort die Ideen weiter vertiefen. Wie diese Foren gestaltet werden, das werde die Agentur noch ausarbeiten.

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