Fragen an die Männerrunde

Kommunalwahl: Sottrumer Gymnasiasten fühlen Kandidaten auf den Zahn

Für viele Schüler, die an der Podiumsdiskussion teilnahmen, ist die Kommunalwahl 2021 die erste Wahl.
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Für viele Schüler, die an der Podiumsdiskussion teilnahmen, ist die Kommunalwahl 2021 die erste Wahl.

Die drei Samtgemeindebürgermeisterkandidaten Robert Abel, Holger Bahrenburg und Nicolas Fricke sowie Andreas Zack (FDP), Lühr Klee (Grüne), Marvin Heinrich (CDU) und Wolfgang Harling (SPD) als Vertreter der Parteien stellten sich im Gymnasium Sottrum den Fragen von etlichen Schülern.

Sottrum – Am 12. September ist es für viele Jugendliche in der Samtgemeinde Sottrum soweit: Sie dürfen erstmals bei einer Wahl ihr Kreuzchen machen. Aber worum geht es bei der Stimmabgabe genau, welche Ziele haben Parteien und Kandidaten? Ein genaueres Bild gab es für Schüler des zehnten bis zwölften Jahrgangs am Sottrumer Gymnasium, aber auch für ihre Eltern, am Montag in der Aula:

Bei insgesamt drei Podiumsdiskussionen stellten sich Lokalpolitiker und die, die es werden sollen, den Fragen der Jugendlichen. Und dabei zeigte sich, dass es vielfältige Anliegen waren, die die Schüler bewegen.

Vielfältige Themen

Jenseits von Schulpolitik und Skaterparks fühlten sie den Kandidaten auch auf den Zahn, wie es mit deren Haltung zu einem möglichen Atommüllendlager in der Samtgemeinde aussieht, wie sie zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften stehen, zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, wie Inklusion am Gymnasium aussehen soll, wenn ein entsprechender Fahrstuhl fehlt, wie weit die Samtgemeinde in Sachen Digitalisierung ist oder auch wie sie den Frauenanteil ihren Parteien sehen. Denn was den Jugendlichen ebenfalls auffiel: Unter den Diskussionsteilnehmern war nicht eine einzige Frau.

Neben den drei Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters – Holger Bahrenburg sowie Nicolas Fricke als Parteilose und Robert Abel als FDP-Kandidat – saßen vier männliche Abgesandte der im Samtgemeinderat vertretenden Parteien auf der Bühne – Andreas Zack (FDP), Lühr Klee (Grüne), Marvin Heinrich (CDU) und Wolfgang Harling (SPD).

Dennoch waren zwei Frauen in die Veranstaltung involviert: Die Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt gab zu Beginn einen kurzen Einblick in die Strukturen der Kommune, erläuterte die Bedeutung der Wahlen und ermunterte die Jugendlichen zum Mitmachen – und wenn es nur als Wahlhelfer ist, um einmal in das ganze Prozedere hineinzuschnuppern. Ebenfalls mit im Boot war Susanne Leipnitz: Die Rednerin aus Hellwege, die gerade am vergangenen Wochenende wieder einen Weltrekord als „Speaker“ gebrochen hatte, übernahm die Moderation und führte durch die Podiumsdiskussion.

Fragen per Handy

Allerdings hatte sie nach der Vorstellungsrunde der Teilnehmer auf der Bühne gut zu tun, die Jugendlichen zum Mitmachen und Fragestellen zu animieren. Schon zu den vergangenen Wahlen hatte die Schule Diskussionsrunden mit den Kandidaten auf die Beine gestellt, erstmals allerdings konnten die Jugendlichen nicht nur direkt aus dem Plenum heraus Fragen stellen, sondern auch per Handy, was dann Leipnitz vorlas.

Alle Diskussionsteilnehmer bekamen zudem die Möglichkeit, in Abschlussstatements noch einmal um Stimmen zu werden. „Ich werde mich mit Herzblut für die Samtgemeinde einsetzen“: Während der Horstedter Bahrenburg damit warb, aus der Region zu sein und dementsprechend die Herausforderungen in der Samtgemeinde genau zu kennen, betonte Abel aus Ahausen seinen Willen zu „gestalten und nicht zu verwalten“. „Ich weiß, was notwendig ist, um die Eigenständigkeit der Samtgemeinde zu bewahren“, so Abel.

Vorbereitung im Unterricht.

Der Jurist Fricke wiederum betonte, er komme zwar nicht aus der Verwaltung, bringe aber als Außenstehender einen frischen Blick auf die Kommune mit, dank dessen er Dinge neu bewerten könne: „Alles andere, wie beispielsweise Verwaltungserfahrung, lässt sich lernen“, so der Sittenser.

Auch die vier Vertreter der Parteien appellierten an die Jugendlichen, mit der Beteiligung an der Kommunalwahl ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen und sich im besten Fall auch selbst politisch zu engagieren.

„Wir haben uns natürlich im Unterricht vorbereitet“, so Christoph Burland, der die Veranstaltung gemeinsam mit Kollegen organisiert hatte. Er zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: „Ich finde es klasse, dass sich so viele mit Fragen beteiligt haben.“

Ein positives Fazit aus diesem Vormittag ziehen auch Arwen Schwarze und Tim Pößnecker: Für die beiden 17-jährigen Erstwähler war die Diskussion hilfreich, um sich ein Bild von den verschiedenen Kandidaten zu machen. „Es war gut, mal aus seiner Bubble hinauszukommen und zu hören, was die anderen so für Positionen haben“, sagte Tim.

„Das, was wir heute gehört haben, hat mich jetzt in meiner Meinung und in dem, was ich wählen möchte, nur bestärkt“, erklärte Arwen. „Und ich fand es interessant, jetzt auch zu wissen, was die parteilosen Kandidaten für Vorstellungen haben.“ Immerhin: Beide Schüler konnten sich vorstellen, nicht nur zu wählen, sondern auch selbst politisch aktiv zu werden.

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