Grünen organisieren Liste

Bürgerliste in Hassendorf: Sie wollen mehr Transparenz

Acht Personen stehen hintereinander in einer Reihe.
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Die Grüne Bürgerliste Hassendorf möchte für transparentere Ratsarbeit einstehen.

Die Grünen haben in Hassendorf eine Bürgerliste auf die Beine gestellt. Sie setzt sich für mehr Transparenz im Gemeinderat ein.

Hassendorf – Unter der Federführung der Grünen ist in Hassendorf eine sogenannte Bürgerliste für die Kommunalwahl am 12. September entstanden. Die Gruppe von politisch Interessierten, die unter dem Namen „Grüne Bürgerliste“ auftritt, möchte die Parteien langfristig aus der Gemeindepolitik heraushalten, wie es bereits in manchen anderen Kommunen der Fall ist. Sie setzt sich zudem für mehr Transparenz bei politischen Entscheidungen ein und möchte, wenn man es so ausdrücken will, mit alten „Gewohnheiten“ in Hassendorf brechen.

„Wir wollen im besten Sinne Kommunalpolitik machen“, sagt Heike Stäcker. Sie ist das einzige wirkliche Grünen-Mitglied auf der Bürgerliste und war bis vor wenigen Jahren Mitglied der Sottrumer Gemeinderatsfraktion, musste das Mandat nach dem Umzug nach Hassendorf aber abgeben. Helga Busch von der Bürgerliste ist ehemaliges Mitglied, allerdings weiter für die Grünen sowohl im Sottrumer Samtgemeinderat als auch im Hassendorfer Gemeinderat. Ein wenig Ratserfahrung in der Gemeinde hat ebenfalls Holger Schloen, ansonsten besteht die Liste aus politisch unerfahrenen Personen verschiedenen Alters und Hintergründen.

So ist beispielsweise Hans-Uwe Franke Sprecher der Bürgerinitiative „Hassendorf unter Strom“ und hat auf diesem Wege sein Interesse für die Lokalpolitik entdeckt, wie er berichtet. Der 25-jährige Claas Rechten hat als Vertreter der Dorfjugend vergangenes Jahr erstmals eine Ratssitzung besucht und eigenen Worten nach gesehen, wie interessant es sei, was ein Gemeinderat mache, aber auch „wie wenig man dazu beitragen kann“. An Transparenz und Mitbestimmung, das sagen alle auf der Bürgerliste, mangele es in Hassendorf. Thomas Hopp, ein weiterer Mann auf der Liste: „Die Themen sind auf der Ratssitzung immer schnell durch. Ich bin erst später dahinter gekommen, was das eigentlich bedeutet.“

Das Prinzip einer Bürgerliste hat man sich unter anderem in der Gemeinde Reeßum abgeschaut, so Stäcker. Im Rat dort haben die Mitglieder als solches ebenfalls keine Parteienzugehörigkeit, auch wenn sie teilweise ein Parteibuch haben. Die Idee dahinter ist, dass es auf der niedrigen, kommunalen Ebene in den Dörfern aus Sicht der Listen de facto keine Parteiinteressen gibt und man gemeinsam Ortspolitik betreibt. So ist zum Beispiel Bürgermeister Julian Loh im Reeßumer Rat nicht Vertreter der CDU, obwohl er ihr angehört und auf Samtgemeinde-Ebene für sie Politik macht, sondern Mitglied der Bürgerliste. Ein System, das die Grüne Bürgerliste auch in Hassendorf etablieren möchte, selbst aber sagt, dass eine parteiübergreifende Liste wohl erst für die übernächste Kommunalwahl im Jahr 2026 realistisch ist.

Stäcker sagt, man wolle im Rat nicht mehr nur die Vorlagen abarbeiten, sondern – ähnlich wie in der Nachbargemeinde das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ – Perspektiven entwickeln. „Die letzten Jahre haben gezeigt, was ein Dorf machen und leisten kann“, so Holger Schloen mit Blick auf einen Kompromiss, den das Dorf in Sachen Erdverkabelung beim Ersatzneubau der Stromtrasse Stade-Landesbergen gefasst hat. Die Angelegenheit hat damals viele Hassendorfer mobilisiert und dem Rat hohe Zuschauerzahlen beschert. Es gebe viele junge, engagierte Leute in der Dorfgemeinschaft, so Schloen weiter, mit denen sich ein Wechsel vollziehen lasse.

Das klingt nach einer Kampfansage an SPD mit dem sich seit immerhin 27 Jahren im Amt befindlichen Bürgermeister Klaus Dreyer und an die CDU-Fraktion im Gemeinderat. Die Grüne Bürgerliste versucht allerdings, das zu relativieren. Stäcker: „Wir wollen keine Fronten aufmachen.“ Man müsse sich aber weiterentwickeln, und „junge Leute brauchen Raum, ihre Zukunft mitzugestalten“. Auf die Frage, wer aus den Reihen der Bürgerliste sich denn am besten als möglicher Bürgermeister eigne, druckst man aber noch herum, weicht aus. Hans-Uwe Franke: „Hier geht es nicht um Posten.“

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