Der Sottrumer will Fokus aufs Kommunale legen

Lasse Rebbin rückt in Juso-Bundesvorstand auf

Lasse Rebbin aus Sottrum ist in den Juso-Bundesvorstand aufgerückt. Er ist nun einer von zehn Stellvertretern der Vorsitzenden Jessica Rosenthal. Archivfoto: Röhrs
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Lasse Rebbin aus Sottrum ist in den Juso-Bundesvorstand aufgerückt. Er ist nun einer von zehn Stellvertretern der Vorsitzenden Jessica Rosenthal. Archivfoto: Röhrs

Sottrum/Hannover – Der Sottrumer Lasse Rebbin ist in den Bundesvorstand der Jungsozialisten aufgerückt. Das teilt die SPD-Jugendorganisation nach dem in der Hauptsache digital ausgetragenen Bundeskongress in Frankfurt am Main mit. Der 21-Jährige wurde von den Delegierten zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Rebbin erklärte in seiner Vorstellungsrede, dass er seinen Fokus auf die Themen Internationale Politik, Antifaschismus und Kommunales legen werde.

Als Kandidat ist er in Frankfurt vor Ort gewesen, berichtet Rebbin im Gespräch mit der Kreiszeitung. Bis zum Sommer war der Sottrumer Vorsitzender des Juso-Bezirks Nord-Niedersachsen. Mit dem Entschluss, für den Bundesvorstand zu kandidieren, gab er das Amt aber ab. „Bezirks- und Bundesvorstand sind unvereinbar“, glaubt er. Er sei auch kein Fan davon, „lange auf Ämtern zu sitzen“. Zudem hätten sich gute Nachfolger abgezeichnet. Diese, Kirsti Elle aus dem Landkreis Cuxhaven und Jonas Pagels aus dem Heidekreis, äußerten sich in der Juso-Mitteilung zufrieden zu dem gemeinsamen Erfolg am Wochenende: „Lasse wird die Perspektive unseres Verbandes mit in den Bundesvorstand nehmen. Wir kennen ihn seit vielen Jahren als verlässlichen Partner und Freund, der eine große Bereicherung für die Arbeit der Jusos bundesweit wird“, so Elle und Pagels.

Rebbin hat im Sommer 2018 sein Abitur am Gymnasium in der Wieste-Gemeinde gemacht. 2016 ist er über einen Bekannten bei den Jusos in Rotenburg eingetreten. Er wollte damals, auch als Reaktion auf die AfD, die damals erste Erfolge bei Landtagswahlen erzielen konnte, und auf brennende Flüchtlingslager, in eine Partei eintreten und hat sich mit mehren auseinandergesetzt. Nach seinem Bachelor in Politikwissenschaft an der Leibnitz-Universität in Hannover macht er aktuell seinen Master in Göttingen, lebt aber weiter in Landeshauptstadt.

Rebbin war zwischenzeitlich stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Sottrum, sowie Vorsitzender des Juso-Bezirks Nord-Niedersachsen, der für die Unterbezirke in den Landkreisen Cuxhaven, Heidekreis, Osterholz, Rotenburg, Stade und Verden zuständig ist. Zudem hatte ihn der Juso-Bundesvorstand in dieser Zeit kooptiert, er konnte also ohne Stimmberechtigung mitarbeiten. Dort hat er gemerkt, wie sehr das Spaß mache, so Rebbin. Das habe ihn für die Kandidatur motiviert.

Schon damals war er für die Themen Antifaschismus und Internationale Politik zuständig, das Thema Kommunales ist dagegen neu. Was das mit den Jusos im Bund zu tun hat? „Viele fangen im Kommunalen mit der Politik an.“ Auf Bundesebene versuche man, eine gemeinsame Linie zu gemeinsamen kommunalen Themen zu erarbeiten. Natürlich sind die Probleme und Themen von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, sagt Rebbin, doch können sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Beispiel Haushaltspolitik: „Viele Kommunen können damit nicht umgehen“, sagt er. Das habe aber auch mit der Schuldenbremse auf Bundesebene zu tun, die indirekt auch die Gemeinden betreffe. Damit könnten Investitionen etwa in Schulen verschleppt werden. „Es kommt immer darauf an, was man sich leisten kann.“ Und grob gesagt setzten sich die Jusos lieber für eine gute Schule als für einen ausgeglichenen Haushalt ein. Ein anderes Beispiel für interkommunale Leitlinien bei den Jusos sei Verkehrspolitik. Ebenfalls Bestandteil der kommunalen Strategie: die Vernetzung untereinander.

Bei den Wahlen auf dem Kongress wurde die Bundesvorsitzende der Jusos, Jessica Rosenthal, in ihrem Amt bestätigt. Den Vorstand komplettieren darüber hinaus eine Geschäftsführerin sowie zehn stellvertretende Vorsitzende – darunter eben Rebbin. 84,9 Prozent der Stimmen hat er laut Mitteilung bekommen. Mehrheitlich vor dem Computer anwesend waren rund 300 Delegierte.

Mit Blick auf die kommende Bundesregierung und die Arbeit des nächsten Bundesvorstandes machte Rebbin in seiner Vorstellungsrede deutlich: „Unsere Bewertung an einer Fortschrittskoalition misst sich nicht nach Standards, die 16 Jahre CDU-Kanzlerschaft hinterlassen haben.“

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