Reeßumer Bürgermeister wechselt in die Samtgemeinde-Verwaltung

Körner tritt ab

Vier Jahre lang war Marco Körner Bürgermeister in der Gemeinde Reeßum. Wegen eines Jobwechsels muss er das Amt abgeben.
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Vier Jahre lang war Marco Körner Bürgermeister in der Gemeinde Reeßum. Wegen eines Jobwechsels muss er das Amt abgeben.

Reeßum – Mittlerweile geht es für Marco Körner in seinen lokalpolitischen Ämtern auf das Ende zu. Am gestrigen Donnerstagabend ist für den 53-Jährigen die letzte Samtgemeinderatssitzung gewesen, am Montag, 31. Dezember, wird er im Reeßumer Gemeinderat sein Bürgermeisteramt an seinen bisherigen Stellvertreter und designierten Nachfolger – einen Gegenkandidaten gibt es nicht – Julian Loh übergeben. Körner wird ab Januar für die Sottrumer Samtgemeinde-Verwaltung als Hoch- und Tiefbauingenieur arbeiten. Als Mitarbeiter im Rathaus darf er in der Samtgemeinde nicht mehr politisch mitwirken. Ganz aus Politik verabschieden will Körner sich aber nicht, er will sich stattdessen weiter in seiner Partei, den Grünen, engagieren.

Vier Jahre hat Körner bis zu seinem Ausscheiden am Montag als Reeßumer Bürgermeister – dort parteilos – gedient. Neun Monate hätten noch gefehlt bis zur vollen Wahlperiode. Es war seine zweite, vorher war er bereits fünf Jahre normales Mitglied im Rat. „Ich habe mich damals über ein paar Sachen aufgeregt“, erinnert sich Körner an seine Beweggründe zurück.

Seine Frau habe ihm dann gesagt, dass er das selbst in die Hand nehmen solle. Sie habe recht behalten. „Wenn man immer nur meckert, dann ändert sich nichts“, sagt der Reeßumer. Zum Bürgermeister wurde er dann ein wenig durch Zufall. Sein Vorgänger Wilfried Kirchner wollte nicht mehr. Zwei potenzielle andere Kandidaten haben des Berufs wegen abgesagt. „Ich wollte damals nicht, dass wir dann einen von der Samtgemeinde vorgesetzt bekommen, nach kurzem Ratschlag von Familie und Arbeitgeber habe ich dann zugesagt.“

Das politische Erbe, wenn man es denn so nennen möchte, ist die Dorferneuerung. Die hat zwar schon unter der Ägide seines Vorgängers Kirchner begonnen – aber die großen Projekte wie Radwegenetzausbau oder das Mehrzweckgebäude in der Reeßumer Ortsmitte fielen in seine Amtszeit – viel Aufwand sei das gewesen. „Die Dorferneuerung hat richtig Zeit und Geld gekostet“, erinnert sich Körner. Die nächsten größeren Vorhaben – etwa das Baugebiet Maschland oder die Sanierung von Straßen hat er in den vergangenen Monaten mit angeschoben. Dabei sei es anfangs nicht immer leicht gewesen. Vieles in der kommunalen Arbeit funktioniere eben anders als in der freien Wirtschaft. „Wenn man sich drauf einlässt, geht das schon.“ Das Bürgermeisteramt sei eine tolle Erfahrung gewesen.

Ihm sei aufgefallen, wie schnell sich die Menschen in seiner Gemeinde zum Mitmachen motivieren ließen – sei es nun beim dorfübergreifenden Erntefest oder bei der Eröffnung des Mehrzweckgebäudes. Daran habe vielleicht auch die Bürgerliste einen Anteil. Mit der laufenden Wahlperiode hat man sich seinerzeit darauf verständigt, nicht mit den eigentlichen Parteien anzutreten. So engagieren sich nun auch Leute im Rat, die mitgestalten wollen, aber keine Lust auf Parteienpolitik haben, glaubt Körner.

Dementsprechend schwer sei ihm die Bewerbung bei der Sottrumer Samtgemeinde-Verwaltung gefallen. „Aber ich habe mich nochmal beruflich verändern wollen. Und dieser Job hat großes Potenzial“, begründet er diesen Schritt. Zuvor hat sich Körner mehr als zehn Jahre lang um die Instandhaltung der Gebäude und Neubauten bei Buss in Ottersberg gekümmert.

In Reeßum will er sich dennoch weiter engagieren. Zum Beispiel in der Bürgerinitiative „Kein Atommüll im Altkreis ROW“, „das Thema ist einfach zu wichtig“. Auch bei den Grünen will er weitermachen, sich mehr um die Partei an sich kümmern.

Derweil läuft die Übergangszeit im Gemeindebüro langsam ab. Hin und wieder bekommt Körner kleine Abschiedsgeschenke – etwa vom Kindergarten –, ein Mitbürger habe extra im Gemeindebüro vorbeigeschaut, um sich persönlich zu bedanken. Die Übergabe an Nachfolger Julian Loh ist eher ein Selbstläufer, schließlich hat der Bürgermeister jahrelang mit seinem Allgemeinen Verwaltungsvertreter eng zusammengearbeitet.

Personalwechsel: Neue im Rat

Durch den Weggang Körners müssen einige neue Posten im Reeßumer Rat und im Samtgemeinderat neu besetzt werden. Seinen Sitz im Samtgemeinderat übernimmt in der Grünen-Fraktion Helga Busch aus Hassendorf. Neuer Fraktionsvorsitzender ist Ulrich Ebert aus Ahausen. Im Gemeinderat Reeßum rückt Heiko Biesemeier auf, das Bürgermeisteramt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Julian Loh übernehmen. Seine Wahl findet ebenfalls am Montag statt.

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