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Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski verlässt die Samtgemeinde

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Von: Ann-Christin Beims

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Kirstin Taberski sitzt auf einer Bank vor dem Sottrumer Rathaus
In ihrer Zeit in Sottrum hat Kirstin Taberski einiges bewegen können. © Beims

Vieles konnte sie auf den Weg bringen, aber es gibt auch noch einiges zu tun. Doch das Zepter reicht Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski in der Samtgemeinde Sottrum nun weiter.

Sottrum – Knapp vier Jahre war Kirstin Taberski nun als Klimaschutzmanagerin in der Samtgemeinde Sottrum tätig. Ab Freitag ist sie das nicht mehr. Sie verlässt das Rathaus aus persönlichen Gründen, nicht aus beruflichen, wie sie an ihrem letzten Tag im Büro betont. Die Arbeit habe ihr immer Spaß gemacht. Unbesetzt soll ihre Stelle aber nicht bleiben: Sie wurde ausgeschrieben. „Es dauert nicht mehr lange, bis eine Entscheidung getroffen wird“, ist sie sicher.

Taberski war auf diesem Posten eine Vorreiterin, die erste kommunale Klimaschutzmanagerin im Südkreis. Zwar haben andere Kommunen wie Fintel nachgezogen oder aber planen die Einstellung wie in Visselhövede und Bothel, so ganz angekommen ist das Thema aber noch nicht überall, ist ihr Eindruck. „Vielen ist vielleicht das Berufsfeld noch nicht ganz klar und welche Spareffekte langfristig erzielt werden können.“

Der Landkreis habe zwar mit Meike Düspohl ebenfalls eine Klimaschutzmanagerin, die aber habe eher das große Ganze im Blick, wie aktuell das Solardachkataster. „Das ist hilfreich für die Kommunen“, meint Taberski – aber es braucht auch jemanden vor Ort. Denn Klimaschutz fängt bekanntermaßen im Kleinen an. Dazu sei es für die Bevölkerung von Vorteil, einen festen Ansprechpartner im Rathaus zu haben.

Ein vernünftiges Energiemanagement

Wenn sie auf die Arbeit der vergangenen Jahre zurückblickt, ist Taberski auf eines besonders stolz: die Einführung des Energiemanagements. Durch die Software werden alle Verbräuche monatlich notiert. Jeder Bürgermeister kann die Daten einsehen, die unter anderem von den Hausmeistern der jeweiligen Liegenschaft per App übermittelt werden. „Und können rechtzeitig gegensteuern“, so Taberski. Vorher seien die Liegenschaften unterschiedlich kontrolliert worden – manche wie die Kläranlage mehr, andere weniger.

Nicht immer sei es notwendig, gleich erneuerbare Energien einzusetzen, manchmal reicht es schon, Energie einzusparen. Zum Beispiel in den Schulen die Restwärme der Heizung nutzen. „Es sind viele kleine Puzzlesteine.“ Außerdem schreibt das niedersächsische Klimaschutzgesetz Energieberichte vor, die über die Software erstellt werden können. Da habe sich Sottrum bereits sehr früh auf den Weg gemacht.

Die Samtgemeinde ist auf dem richtigen Weg mit ihrem Klimaschutzkonzept, davon ist Taberski überzeugt. Es ist eine Leitlinie, die ihr in ihrer Arbeit sehr geholfen habe. Es könnte mittlerweile aber mal unter die Lupe genommen und gegebenenfalls angepasst werden. Doch gerade mit dem Mobilitätskonzept sei ein großer Schritt gemacht: klimafreundliche Angebote für Bürger. Taberski denkt da an das Carsharing der Bürgerenergiegenossenschaft, für das es bald einen Parkplatz auf dem Lienworth geben soll. Auch am Bahnhof wird sich etwas tun. Dort gibt es zehn abschließbare Boxen für Fahrräder – viel zu wenig und über Monate ausgebucht. In Abstimmung mit der Deutschen Bahn sollen weitere 48 Boxen folgen.

Das Denken hat sich geändert

Es gibt vieles, das Taberski angefangen hat. Einiges muss weitergeführt werden. Da hofft sie auf das Engagement ihres Nachfolgers. Gerade im Bereich der Schulen wartet Arbeit – durch die Pandemie eingeschlafen. „Da könnte man mehr machen“, meint sie und denkt beispielsweise an Projekttage. Klimaschutz steht noch nicht im Lehrplan, ist eine freiwillige Aufgabe. Wenngleich es sinnvoll wäre, ihn fest zu verankern. „Es geht darum, zu wissen, welche Auswirkungen das eigene Handeln hat.“

Für sich zieht sie ein positives Fazit: „Ich habe viel gelernt, vor allem über die Verwaltung. Es hat Spaß gemacht, auch, wenn es mal nicht so schnell ging wie erhofft.“ Sie habe den Eindruck, dass sich das Denken über Klimaschutz geändert habe – auch durch gesellschaftliche Umwälzungen. „Das sieht man auch am Gemeinschaftsgefühl beim Stadtradeln.“ Ein Projekt, bei dem sie bisher federführend war. Das gibt sie in die Hände ihrer Kollegen ab.

Nur eines, das ist ihr nicht gelungen: die Installation einer E-Ladesäule vor dem Rathaus. Das sei an „politischen Gegebenheiten gescheitert“. Zwar würden gerade im ländlichen Raum E-Auto-Besitzer vorrangig eine Wallbox Zuhause nutzen, dennoch sei eine Säule dort sinnvoll, wo sich Menschen länger aufhalten. Aber: Mittlerweile ist eine Säule der Planung der Rathaussanierung enthalten.

Das Schwierigste sei die Haushaltsplanung gewesen – weit im Voraus. „Das ist ein Lernprozess!“ Von dem hat sie jetzt erstmal ein wenig Urlaub, bis sie am 1. Juli ihre neue Stelle in Weyhe antreten wird – natürlich als Klimaschutzmanagerin.

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