Kommunalwahl im Herbst

Neuer Kandidat: Klee möchte als Bürgermeister Klimaschutz vorantreiben

Porträt von Lühr Klee.
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Lühr Klee ist schon lange in der Sottrumer Lokalpolitik aktiv. Im Herbst will er Bürgermeister werden.

Nach 25 Jahren Kommunalpolitik will es Lühr Klee noch einmal wissen. Der Grüne bewirbt sich um das Amt des Sottrumer Gemeindebürgermeisters. Er ist selbstbewusst: Seine Partei habe einen Führungsanspruch ausgemacht, sagt er.

Sottrum – Die Sottumer können bei der Kommunalwahl am 12. September nun aus zwei Bürgermeister-Kandidaten wählen. So haben die Grünen am Wochenende mitgeteilt, Lühr Klee als Spitzenkandidaten für dieses Amt ins Rennen zu schicken. Klee ist langjähriges Ratsmitglied in der Wieste-Gemeinde und lebt in Stuckenborstel. Zuletzt hatte er bei der Wahl 2016 bereits als Samtgemeinde-Bürgermeister kandidiert. Eine Ebene darunter tritt der 70-Jährige im kommenden Herbst gegen den Amtsinhaber Hans-Jürgen Krahn (CDU) an.

Wenig überraschend legen Klee und die Grünen in Sottrum einen Schwerpunkt auf den Klimawandel. „Grundsätzlich brauchen wir ein entschlosseneres Handeln für den Klimaschutz. Nicht nur auf Bundes- oder Landesebene, sondern auch in den Kommunen“, sagt der Stuckenborsteler. In dem Bereich gebe es viel Potenzial, nur der Wille müsse da sein. Darüber hinaus streben die Grünen eine andere Gewerbe-Politik an: Keine neuen Betriebe mehr auf der grünen Wiese und auch keine großen Hallen. Stattdessen wolle man kleinteiligeres Gewerbe ansiedeln, um möglichst viel Wertschöpfung mit geringem Flächenverbrauch zu erzielen.

Grüne wollen als Team auftreten

„Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung verfügt Lühr Klee über detaillierte Kenntnisse der Strukturen und der Situation in Sottrum und ist somit bestens für dieses Amt qualifiziert“, so die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Marlis Musfeldt, in einer Pressemitteilung über die Nominierung. Der Stuckenborsteler stellt darin den Teamgedanken bei seiner Kandidatur in den Mittelpunkt: „Für starke grüne Inhalte in Sottrum braucht es mehr als eine Person. Darum treten wir als Team an für ein gutes grünes Ergebnis.“  Joris Immenhauser, Sottrumer und Vorsitzender des Ortsverbandes, freut sich „auf einen engagierten Wahlkampf mit Klee als Bürgermeisterkandidaten und einer pluralen Liste von grünen Kandidaten für eine starke grüne Stimme in Sottrum.“

Das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Sottrum unterscheidet sich stark von den anderen in der Samtgemeinde. Der Bürgermeister der Wieste-Gemeinde ist im Tagesgeschäft nicht mit Verwaltungsarbeiten betraut, das übernehmen in Sottrum der Gemeindedirektor und die Mitarbeiter des Rathauses in der sogenannten Bürogemeinschaft mit der Samtgemeinde.

Vorzeichen haben sich geändert

Klees bislang einziger Konkurrent, Amtsinhaber Krahn (CDU), hatte schon sehr früh angekündigt, für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung zu stehen. Er kann selbstbewusst in den Wahlkampf gehen. Bei seiner Wahl 2016 hatte er allein ein Drittel aller Stimmen für die CDU auf sich vereint. Mit rund 1 250 Stimmen hatte er lediglich rund 100 Stimmen weniger als alle Grünen zusammen.

Doch die Vorzeichen haben sich seit der letzten Wahl verändert. Die Grünen haben seitdem im Bund und in den Ländern bei den Stimmenanteilen ordentlich zugelegt, und auch in Sottrum geht Klee von einem Zuwachs des Grünen-Wähleranteils aus. Seine Partei habe für sich einen Führungsanspruch festgestellt, so Klee im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Zur Person: Seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik

Klee lebt heute noch dort, wo er 1950 geboren wurde: in Stuckenborstel. Dort wuchs er auf einem Bauernhof auf. Klee ist pensionierter Lehrer, ließ sich aber zunächst zum Fernmeldemonteur bei Siemens ausbilden. An der Uni Bremen studierte er Mathematik und Politik auf Lehramt. Als Lehrer war er von 1991 bis 2001 im sozialen Brennpunkt in Bremen-Nord tätig, übernahmt die Stelle als „Gründungsrektor“ der Morgenstern Grundschule in Sottrum und wechselte 2010 an die Rotenburger Theodor-Heuss-Schule.

Seit 1996 ist er für die Grünen in Sottrum kommunalpolitisch aktiv, hat sich zweimal zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters gestellt und saß zehn Jahre im Kreistag. Der Stuckenborsteler ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Von der FDP gibt es bislang noch keine Anzeichen, einen Bürgermeister-Kandidaten zu benennen. Die SPD möchte hingegen noch keine Namen nennen. „Ein eigener Kandidat ist wahrscheinlich, ich gehe davon aus, dass wir jemanden aufstellen“, so der SPD-Ortsvereinsvorsitzende, Gerd Helms. Es gebe aber kein Zeitfenster, in dem das entschieden werden muss. „Wir müssen das ordentlich vorbereiten.“

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