Reeßums Gemeinderat sucht Nachfolger für scheidenden Bürgermeister

Kirchner beschließt letzten Haushalt als Millionär

Der geplante Radweg zwischen Schleeßel und Taaken hat die Ratsmitglieder in Reeßum beschäftigt. Nach einigen Verzögerungen wurde nun eine Einigung erzielt. - Foto: Daus

Reeßum - Zu den politischen Dauerthemen in der Gemeinde Reeßum zählen das Mehrzweckgebäude und der Lückenschluss des Fahrradwegs zwischen Schleeßel und Taaken. Kein Wunder also, dass sie auch in der Ratssitzung am Montagabend Thema waren. Die Sachstandsberichte über diese Projekte, die angekündigt waren, trafen auf gewohnt großes Bürgerinteresse.

Im Falle des Radwegs gab es noch Verzögerungen, weil ein Eigentümer die benötigten Flächen nur zu einem Preis veräußern wollte, der mit fünf Euro pro Quadratmeter weit über dem Satz von 2,08 Euro lag, den der Landkreis dafür vorgesehen hatte. Die Differenz hätte die Gemeinde Reeßum berappen müssen. „Da können und wollen wir keine Ausnahme machen. Es gilt das Gleichheitsgebot“, erklärte Reeßums Bürgermeister Wilfried Kirchner (CDU) auch im Hinblick auf die Zahlungen an die damaligen Eigentümer bei der Erstellung des Radweges Clüversborstel / Schleeßel im Jahr 2012. Erst durch den Einsatz von Dieter Schröder aus Bittstedt und Heiko Kahrs aus Schleeßel, die unabhängig voneinander mit dem Eigentümer Gespräche führten, konnte eine Einigung auf den normalen Preis erzielt werden. Wilfried Kirchner dankte den beiden ausdrücklich für ihren Einsatz. „Ich denke, die Kuh ist hier vom Eis und hoffe, dass wir in diesem Jahr noch klare Verhältnisse schaffen können“, fügte er hinzu. Der Landkreis wird sich nun mit den 14 Eigentümern der benötigten Flächen treffen und erläutern, wie es weiter geht.

1,4 Millionen für Mehrzweckgebäude

Weiter geht es auch mit dem Mehrzweckgebäude, dessen zu erwartenden Kosten Kirchner mit 1,4 Millionen Euro bezifferte. Die Hälfte davon sollen durch Fördermittel finanziert werden – 594 000 Euro kommen aus dem Topf für Dorferneuerung, 39 000 Euro steuert der Landkreis Rotenburg für Außenflächen dazu und 50 000 Euro gibt es vom Landessportbund. Die Planungen sind derweil fortgeschritten und sobald die noch ausstehenden Zusagen für die Fördermittel erfolgt sind, sollen die Arbeiten beginnen.

Ein Nachfolger für Wilfried Kirchner als Bürgermeister ist in der Gemeinde Reeßum noch nicht gefunden. - Foto: jet

Die Finanzierung der ersten Maßnahmen für die beiden Projekte spielt auch im Haushalt 2016 eine große Rolle. Für den Radweg muss sich die Gemeinde mit 120 000 Euro an den Kosten beteiligen und im Falle des Mehrzweckgebäudes sind in diesem Jahr 300 000 Euro für die ersten fälligen Kosten veranschlagt. Aber diese Beträge können gestemmt werden. „Auch in diesem Jahr lautet mein Spruch: Unser Haushalt ist gesund“, umschrieb Kirchner die Finanzlage in der Gemeinde und präsentierte ausführlich Zahlen und Fakten, an deren Ende steht, dass die Gemeinde über etwas mehr als eine Million Euro verfügt.

Da Wilfried Kirchner im September nicht wieder als Bürgermeister zur Wahl steht, war dies auch sein letzter Haushalt und Herbert Cordes (CDU) brachte es auf den Punkt, als er augenzwinkernd feststellte: „Du beschließt deinen letzten Haushalt als Millionär, das ist eine reife Leistung.“ Dem hatten die anderen Ratsmitglieder nichts mehr hinzuzufügen.

Das einzige, was Bürgermeister Kirchner noch am Herzen lag, war die Frage nach seiner Nachfolge, die immer noch nicht geklärt zu seien scheint. „Macht Euch Gedanken, ich werde im September definitiv nicht mehr kandidieren“, gab er seinen Ratskollegen noch mit auf den Weg.

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