Sottrumer FDP-Fraktion möchte mehr Flexibilität 

Kinderbetreuung nach Maß

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Die FDP-Fraktion im Sottrumer Gemeinderat möchte die Kinderbetreuung den Bedürfnissen der Eltern anpassen. 

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Die FDP-Fraktion im Sottrumer Gemeinderat will die Betreuungsstrukturen in den Kindertagesstätten und -krippen in der Wieste-Gemeinde reformieren. Das Ziel: mehr Flexibilität für Eltern und einen ausgeglichenen Gebührenanteil zwischen Gering- und Vielverdienern. Dazu hat sie bereits eine konkrete Idee ausgearbeitet – zumindest als Diskussionsgrundlage, so die beiden Ratsherren Jan-Christoph Oetjen und Andreas Zack.

Die beiden haben schnell reagiert. Bereits vor wenigen Wochen, als die neue Gebührenanpassung für die Kitas im Gemeindeausschuss für Kinder, Jugend, Sport, Soziales und Kultur zur Diskussion stand, ging ihnen der Vorschlag der Verwaltung nicht weit genug. Schon damals hatte Oetjen angekündigt, bald eine eigene Idee der FDP nachzureichen. Die kommt nun bei der nächsten Sitzung des Gemeinderates am Montag, 19. Juni (19 Uhr), im Sitzungssaal des Sottrumer Rathauses auf den Tisch.

Nach Ansicht der beiden Politiker entsprechen die aktuellen Gebührenmodelle nicht mehr den zurzeit herrschenden Lebens- und Arbeitsverhältnissen der Eltern.

Je nach Gesamteinkommen eines Haushaltes kostet nach dem vom Ausschuss abgesegneten Verwaltungsvorschlag zum Beispiel eine fünf Tage lange Vor- beziehungsweise Nachmittagsbetreuung (20 Wochenstunden) zwischen 88 und 171 Euro im Monat, die Ganztagsgruppe zwischen 198 und 385 Euro, ein Krippenplatz von 141 bis 273 Euro.

Buchung von Betreuungsstunden

„Wir wollen schon lange mehr Flexibilität für die Eltern“, sagt Oetjen. Bisher sei man allerdings davon ausgegangen, dass ein entsprechender Vorschlag irgendwann aus dem Rathaus komme und nicht von einer Fraktion. Nach der Idee der FDP sollen die Eltern zukünftig Pakete à fünf Betreuungsstunden buchen können, die in den Zeiten zwischen 6.30 und 18.30 Uhr verteilt werden können. Eine Kernzeit könnte demnach von 8.30 bis 11.30 Uhr bestehen. Zwecks besserer Planung für die Verwaltung sind einmal gewählte Betreuungszeiten nicht beliebig veränderbar, sondern ein Jahr lang verbindlich.

Nach Oetjen und Zack lässt sich das von ihnen vorgeschlagene Gebührenmodell auf das bestehende bereits anwenden. „Das System ist eigentlich bereits ein Stunden-Modell. Nur mit steifen Paketen“, sagt Zack.

Ein anderer Umstand, den die Fraktion gerne verändern würde: Die Beiträge sind bei Familien mit niedrigem Einkommen prozentual höher als bei den Mehrverdienern. Erstere sollen daher weniger für die Pakete zahlen als Letztere. Gestaffelt werde das nach dem Einkommen der Familie: Bei bis zu 27 000 Euro im Jahr seien wären drei Euro pro Betreuungsstunde fällig, bei bis beziehungsweise bei mehr als 62 000 Euro im Jahr wären das neun beziehungsweise elf Euro pro Stunde.

„Bestimmt hat der Eine oder Andere auch noch Ideen“

Oetjen und Zack geben ihrem Vorschlag etwa ein Jahr Zeit, bis er beschlussfähig ist. Sie setzen auf die Mitarbeit der übrigen Ratsfraktionen, um am Ende einen von allen getragenen Vorschlag zur Abstimmung bringen zu können. „Bestimmt hat der Eine oder Andere auch noch Ideen“, sagt Oetjen. Schon in der Vergangenheit seien in Sottrum gute Kompromisse geschlossen worden.

So oder so wird der Beschlussvorschlag am Montag von den Ratsmitgliedern wohl zunächst in den Ausschuss für Kinder, Jugend, Sport, Soziales und Kultur verwiesen. Gemeindedirektor Holger Bahrenburg hat in der Vorlage bereits darauf hingewiesen, dass es noch diverse offene Fragen gibt. Außerdem sei es aus Zeit- und Personalgründen seitens der Verwaltung derzeit nicht möglich, den Antrag kurzfristig abzuarbeiten. Die FDP-Fraktion fordert die Verwaltung daher auf, jetzt die Probleme genau zu benennen, damit es im späteren Beschlussverschlag entsprechende Lösungen gibt. Zack: „Die Wirklichkeit verlangt flexible Arbeitszeiten – und daran muss auch die Kinderbetreuung anknüpfen.“

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