Kinder aus Weißrussland zu Gast in Horstedt / Projekt „Hilfe für Tschernobylkinder“

Kur für Kinder aus Gomel

Hanna, Daniil und Diana (v. r.) sind derzeit mit dem Projekt „Hilfe für Tschernobylkinder“ in Horstedt. Am Mittwoch hat Gastmutter Irmtraud Köster (links) für die Kinder gekocht. - Fotos: Witte

Horstedt - Von Farina Witte. Die große Nuklearkatastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl liegt zwar 31 Jahre zurück. Für die Menschen in der betroffenen Region ist das Unglück aber nach wie vor präsent, denn die Gebiete in der Umgebung werden noch lange hoch verstrahlt sein. Die Kirchengemeinde Horstedt nimmt jedes Jahr im Rahmen des Projekts „Hilfe für Tschernobylkinder“ eine Gruppe Kinder aus strahlenbelasteten Gebieten Weißrusslands auf, um ihnen Erholung zu bieten. Sie kommen aus der Region Gomel.

Noch etwas eingeschüchtert, aber auch mit Neugier probieren die Kinder die verschiedenen Spiele im Hus op’n Barg aus. Am vergangenen Mittwoch sind sie angekommen und haben bisher schon einiges erlebt. Pastorin Haike Gleede hielt am Sonntag einen deutsch-russischen Gottesdienst, und außerdem besuchten sie bereits eine Hundeschule. „Wir fahren auch einmal an die Nordsee“, erklärt Hartmut Stauch, der als Kirchenkreiskoordinator das Projekt betreut. Der Ausflug gehört jedes Jahr zum Programm, ebenso wie sportliche Aktivitäten. Dieses Jahr können die Kinder reiten und turnen. Außerdem soll es noch einen Ausflug zu einem Vergnügungspark geben.

29 Tage bleiben die Kinder hier in Deutschland und können sich auch durch die bessere Luft in dieser Zeit erholen. „Am Anfang sind sie noch etwas unsicher, aber mit der Zeit blühen sie richtig auf“, berichtet Stauch, der bereits seit 26 Jahren die Aktion betreut.

Ekaterina Ermolenko ist als Dolmetscherin während des Projekts dabei und lebt selbst im Gomeler Gebiet, wie die meisten der Kinder auch. Die radioaktiven Strahlen bergen gesundheitliche Risiken, so verzeichnet die Region seit dem Unglück eine steigende Krebsrate. „Auch wenn die Menschen besorgt sind, sie lieben ihre Heimat und möchten sie nicht verlassen“, meint Ermolenko. Trotzdem ist die Gefahr allgegenwärtig. „Die Lebensmittel sind unterschiedlich belastet. Aber man kann sie testen lassen.“

Das Projekt „Hilfe für Tschernobyl“ wird von der Landeskirche Hannover initiiert. Sie bezahlt den Transfer der Kinder und gibt einen weiteren Zuschuss für jede Gruppe. Die übrigen Kosten tragen die Kirchengemeinden. „Wir nehmen Altmetall und Bekleidung entgegen und sammeln mit dem Erlös Geld. Dadurch können wir den Kindern immer ein abwechselungsreiches Programm ermöglichen“, so Stauch. Neben der Finanzierung sind die Gastfamilien ein wichtiger Bestandteil des Projekts. „Dieses Jahr sind nicht so viele Gastfamilien dabei, daher ist die Gruppe der Kinder auch kleiner als sonst“, bedauert der Kirchenkreiskoordinator.

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