Ausschuss-Entscheidung sorgt für Kritik

Kernort-Lösung - Ganztagsgrundschule der Samtgemeinde in Sottrum

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Die Grundschule am Eichkamp in Sottrum soll bald eine Ganztagsschule werden – als einzige in der Samtgemeinde Sottrum, so der Beschluss des Schulausschusses am Donnerstagabend.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Der Schulausschuss der Samtgemeinde Sottrum hat sich am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, zunächst nur an einer Grundschule eine Ganztagsschule einzurichten – und zwar in Sottrum selbst. Er folgt damit der Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Nachmittagsbetreuung. Es ist eine Entscheidung, die einerseits einhellig war, die aber bereits jetzt für Kritik sorgt.

Die erwartete lange Diskussion ist ausgeblieben. Gerade einmal 20 Minuten reichten in etwa aus, um über den Beschlussvorschlag, den die AG Nachmittagsbetreuung vorgelegt hatte, abzustimmen. Ihre Mitglieder – die Leiter aller Schulen in der Samtgemeinde, Vertreter aus Verwaltung, aller Fraktionen und Eltern- sowie Schülerschaft – haben während ihrer vorbereitenden Sitzung am Dienstag ganze Arbeit geleistet. Etwas zu dem Ergebnis zu sagen hatten am Donnerstag nur noch Friederike Paar von der CDU und FDP-Ratsmitglied Jan-Christoph Oetjen. Und das weniger der Kritik wegen, sondern viel mehr, um noch einmal gewisse Dinge anzumerken.

Freytag wollte nicht noch mehr Zeit verlieren

„Wir wollten die Angelegenheit zunächst wenigstens angestoßen haben und nicht noch mehr Zeit verlieren“, sagte Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag nach der Sitzung. Er und seine Mitarbeiter im Rathaus haben mit dem Beschluss nun den Auftrag, „die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Einrichtung einer voll gebundenen Ganztagsschule im Kernort Sottrum zu prüfen“.

Das heißt: Eine Ganztagsgrundschule wird es zunächst nur in Sottrum selbst geben, die anderen Schulstandorte – Ahausen, Bötersen und Horstedt – bleiben außen vor. Wer in diesen Schulbezirken sein Kind auf eine Ganztagsschule schicken will, muss es in Sottrum anmelden. Ob nun an der Grundschule am Eichkamp oder ihrer Außenstelle Morgenstern, ist derweil noch offen. Laut Beschluss werden die Schule sowie der Samtgemeindeschulelternrat zunächst gebeten, zu dieser Kernort-Lösung Stellung zu nehmen.

„Luxus kleiner Klassenverbände“ laut Schulleiterin gefährdet

Annette Römer, Leiterin der Horstedter Löwenzahn-Grundschule, machte bereits während der Sitzung deutlich, dass sie keine Freundin dieser Kernort-Lösung ist. Kein Wunder, Elternumfragen von vor einem Jahr haben ergeben, dass der Wunsch nach einer Ganztagsschule in Horstedt am größten ist.

Sie machte noch einmal deutlich, dass sich auch das Kollegium das Ganztagsangebot wünsche. Bei nur einer Ganztagsschule in der Samtgemeinde befürchtet sie zudem das „Ausbluten“ der anderen Standorte. Sollten in Horstedt ihren Worten nach nur drei Schüler nach Sottrum wechseln, müsste sie gegebenenfalls Klassen zusammenlegen – der „Luxus kleiner Klassenverbände“ sei gefährdet.

„Ein überraschendes Ergebnis“

In einer sogenannten voll gebundenen Ganztagsschule müssen die Schüler dem niedersächsischen Schulgesetz zufolge mindestens drei Mal in der Woche die Schule ganztäglich besuchen. Ein anderes Modell gibt es am Sottrumer Gymnasium, das offene – sprich freiwillige – Ganztagsangebot. Bei den Grundschulen hat man sich anders entschieden: „Es ist nicht die Aufgabe der Schulen, eine flexible Betreuung anzubieten, sondern ein möglichst gutes Bildungsangebot zu schaffen“, sagte Paar, die auch Mitglied in der AG ist und am Donnerstag als ihre Sprecherin auftrat.

Auch sie wüsste, dass die Arbeit der AG ein „überraschendes Ergebnis“ hervorgebracht habe, und gestand ein, dass dieses nicht dem Wunsch mancher Eltern entspreche. Nach Ansicht der AG gebe es aber gute Gründe dafür, dass es zunächst nur eine Ganztagsgrundschule in der Samtgemeinde geben soll. So sei es aufgrund der zu erwartenden baulichen Maßnahmen finanziell nicht zu verantworten, an allen Schulen ein Ganztagsangebot zu schaffen. Für den Standort Sottrum spreche die zentrale Lage innerhalb der Samtgemeinde, alle Mitgliedsgemeinden seien an den Kernort angebunden.

Die AG empfahl den Mitgliedsgemeinden deshalb, sich für die Nachmittagsbetreuung über einen Hort, wie es ihn beispielsweise bereits in Ahausen gibt, Gedanken zu machen. Auch Oetjen folgte dieser Idee. Seiner Ansicht nach sei der Bedarf an eine Nachmittagsbetreuung überall gegeben.

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