Kenzie Dyslis ist zu Gast in Ahausen

„Verbindung zu den Pferden“

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Auch als Model macht Kenzie Dysli eine gute Figur. Gerade erschienen ist der Kalender „Kenzie Dysli und die Pferde 2016/2017“.

Ahausen - Von Nicole Weinhardt. Kenzie Dyslis Leidenschaft ist die Freiheitsdressur. Ihre Kommunikation mit dem Pferd funktioniert dabei auf Fingerzeig und begeistert ein weltweites Publikum. Am Samstag und Sonntag ist sie für ein Seminar auf dem „Heidehof Wolfsgrund“ in Ahausen zu Gast. Im Interview spricht Kenzie Dysli über gegenseitiges Vertrauen, den Film „Ostwind 2“ und Pferdeflüsterer.

Bekannt wurde die 23-jährige vor allem durch die „Ostwind“-Kinofilme. Ihre Pferde James, Atila und Jamil teilten sich dabei die Rolle des „Ostwindes“. Dysli übernahm außer dem Pferdetraining, die meisten Pferdestunts und doubelte die Hauptdarstellerin Hanna Binke. Ihre Leidenschaft für Pferdetraining ohne Zwang entwickelte sich schon früh. Bereits als Jugendliche stellte sie ihren Wallach James ohne Zügel und Zaumzeug auf Messen und Pferdeshows vor. Heute lebt sie in Andalusien und betreibt dort mit ihrer Familie eine Guest-Ranch.

Was macht Pferde so besonders?

Kenzie Dysli: Für mich sind Pferde ganz besonders anmutige Wesen, deren Kraft, Lebensfreude und Sensibilität mich jeden Tag aufs Neue berührt und fasziniert. Es erfüllt mich mit Stolz, die Freundschaft und das Vertrauen eines solchen Tieres zu erlangen.

Wie schaffen Sie es, dass Ihre Pferde solche herausragenden Leistungen zeigen, während sie von einem ganzen Filmteam umgeben sind?

Dysli: Ich denke, das erreiche ich nur durch meine jahrelange Verbindung zu den Pferden und natürlich durch das Training, welches in erster Linie auf Vertrauen basiert. Mein Wallach, James, der den Ostwind spielt, kam bereits zu mir, als ich noch ein Teenie war. Er war ein guter Lehrmeister für mich. Immer wenn ich zu schnell zu viel von ihm verlangte, wandte er sich ab und lief bockend davon. Dann musste ich nachdenken, wie ich weiterkommen konnte.

Geben Sie die Kommandos hinter der Kamera oder arbeiten die Pferde auf die Kommandos der Schauspieler?

Dysli: Die Kommandos für die Pferde gebe ich meist hinter der Kamera oder einfach außerhalb des Blickfeldes. Bei Szenen, die nur recht einfache Abläufe erfordern, zum Beispiel, wenn das Pferd dabei am Führstrick gehalten wird, können die Schauspieler diese Szene auch allein mit dem Pferd machen. Vorher ist aber immer ausreichend Übung notwendig.

Gab es eine „Pferde-Szene“ deren Umsetzung besonders anspruchsvoll war? Welches war die schwierigste Szene in „Ostwind 2“?

Dysli: Welche die schwierigste Szene war, ist wirklich schwer zu sagen. Es gab einige sehr anspruchsvolle Szenen, zum Beispiel alle die, die mit den Pferden in Freiheit zu tun hatten. Wir haben viel im Wald gedreht. Dort ist die Verlockung zum Fressen für ein freilaufendes Pferd oft größer, als sich auf die Arbeit neben dem Schauspieler zu konzentrieren und die einzelnen Szenen immer und immer wieder zu spielen. Überhaupt ist das die größte Herausforderung beim Drehen, einzelne Szenen häufig zu wiederholen, ohne dass die Pferde ihre Laune verlieren und eventuell weglaufen wollen.

Wie ist es möglich, bei langen Drehtagen den Tierschutz-Gedanken im Blick zu behalten?

Dysli: Zum Dreh von „Ostwind 2“ wurden die beiden „Pferde-Hauptrollen“ mehrfach besetzt. Die Rolle von Ostwind wurde sogar von vier verschiedenen Pferden übernommen. Nur so konnten wir sicherstellen, dass die komplexen und vielseitigen Anforderungen, die dieser Film stellte, von den Pferden gut bewältigt werden konnten.

Stichwort: Pferdeflüsterer. Was bedeutet dieser Begriff für Sie? Würden Sie sich selbst so bezeichnen?

Dysli: Ich würde mich selbst nicht Pferdeflüsterer nennen. Aber ich weiß, dass dieser Begriff für Menschen wie mich steht, die auf natürliche Art und Weise über ihre Körpersprache und über feine, leise Signale mit dem Pferd kommunizieren. Diese Menschen verfügen über eine starke Sensibilität für die Bedürfnisse des Tieres und wissen genau, wie sie darauf eingehen müssen, um das Ziel zu erreichen, auf das sie gemeinsam hinarbeiten wollen.

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