Katharina Hein ist neue Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Sottrum

„Das passt“

+
Katharina Hein aus Horstedt ist seit 1. Januar die neue Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Sottrum.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Eine Voraussetzung gibt es, um den Posten der Gleichstellungsbeauftragten auszufüllen. Und das ist nicht etwa eine bestimmte Ausbildung oder ein Studium. Es ist etwas viel Simpleres. Die Gleichstellungsbeauftragte muss eine Frau sein. Das Kriterium erfüllt Katharina Hein schon mal. Doch die 30-Jährige findet, dass man noch etwas Wichtiges für den Posten mitbringen muss.

Seit 1. Januar hat die Horstedterin den Job als Gleichstellungsbeauftragte – und das ehrenamtlich neben ihrer eigentlichen Arbeit als Hotelfachfrau bei Prüsers Gasthof in Hellwege. Die 30-Jährige hat sich gegen mehrere Bewerber durchgesetzt. „Sie kennt Land und Leute und lebt und arbeitet in der Samtgemeinde. Das passt“, zeigt Jürgen Schlusnus, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, einen Grund auf, warum die Horstedterin sich im Bewerbungsgespräch durchgesetzt hat. Es sei schwierig, den Posten einer Frau zu geben, die 39 Stunden in der Woche arbeitet und dann auch noch in einem der umliegenden Landkreise. „Wann sollen wir da die Sprechzeiten anbieten?“, so Schlusnus.

Die Koordination der Sprechzeiten ist mit Hein kein Problem gewesen. Jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr ist sie im Rathaus zu erreichen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. „Das könnte sonst eine zusätzliche Hemmschwelle sein. Viele überlegen sich vielleicht, eher spontan vorbeizukommen“, glaubt die 30-Jährige. Wichtig für ihre Arbeit sei, dass man ein Gefühl für den Umgang mit Menschen hat. „Das bin ich ja schon aus meinem Job als Hotelfachfrau gewöhnt. Das ist für mich also kein Problem.“

Einen Schwerpunkt will die junge Mutter auf Alleinerziehende legen. „Ich möchte, dass auch junge Mütter die Möglichkeit haben, arbeiten zu gehen.“ Aber auch das Thema Integration wird einen großen Anteil ihrer Arbeit einnehmen. Außerdem hat sie die Möglichkeit, an den Ausschuss- und Ratssitzungen teilzunehmen. „Sie soll bei der Gleichstellung der Geschlechter mitwirken und zum Beispiel ein Auge darauf haben, wie die Verteilung auf den verschiedenen Hierarchie-Ebenen in der Verwaltung ist“, erklärt Schlusnus einen Teil ihres Aufgabenfeldes. Doch gleichzeitig betont er, dass es mehr Rechte als Pflichten sind, die die Position mit sich bringt.

Ein weiteres Projekt, dass sich die 30-Jährige vorstellen kann, ist ein Kurs in rhetorischer Selbstverteidigung. Darauf habe sie eine Kollegin aus der Verwaltung gebracht, den Gedanken an einen Selbstverteidigungskurs hatte die Horstedterin allerdings auch schon. „So können die Frauen lernen, sich kompetent und mit Worten zur Wehr zu setzen“, ist sich die junge Mutter sicher. Um sich weitere Ideen für ihre Arbeit zu holen, hat die 30-Jährige schon Kontakt zu Ute Pommerien, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Rotenburg, aufgenommen. Bisher nur schriftlich, doch ein erstes Treffen schwebt der Horstedterin schon vor. Außerdem stehen dann regelmäßige Treffen der Gleichstellungsbeauftragten an. Hein: „Dann gibt es auch die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und zu sehen, was die anderen so machen.“

Wichtig: Katharina Hein ist als Gleichstellungsbeauftragte nicht nur Ansprechpartnerin für Frauen, sondern ebenso für Männer. Sie ist unter der Nummer 04264/832022 oder gleichstellungsbeauftragte@sottrum.de zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Meistgelesene Artikel

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Kommentare