Neues Tanklöschfahrzeug

Mit 290 PS zur Katastrophe

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Björn Becker (v.l.), Peter Kummerow, Erik Robin, Götz-Martin Erdmann, Klaus Dreyer und Wolfgang Harling nehmen das neue Fahrzeug in Augenschein.

Hellwege - Von Bettina Diercks. Jetzt mal ehrlich: Irgendwie ist er ja sexy, oder? So knallrot und niegelnagelneu? Außerdem schlummern satte 290 Pferdestärken hinter dem MAN-Kühlergrill. Was nach Rennbahn klingt, steht zwar auch für Schnelligkeit, aber vor allem zugkräftige Geländegängigkeit durch Allrad. Denn das neue Tanklöschfahrzeug in Hellwege ist speziell für Wald- und Flächenbrände gerüstet.

1999 hat die Samtgemeinde Sottrum zuletzt in solch ein Tanklöschfahrzeug investiert. Zu Recht kann die Gemeindewehr Hellwege also stolz auf das TG-M 13.290 sein, dem neuesten Modell seiner Art. „Es hat zwar eine ganze Weile gedauert, dafür sind wir jetzt sehr dankbar und glücklich darüber. Es bringt uns einsatztechnisch weit nach vorne“, sagte Ortsbrandmeister Erik Robin bei der offiziellen Übergabe des Tanklöschfahrzeuges (TLF), das bereits seit Ende März in Hellwege steht. Es löst den vorhandenen Mercedes 813 ab, das LF-8, das lediglich 800 Liter Wasser an Bord nehmen konnte.

210 000 Euro investierte die Samtgemeinde Sottrum in das neue TLF. Das Fahrgestell kommt von der Firma Tiemann MAN aus Verden, der Aufbau von der Firma Albert Ziegler Feuerschutz aus Rendsburg. Um im Ernstfall bestehen zu können, wurde das neue TLF höhergelegt und von 13 auf 14,1 Tonnen durch verstärkte Achsen aufgelastet, um dem 2 400-Liter-Tank gerecht zu werden. 2 000 Liter in der Minute bei einem Förderdruck von zehn Bar können zum Löschen eingesetzt werden. Wenn erforderlich, mit einem Wasserwerfer vom Fahrzeugdach. Ein Lichtmast mit LED sorgt für ausreichend Beleuchtung der Einsatzflächen.

Bernd Kassau (r.) wirft einen Blick ins neue Tanklöschfahrzeug, für das die Samtgemeinde 210 000 Euro investiert hat.

„Mir ist es immer eine Freude, ein neues Fahrzeug zu übergeben. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Teil der Gesellschaft, wir schätzen sie sehr. Wir haben große Probleme, Nachwuchs zu finden. Vielleicht gelingt der Freiwilligen Feuerwehr, Jugend für Technik zu begeistern“, sagte Götz-Martin Erdmann, MAN-Verkaufsbeauftragter für Lkw, Feuerwehr- und Kommunalfahrzeuge bei der Firma Tiemann in Verden. „Das TG-M 13.290 ist generiert für große Einsätze“, kam Erdmann bei Aufzählung der technischen Daten ins Schwärmen. „Dieses Bau-muster ist speziell für Feuerwehr und Katastrophenschutz entwickelt worden.“ Der kräftige Motor mit 290 PS bringt es auf einen Drehmoment von 1 150 Nm. Ausgestattet ist der Lkw mit unter anderem zuschaltbaren Allradantrieb mit Verteilergetriebe- und Differenzialsperren sowie Blattfederung für maximale Achsverschränkung im schweren Gelände. Erdmann wünschte den Hellweger Löschkräften wenig Einsätze: „Schließen Sie sie erfolgreich ab und kommen Sie heil wieder.“

Neue Fahrzeuge für Reeßum und Horstedt

„Die Freiwillige Feuerwehr Hellwege steigt auf“, sagte Klaus Dreyer (SPD) mit Augenzwinkern und der Referenz zum Endspurt der Fußball-Saison. Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister übergab den Schlüssel für das neue TLF. „Wir haben das Fahrzeug nicht aus Jux und Dollerei angeschafft. Es macht uns reicher und ärmer.“ Letzteres bezog sich auf den Samtgemeindehaushalt. Reeßum und Horstedt sollen laut Dreyer ebenfalls noch neue Fahrzeuge bekommen: „Aber wir können nicht zaubern.“ Dreyer wünschte viel Aufstieg und Auftrieb im Jugendbereich und möglichst wenig Einsätze für die rund 70 Kameraden des etwa 1 200-Seelen-Dorfes. Diesen Worten schloss sich Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) an, der passend zum Termin eine rote Jacke trug.

„In Hellwege befinden sich sowohl größere Wald- und Moorflächen als auch der Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Diese Konstellation macht die Vorhaltung eines geländegängigen Tanklöschfahrzeugs, insbesondere im Ersteinsatz, notwendig. Ein weiterer Grund ist, dass das Fahrzeug auch unterstützend überörtlich in der Samtgemeinde zum Einsatz kommt, vorrangig bei Wald- und Flächenbränden“, sagte Samtgemeindebrandmeister Björn Becker über die Anschaffung.

Ebenso seien Tanklöschfahrzeuge bei Einsätzen mit schlechter Wasserversorgung das Mittel der Wahl, beispielsweise bei Bränden von Lkws oder landwirtschaftlichen Maschinen außerhalb der Ortschaften oder bezogen auf Lkw, auf der Autobahn. Becker: „Für den innerörtlichen Einsatz liefern sie die notwendige Wassermenge bis zum Aufbau der Wasserversorgung. In der Samtgemeinde Sottrum sind weitere Tanklöschfahrzeuge vorhanden, die im Zusammenwirken die notwendige Schlagkraft bilden.“

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