Vom Koch zum Kämmerer

Karl-Heinz Bacher ist der neue Abteilungsleiter Finanzen in Sottrum

Karl-Heinz Bacher vor dem Rathaus der Samtgemeinde Sottrum
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Karl-Heinz Bacher ist seit Kurzem der neue Leiter der Kämmerei der Samtgemeinde Sottrum – und ursprünglich gelernter Koch.

Die Samtgemeinde Sottrum hat einen neuen Kämmerer: Karl-Heinz Bacher ist der neue im Rathaus des Wiesteortes, der Ende August den Posten von Sigrid Bartels übernommen hat.

Sottrum – Westerwald, Wuppertal, Wiesteort – und dazwischen auch noch Berlin und Hannover: So ungefähr lassen sich die Stationen des bisherigen beruflichen Weges von Karl-Heinz Bacher zusammenfassen: Der 50-Jährige ist seit dem 23. August der Nachfolger von Kämmerin Sigrid Bartels in der Verwaltung der Samtgemeinde. Dabei hat Bacher, der bereits seit Längerem in Ottersberg lebt, nicht nur aus geografischer Sicht schon ein abwechslungsreiches Berufsleben hinter sich, sondern auch aus fachlicher Perspektive. Denn der gebürtige Westerwälder ist gelernter Koch.

„Und in der Gastronomie ist, wenn es hoch hergeht, der Ton auch mal etwas rauer“, weiß Bacher. „In stressigen Situation ist es daher notwendig, Ruhe zu bewahren und sachliche Argumente auszutauschen.“ Für ihn gibt es da Parallelen zu seinem neuen Job im Sottrumer Rathaus: „Ohne Ruhe sind Problemlösungen meist nicht möglich.“

Studium der Wirtschaftswissenschaften

Anstelle des Kochlöffels arbeitet er jetzt allerdings mit dem Computer: „Ich koche nach wie vor sehr gerne, aber nur privat“, sagt er mit einem Lachen. Denn als er nach der Ausbildung die Möglichkeit bekommt, über eine Weiterbildung die Hochschulreife zu erlangen, entscheidet er sich für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wuppertal. Und kehrt dann zunächst in die Hotelbranche zurück, erst als Leiter der Warenwirtschaft im Berliner Fünf-Sterne-Hotel Kempinski, dann übernimmt er ein Hotel in Bremen, bevor er dann durch einen Zufall in der Sozialbranche landet. 18 Jahre arbeitet er für die evangelische Landeskirche unter anderem in der Kita-Geschäftsführung, bis er dann per Zufall auf die Stellenausschreibung für Sottrum aufmerksam wird. „Ich glaube, dass ich beide Welten – die Kameralistik und die Doppik – kenne, hat mich aus Sicht der Samtgemeinde interessant gemacht“, vermutet Bacher und lacht. Für ihn ausschlaggebend ist die Fahrtzeit: Anstatt gut eineinhalb Stunden Fahrt sind es jetzt nur noch zehn Minuten.

Vor allem sind es zwei Projekte, die ihn derzeit beschäftigten, zum einen sind da die Haushaltspläne für 2022. „Die Gemeinden brauchen diese Pläne unbedingt für ihre weitere Arbeit“, weiß er. „Wir liefern die Grundlage, dafür sind wir wiederum jetzt darauf angewiesen, dass die Gemeinden uns beliefern. Den einen fällt das leichter, anderen schwerer.“

Von der Kameralistik zur Doppik

Und natürlich sind da noch die Jahresabschlüsse. Bacher sieht das gelassen: „Bei der Kirche gab es das gleiche Problem, von daher ist das kein neues Thema für mich.“ Er vermutet, dass das Projekt bislang auf die leichte Schulter genommen wurde: „Es ist halt schwierig, wenn jemand lange kameralistisch gebucht hat, jetzt doppisch arbeiten soll.“ Für ihn bedeutet das nun: „Korrigieren, anpassen und Prozessabläufe zu konstruieren. Aber das wird nicht von heute auf morgen zu machen sein – hier arbeiten nicht nur Computer, sondern vor allem Menschen.“ Trotz der Strecke, die puncto Jahresabschlüssen noch vor Bacher und der Kämmerei liegt, ist er zufrieden: „Die Kollegen haben hier eine gute und viel Vorarbeit geleistet“, betont der verheiratete Vater zweier Kinder im Alter von neun und 14 Jahren.

Auch neue Herausforderungen hat die Kämmerei vor der Nase: „Wir werden uns im kommenden Jahr die Umsatzsteuereinführung auf die Fahnen schreiben, damit wir zum Stichtag am 1. Januar 2023 startklar sind“, so Bacher. Eine Idee von ihm ist zudem ein regelmäßiges Berichtswesen auf die Beine zu stellen, um den Austausch zwischen Kommunalverwaltung und den Mitgliedsgemeinden enger zu gestalten. „Idealerweise monatlich, aber zumindest einmal pro Quartal sollten die Gemeinden einen Einblick geben, wo sie wirtschaftlich stehen“, ist Bachers Vorstellung.

Die Atmosphäre hier im Rathaus ist wirklich gut.

Karl-Heinz Bacher

Wenn der Wahlsonntag am 12. September vorbei ist, will er die einzelnen Mitgliedgemeinden gründlicher kennenlernen. „Meine Idee ist, jede Gemeinde zu besuchen, bei den Verantwortlichen nachzufragen, was so los ist, welche Themen sie beschäftigen, welche Erwartungen an den Bereich Finanzen sie haben. Einfach, um ein Gefühl für die Samtgemeinde zu bekommen“, sagt Bacher.

Ihm gefällt die Offenheit seines neuen Teams in der Kämmerei. „Wir diskutieren auch sehr viel, sodass wir am Ende den besten Weg finden. Das gefällt mir persönlich sehr gut.“ Dazu kommt, dass bereits in den vergangenen zwei Jahren neue Mitarbeiter dazugestoßen sind. „Das bedeutet, dass sich das Team ohnehin erst noch finden muss“, so Bacher, der sich darauf freut, neue Strukturen und ein junges Team zu entwickeln. „Und die Atmosphäre hier im Rathaus ist wirklich gut.“

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